Montag, 29. November 2021
Podcast: Is the fall of the Berlin Wall still relevant to the students?
Can the fall of the Wall still be relevant as a research topic, especially among students, who were born after this historic event?

Dr. Stefan Karsch, CENTRAL Network coordinator from the Humboldt-Universität zu Berlin talks to Urmila Goel, who has offered a seminar on this topic in the field of European Ethnology and found out that a lot can be learned from the students.

Dr. Stefan Karsch, CENTRAL Network coordinator from the Humboldt-Universität zu Berlin talks to Prof. Urmila Goel, who has offered a seminar on this topic in the field of European Ethnology and found out that a lot can be learned from the students.

>>Zum Podcast.

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Montag, 15. November 2021
Die fünfte Wand
Navina Sundaram war eine der ersten nicht-weißen Journalist_innen des bundesdeutschen Fernsehens. Eine Journalistin, die aus Indien stammte und in Hamburg sesshaft wurde. Die über Indien, postkoloniale Verflechtungen in den verschiedensten Ecken der Welt und über Deutschland berichtete. Eine schlaue, mutige Frau, die mit so manchen Hürden zu kämpfen hatte. Eine Journalistin, die für viele sehr wichtig war.

Merle Kröger und Mareike Barnien haben nun zusammen mit Navina Sundaram ein Online-Archiv rund um ihre Arbeiten kuratiert: Die fünfte Wand.

Spannende Einblicke in die (Fernseh)Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

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Dienstag, 26. Oktober 2021
Kolonialismus in Papua-Neuguinea
Ich habe gerade Katharina Döblers Roman Dein ist das Reich gelesen und dabei viel gelernt. Es geht dabei um Missionare (und ihre Frauen) in Kaiser-Wilhelms-Land, wie die deutschen Kolonisator_innen den von ihnen besetzten Teil dessen was später Papua-Neuguinea werden sollte, nannten. Döbler erzählt dabei eine verflochtene Geschichte nicht nur zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland. Im Zentrum stehen die jungen Missionare und wie sie zu Missionaren werden, wie sie Familien gründen, was die Mission mit ihren Frauen und Kindern macht. Es geht um Kolonialismus, aber auch um Nationalsozialismus. Und um Kriege und Familiengeschichten/-geheimnisse. Sehr spannend.

Als Kulturanthropologin fand ich das Buch auch spannend, weil zur gleichen Zeit wie die Hauptfiguren in Kaiser-Wilhelms-Land ankommen, Bronislaw Malinowski nicht weit davon in Britisch-Neuguinea ankommt und die Grundlage für seinen Ruhm als Ethnologe legt. In Döblers Buch gibt es ab und zu auch kurze Verweise auf Forscher, die vorbeikommen. So ergänzen sich der Roman und Malinowskis Ethnografie auf spannende Weise.

Katharina Döbler hat unter anderem mit dem Deutschlandfunk und der taz über ihr Buch und die Bezüge zu ihrer eigenen Familiengeschichte gesprochen.

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Montag, 20. September 2021
Anton-Wilhelm-Amo-Strasse
NPD-Plakat gegen die Umbenennung der Möhrenstrasse


Die letzten sechs Jahre habe ich in der Möhrenstrasse gearbeitet. Und nicht immer konnte ich aus dem O ein Ö machen. So musste ich einen rassistischen Straßennamen in die Welt schicken. Nicht nur mir war das unangenehm und so gibt es schon seit vielen, vielen Jahren (weit mehr als sechs) Engagement von vielen unterschiedlichen Gruppen und Personen, um den Straßennamen zu ändern. Auf der Seite des Instituts für Europäische Ethnologie gibt es dazu ein paar Informationen. Mittlerweile hat die Bezirksverordnetenversammlung Mitte beschlossen, die Strasse in Anton-Wilhelm-Amo-Strasse umzubenennen. Anstatt Rassismus zu reproduzieren lässt sich damit in Zukunft mit dem Straßennamen an einen versklavten Menschen, der es in die Wissenschaft geschafft hat, erinnern.

Bis dahin wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Denn es mit Widersprüchen zu rechnen, die den Prozess aufhalten. Mit dabei die NPD (siehe Foto oben).

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Sonntag, 12. September 2021
Autonormativität und Rassismus
AFD-Plakat "Weniger abschleppen. Mehr Abschieben"


Man könnte meinen Verkehrspolitik und Abschieberegelungen haben nichts miteinander zu tun. Dieses AfD-Plakat mit dem Slogan "Weniger abschleppen. Mehr Abschieben" zeigt aber deutlich, dass ökologische Verkehrspolitik und Rassismuskritik miteinander verbunden sind. Sie sind beide menschenfreundlich und unterstützen die strukturell Schwächeren. Und das ist etwas was die AfD nicht möchte. Sie ist immer auf der Seite der strukturell Stärkeren und versucht mit aller Macht, deren Vorteile zu sichern.

Auch andere sogenannte konservative und liberale Parteien (und in Berlin auch die sozialdemokratische) tun sich im Wahlkampf gerade damit hervor, Autointeressen zu vertreten. Zum Teil behaupten sie, damit die Interessen des "kleinen Mannes" zu schützen. Da gilt es genauer hinzuschauen, wessen Interessen tatsächlich gefördert werden und wessen völlig ausgeblendet werden.

Rassismus und Autonormativität sind durchaus miteinander verknüpft. Je weniger Chancen mensch auf dem Wohnungsmarkt hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass mensch unter Verkehrslärm, -verschmutzung und -gefahr leiden muss. Und je peripherer die Arbeitsplätze sind (zeitlich und geographisch) desto schlechter ist die Anbindung an den ÖPNV.

Hinweis: Ich bin aktiv im VCD Nordost.

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Freitag, 10. September 2021
Identitti
Mithu Sanyals Buch "Identiti" vor Kali-Plakat


Von allen Seiten wurde ich auf das Buch hingewiesen. Im Radio wurde es besprochen, in der Zeitung auch. Eine Kollegin wies mich drauf hin, Studierende fragten, ob ich das Buch gelesen habe, und meine Mutter erzählte von der Lesung im Radio. Ein Buch eines InderKindes über InderKinder. Das musste ich wohl lesen. Auch wenn ich eigentlich keine Lust drauf hatte. Identitätspolitik ist nicht so mein Ding. Also begann ich mit großen Vorbehalten Mithu Sanyals Buch "Identitti" und las mit immer größerer Begeisterung. Von wegen Identitätspolitik. Aber auch nicht Bashen von Identitätspolitik. Anstatt dessen eine kluge, differenzierte Auseinandersetzung mit Identitätspolitiken, antirassistischen Politiken, universitärer Lehre, aktivistischen Zusammenhängen, usw. So viele Andockpunkte zum meinem Leben und Denken. Die InderKinder-Welten natürlich auch, aber nicht vor allem.
Lest "Identitti"!

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Montag, 9. August 2021
"Die Experten" von Merle Kröger
Das Sommersemester war so turbulent, dass ich jetzt erst dazu komme, zu meiner Frühjahrslektüre zu schreiben:



Eine meiner liebsten Autorinnen, Merle Kröger, hat im Frühjahr nach gründlichen Recherchen einen neuen Roman veröffentlicht. In "Die Experten" erzählt sie die Geschichte von deutschen Flugzeug- und Raketenexperten, die in den 1960ern in Kairo an der Entwicklung von Kriegswaffen arbeiten. Die Hauptfigur des Thrillers ist die Tochter eines der Experten. Wir begleiten Rita dabei, wie sie Kairo erforscht, langsam erwachsen wird und sich zunehmend kritisch mit der Arbeit ihres Vaters und seiner Kollegen auseinandersetzt.

Das Buch ist nicht nur toll recherchiert, sondern auch toll geschrieben und zieht die Leser_in in diese Welt rein. Sehr zu empfehlen.

PS: Es gibt auch schon eine ganze Menge begeisterter Rezensionen.

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