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Woher wissen die das? Welche Daten haben die über mich, dass sie meinen Migrationshintergrund feststellen können? Und wenn sie keine haben, wie können sie dann die Zahl derer mit Migrationshintergrund angeben?
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Cigdem Akyol kann offensichtlich gut mit Sachen/Menschen/Ideen umgehen, die aus der Norm fallen, und begrüßt das sogar:
"Der schwangere Transsexuelle zeigt, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern auch etliche Grauschattierungen. ... Beatie führt ein Leben mit Brüchen und Veränderungen. Ein echtes Leben eben. Ein Dasein als Mann mit einer Gebärmutter."

Arno Frank hingegen scheint in seinem Wunsch nach Normeinhaltung völlig irritiert und schlägt deshalb wild (und wenig überzeugend) um sich:
"Das mag ihm glauben, wer will, und derzeit glauben viele Menschen solchen Quatsch sehr gerne - was vor allem an den bizarren Auswüchsen der Genderstudies liegt, deren Ziel es ist, der Gesellschaft einzutrichtern, das Geschlecht sei nichts weiter als ein soziales Konstrukt, das prinzipiell zur Disposition steht und damit unseren Vorlieben sowie der Geschicklichkeit teurer Chirurgen unterworfen ist. Gebärmutter bleibt Gebärmutter, in wessen Bauch auch immer sie steckt."
Enden muss er dann auch noch offen transphob:
"Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau - und gottlob nicht verstümmelt genug, um keine Kinder gebären zu können."
Eine solche platte und aggressive Argumentation passt eigentlich eher zu Franz Josef Wagners Bild-Kolumne als zur taz.
Nachtrag 08.07.08: Zum wenig souveränen Umgang der taz mit der Kritik siehe hier.
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Heute abend waren wir uns nicht sicher, ob es wirklich ein Tor war. Es gab kaum Jubel. Und auch der Fernsehmoderator, den wir quer über den Hinterhof als Geräuschkulisse verfolgen konnten, blieb sehr ruhig.
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Aus der taz berlin-Berichterstattung über Reaktionen zum Türkei-Deutschland-Männerfußballspiel am Mittwoch:
"20.44 Uhr, Fanmeile, Hauptleinwand: Eine Kurzhaarfrisur im Poldi-Trikot XXL streckt zur Deutschland-Hymne die rechte Hand zum Hitlergruß und grölt leidenschaftlich mit. Für mehr als den Refrain reicht es nicht.
...
22.51 Uhr, Frankfurter Allee, Kinzigstraße: Zwei braungebrannte und tätowierte Schränke zünden ein Türkeifähnchen an. Als das Fähnchen brennt, werfen sie es auf die Frankfurter Allee.
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22.57 Uhr, Danziger Straße Ecke Pappelallee: Ein Auto mit türkischen Fans hat sich in die Jubelmassen verirrt. Sehr deutsche Fans rütteln an dem Wagen, bevor die Lage eskaliert geht die Polizei dazwischen. "So sehn Verlierer aus!", rufen hämisch die Umstehenden. Ein Fettwanst mit weißem Trikot schwenkt aggressiv seine Fahne über dem Auto und ruft, "Ali, Hakan, Mustafa, fahrt zurück nach …" Ein Polizist reißt ihm die Fahne runter und sagt: "Du nervst!"
...
0.10 Uhr, Holocaust-Denkmal, Behrenstraße: Zwei Polizisten sitzen auf einem Stein und essen Butterbrot. "Ist ja alles friedlich", sagt der eine gelassen. Sie rechnen nicht damit, dass es heute Abend noch zu Auseinandersetzungen kommt...."
(vgl. auch Fahnen schwenken anlässlich der WM 2006)
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Die sehenswerte Ausstellung Auf gepackten Koffern - Leben in der Abschiebehaft des Flüchtlingsrat Berlin noch "bis Freitag, 11. Juli 08, bei ver.di werktags von 10.00 - 20.00 UHr und samstags von 12.00 - 18.00 Uhr zu sehen. Danach kann sie über den Flüchtlingsrat Berlin ausgeliehen werden."
Die Adresse der Bundeszentrale von ver.di ist: Paula – Thiede – Ufer 10, 10179 Berlin
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Derweil brennt in der Nähe von Paris ein Abschiebelager, in dem menschenunwürdige Verhältnisse herrschen.
Einen Einblick in das (Arbeits-)Leben von illegalisierten Menschen in der Festung Europa gibt der Roman Caravan von Marina Lewycka. Leider liegt hier allerdings wieder der Fokus auf den 'weißen' Illegalisierten, der Schwarze wird als sehr kindlich-naiv porträtiert, die beiden aus Asien stammenden bekommen gar kein Profil und verschwinden auch wieder schnell.
Währenddessen wollen PolitikerInnen in Deutschland nach wie vor christlichen IrakerInnen besonderen Schutz gewähren, argumentieren dabei offen islamophob:
"Es sei schließlich nicht naheliegend, dass Deutschland vor allem muslimische Flüchtlinge aufnehme und die christlichen Flüchtlinge in der Türkei oder Syrien unterkommen müssten."
und verdrehen dabei die Wirklichkeit von (irakischen) Flüchtlingen in Deutschland wie es ihnen gefällt.
Der Berliner Innensenator sagt derweil, was der Kern deutschen Umgangs mit Flüchtlingen ist:
"Sein Fazit: "Wir werden nicht alle abschieben können, die wir abschieben müssten.""
Die Menschenwürde der 'Anderen' interessiert in Europa nicht.
Nachtrag 02.07.08: Die Folgen der Festung Europa lassen sich z.B. in "Guantanamito"in der Sahara betrachten wie die taz berichtet.
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Besonders beeindruckt hat mich folgendes Ausstellungsstück:

In diesem Heft steht Zeile nach Zeile, welche Konsumgüter alle nicht zu kaufen waren in der DDR. Von der Darstellung wirkt es wie ein Tagebuch. Aber das Museum bietet keine weiteren Informationen dazu, woher dieses Heft stammt, wer es zu welchem Zweck verfasst hat. Da es ausschließlich beschreibt, was nicht zu beschaffen war, und keinerlei privaten Aufzeichnungen dazwischen stehen, kann es nicht wirklich ein Tagebuch sein. Wer sollte wohl solche Aufzeichnungen machen? Ohne weitere Informationen von den AusstellungsmacherInnen habe ich das Gefühl, da stimmt was nicht.
Am Wochenende waren wir nun im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig. Im Vergleich zum DDR-Museum ist das ein hervorragendes Museum. Es gibt einen logischen Aufbau und Hintergrundinformationen. Die Grundaussage ist aber die gleiche (wie auch im Haus der Geschichte in Bonn):
- Geschichte lässt sich linear darstellen
- am besten mit vielen Gegenständen und wenig Hintergrundinformationen
- es gibt Gut und Böse
- die DDR war böse und die BRD gut
- es gibt keine Ambivalenzen
- alles was nicht in den Erzählstrang passt, wird rausgelassen
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"Am vergangen Mittwoch endlich wurden zwei Verdächtige festgenommen. Der eine ist 16 Jahre alt, der andere 18. Sie kommen aus dem Blumenviertel; sind dort aufgewachsen. Ein dritter Verdächtiger, der der Polizei wegen rechter Gewalttaten bekannt ist, soll an den Vorbereitungen der Feuerattacken beteiligt gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt, denn fremdenfeindliche Motive schließt sie nicht aus. Der Vorwurf lautet auf versuchten Mord: "Wer Brandsätze gegen ein Haus schleudert, in dem Menschen schlafen, nimmt ihren Tod zumindest in Kauf.""
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Aber das ist für mich nicht das zentrale Problem. Das klare Signal, dass Einbürgerung kein Recht sondern ein zu begründende Ausnahme ist, ist das zentrale Problem. Damit wird den nicht-deutschen StaatsbürgerInnen mal wieder gezeigt, dass sie nicht als gleichwertig angesehen werden. Und ein großer Teil der Bevölkerung Deutschlands wird weiter von fundamentalen Staatsbürgerrechten ausgeschlossen. Zutiefst undemokratisch.
Nachtrag 20.06.08: Wie die taz berichtet, ist die Integrationsministerin beleidigt, weil sie für ihre Unterstützung des Einbürgerungstests kritisiert wurde. Auf dieser Basis könne sie nicht diskutieren.
Nachtrag 28.07.11:Die taz berichtet, dass die neue baden-württembergische Innenministerin den "Gesprächsleitfaden" abschaffen wird.
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Ein paar NachwuchswissenschaftlerInnen widersprechen einem wichtigen Professoren. Sie halten den Vortrag über Rassismus, den sie gerade gehört haben, durchaus für fundiert. Und argumentieren, dass es keine objektive Fakten gibt, dass alles was wir wahrnehmen durch eine durch Wissen geformte Brille wahrgenommen wird.
Der Professor gibt sich väterlich fürsorglich: Wenn sie davon überzeugt sind, dass es kein objektives Wahrnehmen gibt, dass alle Begriffe schon Wissen reproduzieren und das es kein Denken jenseits des Wissens gibt, dann dürfen sie keine Wissenschaft machen.
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Foto: © Anke Illing

