"Und daraufhin wurde der Mord begangen?
Ich glaube, dass das von der Familie entschieden wurde. Es gibt ein Familiengericht und da wurde beschlossen, dass einer der Brüder, in diesem Falle der jüngste, die Ehre der Familie retten muss."
Woher weiss sie das? War sie dabei?
Warum gilt bei muslimischen Tatverdächtigen eigentlich nicht der Grundsatz 'im Zweifel für den Angeklagten'?
Nachtrag 15.04.06: Ich scheine mal wieder nicht richtig zu verstehen. Es haben sich noch diverse andere so geäußert. Sie alle wissen, dass es keine Einzeltat war, dass es ein 'Ehrenmord' war. Woher wissen die das nur alle?
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"Die Traumatisierung war vorab von einem von der Ausländerbehörde anerkannten Gutachter bestätigt worden. Die Berliner Behörden hatten sie der UN-Verwaltung des Kosovo jedoch nicht mitgeteilt. Erst über Dritte erfuhr die Unmik davon - und schickte die Familie daraufhin wieder nach Berlin.
Nun reagiert der Innensenator erbost. Er wirft der Unmik vor, sich mit der Ablehnung der Flüchtlinge über Entscheidungen deutscher Gerichte hinwegzusetzen. Die UN-Behörde dürfe keine "Oberinstanz für deutsche Gerichte" sein."
Das geht auch tatsächlich nicht an. Wenn 'wir' die Würde des Menschen antasten wollen, dann darf uns doch die UN nicht dazwischenfahren.
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Später nach der Diskussion bei den Getränken die Erklärung: Die Produzentinnen hatten den Text noch 'etwas' überarbeitet, ihn flüssiger gemacht, besser für das Publikum verständlich. Die Filmemacherinnen hatten absichtlich nicht von Kasten gesprochen etc. Sie konnten sich aber gegen die Überarbeitung nicht wehren.
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"Brandenburger Projekten gegen Rechtsextremismus drohen einschneidende Mittelkürzungen. Hintergrund sind Ankündigungen des Bundesministeriums für Jugend und Familie, aktuelle Förderprogramme ab dem kommendem Jahr auch auf Islamismus und Linksextremismus auszudehnen - ohne die Gelder aufzustocken."
"Für Bernd Mones, den Geschäftsführer des Landesjugendrings, in dem 32 Jugendverbände organisiert sind, ist die Neuausrichtung ebenfalls unverständlich. "Es gibt in Brandenburg keinerlei Anzeichen für eine Problemlage Islamismus oder Linksextremismus. Dagegen ist der Rechtsextremismus in Ostdeutschland ein flächendeckendes Problem.""
Nachtrag 28.04.06: Mehr zur geplanten Mittelkürzung bei der taz.
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"So stellte die SPD bereits in Frage, ob die CSU selbst die Prinzipien der Verfassung kenne."
Das ist wirklich die Frage. Es sei nur an Stoibers Aschermittwochs Rede erinnert. Den Rechtsstaat würde die CSU wohl am liebsten sofort abschaffen.
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Nachtrag 10.04.06: Es ist ja nicht so, dass die Bild es nicht besser wissen könnte. Ein Freund von mir, seines Zeichens Volkswirt, wurde die Tage von einem ihrer Reporter interviewt. Eine Stunde lang. Immer wieder hat der nachgehakt. Aber er bekam wohl nicht die richtigen Antworten: die Studien des Volkswirts belegen, dass ZuwanderInnen gut für die 'deutsche' Wirtschaft sind. Da kann kein Bild-Artikel draus werden.
Nachtrag 28.04.06: Diese Rechenschwäche ist bestimmt ganz unschuldig.
Nachtrag 31.05.06: Die Bild bildet nun auch die Vielfalt der 'Deutschen' in der Wahl der Pseudonyme ab. Das dabei muslimische Namen für Mörder gewählt wurden, ist sicher nur ein Zufall.
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beschreibt Mariella Checa im taz mag eine ihrer vielen Erfahrungen von Othering in Deutschland. Und schliesst den Artikel mit:
"Denn man braucht nicht unbedingt mit Fremdenfeindlichkeit konfrontiert zu werden, um sich "außerhalb" zu fühlen. Es reichen die täglichen Kleinigkeiten: nicht angesprochen, angeschaut oder begrüßt zu werden. Nicht ernst genommen zu werden."
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"Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Schäuble, wer dauerhaft in Deutschland bleiben wolle, müsse auch wollen, dass seine Kinder oder Enkelkinder Deutsche seien."
Schäuble hat schon Recht. Es gibt einige MigrantInnen, die sich nicht vorstellen können, dass ihre Kinder und Enkel 'Deutsche' werden. Das beobachte ich unter den 'indischen' MigrantInnen ab und zu. Und das ist eine Belastung für die 'Anderen Deutschen'.
Das viel größere Problem aber ist, dass 'Andere Deutsche' von der Mehrheitsgesellschaft kaum als 'Deutsche' anerkannt werden. Zumindest nicht so lange wie sie vom Bild der 'Standard-Deutschen' signifikant abweichen. Zum Beispiel durch 'Hautfarbe'. Oder durch den Namen. Oder schlicht zu verwandtschaftlichen Beziehungen ins Ausland.
Es ist eine Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass dieses Othering bekämpft wird. Und nicht es auch noch zu fördern.
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Im ersten Teil: "Glauben Sie nicht, dass es rechtes Gedankengut immer gibt?" stimme ich ihm weitgehend zu. Ich würde allerdings eher 'überall' als 'immer' sagen, denn genau das ist das Problem in unserer (und vielen anderen) Gesellschaft, 'rechtes Gedankengut' ist weit verbreitet. Damit meine ich rassisistische Denkstrukturen, die historisch gewachsen und institutionell verankert sind. Sie beeinflussen, wie die Mehrheit der 'Weißen' denken und handeln. Sie werden solange sie nicht reflektiert werden, permanent reproduziert.
Wer den Erfolg der 'Neonazis' verhindern will, muss daher die Mitte der Gesellschaft zur Refektion über diese rassistischen Strukturen bringen. Denn aus der Mitte kommt die Unterstützung für die ExtremistInnen. Und aus der Mitte kommen ganz viele alltäglichen, selbstverständlichen Rassismen.
So hat es der Bürgermeister aber vermutlich nicht gemeint. Er differenziert zwischen den 'Rechten' und sich selber. Und die ersten sind seiner Meinung nach auch nicht gefährlich. Da unterscheiden wir uns in der Einschätzung doch fundamental.
Die 'Rechten' sind nicht nur eine Strömung. Sie sind die Spitze des Eisbergs.
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Die NPD schreibt auf ihrem WM-Planer laut taz:
Im Text der NPD heißt es: "Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!"
und spielt damit auf den 'deutschen' Nationalspieler Patrick Owomoyela an, der ihnen nicht 'Weiß' genug ist. Das ist bestimmt keine Reaktion auf Critical Whiteness Studies. Und es ist bestimmt auch nicht nur die Meinung von wenigen Verblendeten. Die NPD will damit Werbung machen und geht davon aus, dass der Spruch ankommt.
Nachtrag 19.05.06: Die NPD hat laut taz vor Gericht verloren:
"Der Vorsitzende Richter schloss sich Owomoyelas Auffassung und der des DFB an. "Der unbefangene Leser kann nur denken, dass Sie meinen, dass nur weiße Spieler zur WM antreten sollen", erklärte er der NPD-Seite."
Nachtrag 25.03.08: Laut tageschau.de wird nun NPD-Chef Voigt wegen Volksverhetzung angeklagt.
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"In Neukölln, Oma. Ich wohne in Berlin-Neukölln. Nur was in Neukölln passiert, ist in unserer Nähe."
Das war ein Fehler.
Denn seit zehn Tagen wird meiner Oma vom Videotext (und allen anderen Medien) erklärt, wo ihr Enkelsohn, seine Freundin und ihr Urenkel leben.
Im Slum.
Im Ghetto.
Dort, wo die Gewalt regiert.
Meine Oma ruft immer noch an, aber ich muss sie nicht mehr beruhigen. Es reicht ihr, wenn sie meine Stimme hört.
Ich möchte meine Oma hier nicht vorführen. Sie ist 88 Jahre alt und ihre Nerven haben sich von der Luftschlacht ums Ruhrgebiet nie erholt. Damit ist sie in etwa so cool wie die Reporter und Redakteure unserer Zeitungen, Magazine, Sender und Nachrichtenagenturen.
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"Aber ich bin dagegen, diese Schüler ständig als defizitär hinzustellen. Das sind Kinder, die etwas ganz Großartiges leisten, indem sie schon vor der Schule eine zweite Sprache lernen. Warum sollen diese Kinder dafür bestraft werden, indem wir sie aussondern? Wir bereiten ihnen damit schon am Beginn ihres Bildungswegs die erste Demütigung. Das ist pädagogisch falsch und fatal für das Selbstbewusstsein. Sechsjährige merken genau, wie man über sie spricht und mit ihnen umgeht."
Hier beschreibt sie sehr genau die strukturellen Prozesse des Otherings an deutschen Schulen, die schon früh dafür sorgen, dass 'Andere Deutsche' nicht die gleichen Startchancen haben wie 'Weiße Deutsche'. Das Nicht-Anerkennen von Mehrsprachigkeit ist eine Form des Otherings. Die wiederholte Erfahrung als defizitär angesehen zu werden, macht die Sozialisation aus. Wenn dieser strukturelle Rassismus angegangen wird, dann lassen sich viele Probleme verhindern.
Leider verharrt aber auch Ute Erdsiek-Rave in einem kulturalistischen Bild von den 'Migrantenkindern':
"Vor allem viele pubertierenden Jungen mit Migrationshintergrund, die ein archaisches Wertesystem in ihren Familien erleben."
Hier spielt wieder das Bild der rückständigen 'muslimischen' Familie mit rein. Schade.
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"Nun quillt ihr E-Mail-Briefkasten von vorwiegend positiven Kommentaren - "vor allem von ethnischen Dänen", wie sie betont - für ihre Fernsehauftritte über."
Aber nicht alle sind begeistert:
"Derweil sammeln Frauenorganisationen Unterschriften für die Absetzung der Sendung, da Asmaas Kopftuch für Frauenunterdrückung werbe."
So wie Asmaa Abdol-Hamid in der taz aber porträtiert wird, habe ich nicht das Gefühl, dass sie eine 'unterdrückte' Frau ist. Ja, sie hängt einigen 'muslimischen' Regeln an, denen ich nicht folgen möchte. Aber sie scheint selbstbewusst, tritt für ihre Rechte ein, tritt in die Öffentlichkeit, etc.
Ich verstehe nicht, warum sich viele 'FeministInnen' so vehement gegen das Kopftuch aussprechen. Selbst wenn frau akzeptiert, dass das Kopftuch aus einer patriarchalischen Struktur stammt, hilft es doch keiner Muslima, wenn kopftuchtragende Frauen aus der Öffentlichkeit verbannt werden, wenn sie keine öffentlichkeitswirksamen Auftritte haben können, wenn sie ihre Stimme nicht hören lassen können.
Ich verstehe sehr wohl, warum 'Schwarze' Frauen sich durch den 'Weißen' Feminismus nur zum Teil vertreten fühlen. Sie erfahren eine doppelte Marginalisierung.
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Foto: © Anke Illing

