"Laut Polizei versuchte er, den Abtransport der Kinder durch Öffnen der Fahrzeugtür und Tritte gegen den Streifenwagen zu verhindern. "Die Zwölfjährigen wurden wie Terroristen behandelt, an die Wand gestellt und in Handschellen gelegt", sagt M. Als er dagegen protestiert habe, sei die Stimmung aggressiv geworden. "Die Polizisten sagten: Geh doch zurück in dein Land!""
Nachtrag 21.11.06: Die taz berlin berichtet im Gegensatz zu der rassistischen und islamophoben Berichterstattung z.B. im Tagesspiegel aus der Sicht der Kiezbewohner:
"Aufklärung tut not. Was hat sich vergangenen Dienstag wirklich im Kreuzberger Wrangelkiez ereignet? In der ersten Pressemitteilung der Polizei hieß es, "eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen" sei dort "massiv" gegen Polizeibeamte vorgegangen, als diese zwei Tatverdächtige festnehmen wollten. Tags darauf hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch erklärt, lediglich "einzelne Personen" seien gewalttätig geworden. Jugendliche und Anwohner aus dem Wrangelkiez bestreiten selbst das. Die Stimmung sei aufgebracht gewesen, aber handgreiflich geworden sei nur ein einziger: der 23-jährige Mehmet S. Und das erst, nachdem er von Beamten niedergeschlagen worden sei.
....
Ganz in der Nähe hatte sich am Dienstag der Vorfall ereignet. Jugendliche, Anwohner und Ladenbesitzer beschreiben die Situation so: Die Wrangelstraße sei ein Dorf, fast jeder kenne jeden. Wenn etwas passiere, liefen alle aus den Cafés und Läden zusammen. Die soziale Kontrolle sei groß, zumal bei Polizeieinsätzen. So funktioniere Zivilgesellschaft.
....
In den meisten deutschen Medien wird jedoch nur die erste Version der Polizei veröffentlicht - anders als in türkischen Blättern. Mit Überschriften wie "Der Mob ist da" macht vor allem der Tagesspiegel Stimmung. Und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wird dort mit dem Satz zitiert: "Kein Pardon für den Mob.""
Nachtrag 22.11.06: Es ist schon faszinierend, welches Bild jetzt vom Wrangelkiez gezeichnet wird. In der taz zum Beispiel wird einer zitiert mit: "Ich habe schon in vielen Ecken in Berlin gewohnt, aber das hier ist keine normale Gegend." Ein ganz böses Pflaster also. Rechtsfreier Raum. Gefährlich.
Ich wohne seit drei Jahren (wenn ich nicht gerade in Australien bin) direkt an der Grenze zum Wrangelkiez. Im Dunkeln (und auch im Hellen) gehe ich viel lieber durch den Wrangelkiez als durch Treptow. In Treptow haben mir viele viel zu kurze Haare. Als 'Ausländerin' und Lesbe fühle ich mich da nicht sehr sicher. Im Wrangelkiez hingegen habe ich mich immer sicher gefühlt. Ich gehe dort auch sehr gerne einkaufen und aus. Freundinnen von mir wohnen in dem Kiez, schon lange und sehr gerne. Ich mag den Wrangelkiez.
Mir ist klar, dass es im Wrangelkiez viele soziale Probleme gibt. Sicher gibt es auch Kriminalität, von der ich nichts mitbekomme (von den Wohnungseinbrüchen in Treptow bekomme ich sehr viel mehr mit). Aber diese Stilisierung als rechtsfreier Raum, in dem 'Clanstrukturen' herrschen und sich eigentlich kein 'guter' Bürger hintrauen kann, finde ich abscheulich.
Der Augenmerk sollte viel mehr auf die rassistischen Polizeipraktiken gelegt werden!
Nachtrag 26.11.06: Mehr in Mail aus Kreuzberg.
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Wir sprachen dann weiter über dieses und jenes, und landeten bei der Queen. Woraufhin der freundliche Vermieter meinte, davon gebe es genug in Australien. Insbesondere zu Mardi Gras. Sein Sohn fände das ja schlimm. Aber er denke, soll doch jeder zu hause machen, was er will.
Ein freundlicher Mann, vollkommen liberal, lässt jeden leben, wie er will.
Nachtrag 18.11.05: Mir wurde jetzt auch erklärt, warum mein Vermieter so reagierte. War gar nicht so abwegig wie ich dachte: In Australien wird von Rassismus gegen 'Weiße' gesprochen. Und das insbesondere im Bezug auf die 'Libanesen'. Da muss ich wohl in Zukunft besser klar machen, worüber ich arbeite.
Gestern beim 'Chinesen' wurde ich mit einem netten jungen Mann im Anzug an einen Tisch gesetzt. Er höflicher Banker mit Anthropologiestudium fing ein Gespräch an. Ich sprach über 'Weißsein' und wie das 'weiße' Australien mich irritiert. Da ging er nahtlos über dazu, dass mich 'Aborigine'-Gegenden noch mehr irritieren würden. Da laufen die Kinder mit Petroleumkanistern um den Hals rum zum Schnüffeln. Und die 'Aborigines' bekommen brandneue Toyotas, fahren damit an den Strand zum Fischen, dann werden die Wagen nass und funktionieren nicht mehr. Die 'Aborigines' lassen sie stehen, weil sie wissen, sie kriegen einen neuen.
Irgendwas mach ich in meiner Gesprächsführung falsch.
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Flughafen Armidale: Keine Sicherheitskontrolle, nichts. Nur Schilder an der Wand, dass frau keine gefährlichen Gegenstände mit an Bord nehmen darf. Und das zu einer Zeit, wo die ganze Welt aus Angst vor möglichem Terror durchdreht. Ist hier die Welt noch in Ordnung? Oder sind kleine Propellermaschinen nicht terrorgefährdet?
Nachtrag 21.11.06: An den Propellermaschinen kann es nicht liegen. Denn vor dem Flug von Sydney nach Armidale wurde ich wie üblich durchleuchtet, musste zwar meine Schuhe nicht ausziehen, aber das Notebook auspacken.
Ist Armidale einfach ein Paradies, in dem es keine TerroristInnen gibt?
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Der Rest des Artikels ist nicht wirklich besser:
"Es ist allerdings nicht so, dass derjenige, der antisemitische Stereotype verwendet, auch zwangsläufig Antisemit sein muss. ...
Ein Paradebeispiel dieser Art findet sich bereits im historischen "Berliner Antisemitismusstreit" von 1879: Damals veröffentlichte der liberale Geschichtsprofessor Heinrich von Treitschke einen Artikel, der die Juden angriff und ihnen vorwarf, ihr Verhalten provoziere den Ausruf "die Juden sind unser Unglück"."
Was bitte daran ist nicht antisemitisch?
"Obwohl Treitschke ganz sicher kein gewalttätiger Antisemit war, machten die Nazis seinen Spruch 50 Jahre später zum Motto ihres Hetzblattes "Der Stürmer"."
Soll das heißen, dass antisemitische Einstellungen erst dann antisemitisch werden, wenn sie von Gewalt begleitet werden? Meistens sind die Vordenker von gewalttätigen Ideologien nicht selber gewalttätig. Sie legitimieren durch ihre Schriften aber Gewalt.
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Ist das nun eine australische Eigenart der englischen Sprache? Oder gibt es das auch woanders?
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Daher ist es auch nur konsequent, dass sie in den ersten drei Jahren kein Elterngeld bekommen sollen wie der Newsletter Migration und Bevölkerung berichtet:
"Auf Betreiben der Unions-Innenminister der Länder hat das Bundeskabinett Anfang Oktober beschlossen, dass Flüchtlinge mit humanitärem Bleiberecht erst dann Anspruch auf das Mindestelterngeld haben, wenn sie bereits 3 Jahre in Deutschland leben. Zuvor hatte es diese 3-Jahres-Frist nicht gegeben. Der Berliner Flüchtlingsrat hält die Regelung für verfassungswidrig, da das Bundesverfassungsgericht 2004 festgelegt hat, dass Ausländer mit humanitärem Bleiberecht, wie etwa Kriegsflüchtlinge, nicht anders behandelt werden dürfen als andere Ausländer mit befristetem Aufenthalt (Az.: 1 BvL 4/97 und 1 BvR 2515/95)."
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"Das Bundesinnenministerium will die anstehende Umsetzung von EU-Richtlinien dazu nutzen, das Ausländerrecht zu verschärfen. Eine Arbeitsgruppe von Union und SPD erarbeitet derzeit einen Gesetzentwurf, der noch dieses Jahr vorgelegt werden soll. Auf die ursprünglich vorgesehene Erleichterung der Einwanderung Hochqualifizierter will die Bundesregierung offenbar doch verzichten.
Ausländische Studierende sollen bei ihrer Einreise zunächst nur noch eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr und nicht mehr wie bisher für zwei Jahre erhalten. Damit müssten sie sich häufiger bei den Behörden melden. Außerdem sollen künftig auch Personen sicherheitsüberprüft werden, die für ausländische Studierende bürgen. ....
Uneinigkeit zwischen SPD und Union herrscht bei der Altersgrenze für den Nachzug von Ehepartnern. Während die Union dafür plädiert, den Nachzug nur dann zu erlauben, wenn der Ehepartner mindestens 21 Jahre alt ist, hält der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Dieter Wiefelspütz dies für verfassungswidrig. ....
Weiterhin unklar ist, wer von den rund 200.000 geduldeten Ausländern von einer Bleiberechtsregelung profitieren wird ..."
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"Brähler und sein Kollege Oliver Decker bestätigten andere Studien, nach denen Rechtsextremismus keine gesellschaftliche Randerscheinung ist. Knapp 60 Prozent der Deutschen mit gefestigtem rechtsextremem Weltbild wählen Union, SPD oder Grüne. "Rechtsextremismus ist eigentlich der falsche Begriff", sagt Brähler, "er verschleiert, dass derartige Einstellungen längst in unserer Mitte zu Hause sind.""
Es geht nicht um den Rechtsextremismus von ein paar verwirrten Köpfen, es geht um die rassistische Strukturierung der Gesellschaft, die sich in den Institutionen und den Einstellungen reflektiert. Studien zu Rechtsextremismus (auch die zitierte) berücksichtigen dabei immer nur die Extreme. Rassismus ist noch viel mehr in der Mitte der Gesellschaft verankert.
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Melbourne Cup: The race that stops the nation und auch der Englischkurs ist im vollen Wettfieber dabei. Das ist australische Kultur! (wurde mir zumindest gesagt)
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"In der Einleitung äußert sich der Ökonom und Generalleutnant a. D. Schnell allgemeiner zum Wesen des Krieges. Er stellt Thesen auf, These eins: Krieg hat Zukunft. "Wenn der Krieg von Anfang an zur Geschichte der Menschheit gehört, dann ist anzunehmen, dass der Krieg überwiegend positive Funktionen erfüllt. Wäre es nicht so, dann hätte die Evolution sicherlich längst dafür gesorgt, dass der Krieg als Phänomen verschwunden wäre." Weiter hinten heißt es: "Die Natur ist offensichtlich von A bis Z auf Wettbewerb angelegt, und Kriege sind ihrem Wesen nach spezifische gewaltsam ausgetragene Formen des Wettbewerbs zwischen sozialen Großgruppen. Worum wird konkurriert? Im Wesentlichen um Macht, Ressourcen und die Vorherrschaft der eigenen kulturellen Identität." Noch weiter hinten: "Der Krieg hat seinen Ursprung jedoch nicht nur in den Kosten-Nutzen-Kalkülen der Kontrahenten. Die eigentlichen treibenden Kräfte liegen tiefer. Es ist die Lust an der Macht und an der erfolgreichen Aggression.""
Der Vortrag wird nun - wie ich finde sehr zu recht - angegriffen, aber es gibt auch Leute, die den Aufruhr nicht verstehen:
"Der Historiker Jörg Calließ dagegen warnt vor vorschnellen Urteilen: Schnells Argumente seien durchweg nicht falsch, nur extrem einseitig dargestellt."
Was soll denn das heißen, nicht falsch? Falsch und richtig gibt es in der Wissenschaft sowieso nicht. Aber es gibt Paradigmen, die einfach menschenverachtend und machtstützend sind. Diese Argumentationen scheinen aus einem solchen zu kommen.
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Foto: © Anke Illing

