Mittwoch, 11. April 2018
Berlinale: Social Media
Der Spielfilm Profile spielt komplett auf dem Computerbildschirm. Eine Journalistin recherchiert zu IS-Anwerbern, nutzt dazu Social Media und kommt so in den Kontakt mit einem, kommuniziert gleichzeitig mit ihren Auftraggebern und Freund_innen. Alles passiert auf dem Bildschirm. Spannend gemacht. Die Geschichte ist auch okay.

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Mittwoch, 26. August 2015
Nachrichten
Kolonialbau in den englischen Cotswolds


Gut zwei Wochen BBC One-Nachrichten bedeutet, weitgehend abgeschottet von (welt)politischen Ereignissen zu sein. Viel Informationen zu A-Level und GCSE-Examen. Viel zum Absturz bei einer Flugshow und etwas über den britischen Helden im Thalys. Etwas auch über die Abschottungspolitik Großbritanniens. Und dann letztes Wochenende kurz Bilder aus Deutschland. Ausschreitungen vor einem Real. Mehr nicht.

Zurück in Deutschland, dann der Wunsch ganz schnell wieder von Nachrichten abgeschnitten zu sein. Nichts mitzubekommen vom staatlichen Versagen, von rassistischen Ausschreitungen und deutscher Abschottungspolitik.

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Sonntag, 12. Juli 2015
Krawall produzieren
Die taz berlin hat den Pressesprecher der Berliner Bäderbetriebe Matthias Oloew zu den Berichten über Krawalle im Columbiabad interviewt. Oloew setzt die (RBB-)Berichterstattung in Bezug zu dem Geschehen aus der Perspektive der Bäderbetriebe und kommt zu dem Schluß:

Erstens, die Berichterstattung bauscht Vorkomnisse auf und lässt sie problematischer erscheinen als sie waren. Zweitens, Medien produzieren Probleme. Im konkreten Fall ist der RBB ohne Absprache im Columbiabad erschienen, hat durch seine Präsenz Aufregung produziert und dann auch noch selbst die Polizei gerufen. Drittens, nutzen sie für die Berichterstattung altes Bildmaterial, um zu skandalisieren.

So sind die Medien aktiv daran beteiligt, Probleme zu produzieren, produzieren damit auch rassistische Hetze und sorgen durch ihre "kriminalisierende Berichterstattung" (O-Ton Oloew) weitere Ausgrenzung von bereits ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen.

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Sonntag, 3. Mai 2015
Kritisches Weißsein im Deutschlandfunk
Es bewegt sich was in der öffentlichen Debatte in Deutschland. Mein Radiowecker hat mich heute mit einem Beitrag Critical Whiteness - Weißsein als Privileg geweckt. Eine Einführung in die Analyse der privilegierten Position im Rassismusdiskurs in Deutschland. Mit Hinweisen auf Debatten und Kritik, ohne aber von der Einführung zu sehr abzulenken. Spannend.

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Dienstag, 24. Juni 2014
Kriminalität und Angabe des Migrationshintergrunds
Ich bin keine Journalistin und kenne mich mit Regelungen im Journalismus nicht wirklich aus. Mein Eindruck aber war, dass es einen Konsens (in dem was mensch so seriöse Medien nennt) gibt, dass die natio-ethno-kulturelle Zuschreibung von Täter_innen und Opfern eines kriminellen Akts nur dann genannt werden, wenn diese auch für die Tat relevant sind. In der taz sind mir heute zwei unterschiedliche Umgangsweisen aufgefallen.

In einem Artikel über Selbstjustiz wird zwar eine natio-ethno-kulturelle Zuschreibung für die vermutlichen Täter vorgenommen, allerdings erst relativ weit hinten im Artikel, nicht besonders prominent und durchaus differenziert. Zudem wird thematisiert wie der 'Migrationshintergrund' in der Öffentlichkeit als relevant für die Tat angesehen wird und dem widersprochen. Das hätte sicher auch anders gemacht werden können, aber grundsätzlich kann ich eine Relevanz für den Fall erkennen.

Ein anderer Artikel über eine Schlägerei ist allerdings schon betitelt mit Syrer gehen auf Iraker los. Das liess mich erwarten, dass diese Zuordnungen relevant sind - das Konflikte um ISIS oder so zu der Schlägerei geführt haben. Aber obwohl es in dem Artikel von Syrer_innen und Iraker_innen nur so wimmelt und auch Ausländer mal vorkommen, wird an keiner Stelle deutlich, warum diese natio-ethno-kulturellen Zuschreibungen für den Fall relevant sind. Das bleibt im Assoziativen und bietet damit einen guten Nährboden für rassistische Bilder. Es wird auch nicht klar, warum der Fall überhaupt so einen langen Artikel in einer überregionalen Zeitung bekommt. Mehr Analyse und Einbettung hätten dem Artikel sicher gut getan. Sehr ärgerlich.

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Montag, 1. August 2011
Selbstzensur oder Themenwahl
Die taz berichtet, dass der RBB einen Beitrag von Güner Balci über Sarrazin abgesagt hat mit der Begründung, sie hätte die Idee des Sarrazin-Spaziergangs durch Kreuzberg schon für die Sendung Aspekte genutzt (siehe hier). Das führt laut taz jetzt zur Anklage, dass sich der RBB vor dem Thema drücken will und Balci demontiert:

"Tags zuvor hatte sich Frank Schirrmacher persönlich in der FAZ des Themas angenommen und kam zu dem Schluss, "dass die Autorin Balci demontiert und isoliert wird".

Der Grund dafür sei, dass es die Öffentlichkeit und mithin der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht schaffe, sich mit dem Buch von Thilo Sarrazin auseinanderzusetzen. Die Sarrazin-freundliche Autorin Balci sei bei einer hektischen Ausweichbewegung des RBB, so lässt sich Schirrmacher wohl verstehen, mit unter die Räder geraten. Damit war aus einem normalen Filmauftrag eine Diskussion darüber geworden, ob sich ein öffentlich-rechtlicher Sender des journalistischen Drückebergertums schuldig machte."


Ich hingegen frage mich, warum überhaupt ein Beitrag zum einjährigen Erscheinen des Buches geplant war. Die Medien haben das Buch und Sarrazin mit seinen ganzen rassistischen Aussagen schon vor einem Jahr unheimlich viel Öffentlichkeit gegeben. Schon da habe ich mich gefragt, wie das berechtigt ist. Es muss ja nicht jeder rassistische Unsinn verbreitet werden (und die meisten Buchveröffentlichungen werden nicht medial unterstützt). Manche Dinge sind eigentlich keine Nachricht wert. Sarrazin und sein Buch wurden erst durch die Medienunterstützung zu einer Nachricht. Welchen Grund gibt es, ein Jahr später wieder eine mediale Öffentlichkeit herzustellen.

Die Absetzung des Beitrags könnte eine sinnvolle journalistische Entscheidung sein, um den Sendeplatz für relevantere Themen zu nutzen. Und sich nicht weiter an rassistischer Hetze zu beteiligen.

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Samstag, 11. Juni 2011
Diskussion zu Post-Privacy
Der Freitag diskutiert mit Kübra Gümüsay und Christian Heller über Post-Privacy. Für mich der erste Text, den ich dazu gelesen habe (auch wenn mir bewusst ist, dass es da schon einiges an Diskussionen gibt - mein Beitrag hier mag aufgrund meiner Ignoranz der Debatten naiv sein).

Ich stimme mit Heller vollkommen darüber ein, dass wir unsere Daten nicht (vollständig) kontrollieren können. Dinge, die in die Welt gesetzt wurden, entwickeln ihr Eigenleben, das nicht mehr völlig kontrolliert werden kann (das hat schon Dürrenmatt in Die Physiker beschrieben). Mit dieser Unmöglichkeit der Kontrolle müssen wir uns auseinandersetzen und nicht verzweifelt versuchen, die Kontrolle wieder völlig herzustellen. So weit kann ich folgen.

Aber die Beiträge Hellers in der Freitags-Diskussion wirken auf mich dann doch zu platt. Ich bekomme den Eindruck, dass es nur völlige Kontrolle oder gar keine Kontrolle geben kann (und letzteres die 'Wahrheit' ist). Das ist mir zu dichotom. Ja, ich kann nicht alles kontrollieren, aber ich finde schon, dass ich verantwortlich mit Daten umgehen sollte (siehe auch mein Beitrag zu Sozialen Medien und Berichterstattung) - was auch Heller macht, wenn er die Treffen mit Leuten nicht ohne deren Einwilligung veröffentlicht. Ich kann nicht verhindern, dass Daten/Informationen aus meiner Kontrolle geraten, aber ich kann die Wahrscheinlichkeit beeinflussen mit der dies geschieht. Auch mit einer geringen Wahrscheinlichkeit kann das Ereignis eintreten und das muss ich wissen, aber trotzdem kann das absichtsvolle Herbeiführen einer geringen Wahrscheinlichkeit des 'Kontrollverlusts' einen (unsicheren aber wahrscheinlichen) Schutz bieten. Und das ist wichtig, wenn mir oder anderen durch die Daten/Informationen Verletzungen drohen.

Zu argumentieren (und so verstehe ich Heller in der Freitags-Diskussion), dass sowieso alles herauskommt und die Offenheit auch die beste Grundlage für eine Gesellschaft ist, ignoriert für mich die real existierenden Machtverhältnisse in der Gesellschaft. Für manche ist es gefährlicher als für andere, wenn Privates öffentlicht wird (das hängt von verschiedensten Faktoren ab). Ich glaube auch nicht, dass Outings von 'Homosexuellen' die Toleranz gegenüber 'ihnen' vergrößert haben. Mehr geselleschaftliche Anerkennung ist über Kämpfe um Anerkennung gekommen und nicht einfach durch Outings. Outings können für Einzelne nach wie vor auch gefährlich werden. Ausserdem ist es Menschen unterschiedlich möglich, Informationen über sich selbst zu schützen (je reicher und mächtiger, um so besser lassen sich Daten schützen). Ich glaube daher nicht dran, dass durch Offenheit im Netz eine egalitäre Welt geschaffen werden kann.

In Hellers Aussagen hat mir eine Reflexion dieser Machtverhältnisse und der Konsequenzen für die Post-Privacy-Debatte gefehlt und deshalb stimme ich Gümüsay auch völlig zu, wenn sie sagt:

"Herr Heller, ich finde, dass Ihre Perspektive die eines Menschen ist, der vielen Normen entspricht. Aus der Position von jemandem, der eine Minderheitenrolle einnimmt, sehe ich viele Gefahren in Ihrer Idee der „Post-Privacy“. Ich fürchte, dass die Ausgegrenzten noch stärker ausgegrenzt werden. Die ganze Post- Privacy-Debatte ist sehr weiß, männlich und akademisch."

Und an den Freitag muss die Frage gestellt werden, warum werden ein Vertreter von Post-Privacy und eine 'Kopftuchträgerin' für diese Diskussion zusammen gebracht? Welche Annahmen stecken hinter dieser Zusammenstellung von Diskutant_innen?

Dank an katunia für die Diskussion zum Artikel.

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Samstag, 16. April 2011
Bebilderung re:publica
Ein taz-Artikel zur re:publica ist heute in der Printtaz mit einem der Fotos bebildert, über die sich Kübra Gümüsay geärgert hat:

"Blitz! Es blitzt hier ständig. Sieht für einen Fotografen natürlich toll aus, wenn eine Kopftuchtragende (!) Frau (!) neben dem eben genannten Kopftuchtragenden Mann und dem anderen mit der Halbglatze/langen Haaren sitzt. Alle konzentriert am Laptop. Wie cool. Ich komme mir ganz schön blöd vor als Quotentürkin/muslimin/frau/kopftuchträgerin/... . Ein realistischeres Re:Publica-Bild wäre ein Haufen "weiß" mit komischen Frisuren. Und einigen geschniegelten Yuppies dazwischen."

Die Autorin des taz-Artikels war glaube ich bei unserem Panel als Zuhörerin dabei als Kübra von dem Fotografieren erzählt hat.

Nachtrag: Kübra hat einen Scan des Bildes gepostet.

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Donnerstag, 14. April 2011
re:publica: Guck, mal wer da spricht
Gestern war ich auf dem Panel Wieviel Pluralismus kann die deutsche Blogosphäre mit Kübra Gümüsay und Sebastian Mraczny organisiert von der mädchenmannschaft bei der re:publica und hatte schon geschrieben, dass ich nicht so ganz zufrieden war. Aus dem Thema hätte mehr gemacht werden können. Daher jetzt hier ein paar Überlegungen zu dem Panelthema und der Frage:

Wie offen ist die deutsche Blogosphäre?

Deutsche Blogsphäre - das sagt mir nichts. Ich blogge, aber bin wenig auf anderen Blogs unterwegs, fühle mich nicht als Teil einer Gemeinschaft, der Blogosphäre. Daher gingen auch viele der Fragen an mir vorbei. Ich konnte mit ihnen nichts anfangen. Mein Blog ist ein Medium für meine rassismus- und heteronormativitätskritische Arbeit, aber nicht ein Zweck an sich. Ich freue mich, wenn er gelesen wird und wenn Kontakte darüber entstehen. Aber darüber freue ich mich auch bei anderen Publikationsformen, in der Lehre, bei Vorträgen, in Trainings, etc. Insofern ist es naheliegend, dass mich das Treffen der deutschen Blogosphäre, die re:publica nicht sonderlich interessiert.

Nichtsdestotrotz: zu der Frage will ich trotzdem etwas beitragen.

Zuerst stellt sich mir die Frage, wer will aus welchen Gründen, dass die deutsche Blogosphäre offen ist? Und zweitens, für wenn soll sie offen sein? Für Menschen mit Marginalisierungserfahrung durch Rassismus, Klassismus, Ableism, Heteronormativität, etc.? Oder einfach für alle? Auch für Nazis? Was ist das Ziel der Offenheit?

Ich nehme mal an, es geht um den Zugang der Marginalisierten. Und schreibe dazu mehr.

Hier stellt sich dann erstmal die Frage des Zugangs, was unter digital divide besprochen wird. Ich vermute, dass die meisten Menschen in Deutschland, einen Internetzugang nutzen könnten, wenn nicht zu hause, dann in Internetcafes oder öffentlichen Einrichtungen. Der rein technische Zugang ist vermutlich weniger das Problem. Wohl aber andere Ressourcen: habe ich genug Zeit dafür, verfüge ich über ausreichendes Wissen und die notwendigen Medien- und Sprachkompetenzen, gibt es Angebote, die mich ansprechen. Hier spielt auch (fehlende) Barrierefreiheit in verschiedensten Formen eine Rolle.

Die Stimme erheben können in der Blogosphäre viele, die Frage aber ist, wer wird wahrgenommen. Das hängt davon ab, in welchen Netzwerken mensch ist, über welches soziale Kapital mensch verfügt und wie anschlussfähig die eigenen Themen für andere sind. Hier verfügen Marginalisierte in der Regel über weniger Ressourcen als andere und werden schon aus diesen Gründen weniger wahrgenommen.

Zudem ist die deutsche Blogsphäre Teil der deutschen Gesellschaft und mit den gleichen Machtverhältnissen durchzogen. Wenngleich auch die Bloger_innen sicher etwas junger, technikaffiner, etc. sind als die Gesamtgesellschaft. Aber auch sie sind durch die heteronormativen, rassistischen, klassistischen, ableistischen, etc. Strukturen unserer Gesellschaft gepräggt und (re)produzieren diese auch (zumeist ungewollt) online. Diese Machtverhältnisse bestimmen, welche Themen angesagt sind, wem welche Kompetenz zugesprochen wird und was als Nischenthema, etc. wahrgenommen wird. Die Offenheit der Blogosphäre ist also durch die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft begrenzt.

Und trotzdem bleibt die Möglichkeit, die Stimme zu erheben, sich eine eigene Öffentlichkeit herzustellen, die offline häufig schwerer herzustellen ist, und sich mit anderen Marginalisierten zu vernetzen, was offline auch häufig schwieriger ist. Das Internet und die Blogosphäre hat damit erhelbliches Potential für marginalisierte Stimmen und für neue Bündnisse.

Öffentlichkeit ist aber auch mit Gefahren verbunden. Wer aus marginalisierter Position die Stimme erhebt und die Verhältnisse anprangert, öffnet sich auch für Gegenangriffe, für rassistische, heterosexistische, klassistische, ableistische, etc. Angriffe. Sich dem zu stellen, braucht viel Kraft. Denn diese Angriffe müssen ja auch offline ständig ausgehalten werden. Anonymität im Netz bietet hier einen gewissen Schutz (und auch Irritationspotential wie Sebastian angesprochen hat). Anonym lassen sich allerdings die Bilder über Blogger_innen schlechter brechen (wie Kübra betont hat).

Marginalisierten zu sagen, dass es doch ihre eigene Verantwortung sei, dass ihre Stimme wahrgenommen wird, ist eine höchst machtunkritische Perspektive. Selbstverständlich kümmern sich Marginaliierte selbst um ihre Interessen, sie erheben ihre Stimme, aber gegen dominante Machtverhältnisse können sie alleine nur wenig ausrichten. Zudem müssen sie ihre knappen Zeit- und Kraftressourcen auch selbstschützend einsetzen. Solidarität und Unterstützung von Menschen in privilegierteren Positionen sind nötig, damit sich in der Gesellschaft etwas ändert. Und diese Solidarität und Unterstützung erfolgt im Ideal, ohne dass eine Dankeschön erwartet wird. Anderenfalls ist es eine paternalistische Geste, bei der die als hilfsbedürftig Konstruierten ihren Helfer_innen danken müssen.

Ich könnte mich natürlich mehr in die deutsche Blogsphäre einbringen, mich mehr vernetzen. Aber gerade sind meine Prioritäten woanders. Mir geht es darum in Forschung, Lehre, Trainings und beim Bloggen Menschen rassismus- und heteronormativitätskritische Perspektiven näherzubringen. Und dabei entscheide ich selbst, auf welche Themen ich mich einlasse, was ich dabei kostenlos mache und wo meine Grenzen für kostenlose Bildungsarbeit sind.

Danke an Kübra und Sebastian! Aus der Diskussion mit Euch habe ich vieles Mitgenommen.

Wir haben gesprochen. Und verhältnismässig wenige haben zugehört (natürlich nur quantitativ gesprochen). qed

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Freitag, 31. Dezember 2010
Ferien vom Elfenbeinturm
Weihnachten bei meinen Eltern - eine Woche Zeit das Fernsehprogramm teilnehmend zu beobachten. Häufig an der Schmerzgrenze oder auch drüber. Was mich an der taz immer mal wieder stört, ist lächerlich gegenüber dem was mich hier täglich anäzt. Humor scheint am besten zu funktionieren, wenn er gegen Schwächere geht. Heterosexismus ist absolute Normalität. Über Schlaglöcher, die Autofahrten ungemütlicher machen, wird ausführlichst berichtet, dass es auf Fuss- und Radwegen zum Teil gar nicht mehr weiter geht, ist kein Thema (eine Ausnahme in der Berliner Zeitung). Was bin ich froh, wenn ich in meinen Elfenbeiturm zurück kann.

Frohes neues Jahr!

Nachtrag 21.01.11: Beim Fernsehen hatte ich mich vorallem bei Nuhr gegruselt, Mittelschicht in ihrer nicht-widerständigen Haltung bestätigen, Sexismen und Rassismen bestätigend, grauselig. Jetzt widmet die taz ihm ein völlig unkritisches Interview. Ganz offensichtlich hat er kein Problem mit offenem Sexismus, er nennt ihn 'einfachen Humor':

"Ich mag an Mario Barth, dass er 70.000 Leute in einem Stadion zum Lachen bringt. Wenn jemand so etwas schafft, dann sage ich zu allererst: Respekt. Warum man das immer diskreditieren muss, verstehe ich nicht. Natürlich sind das großteils Witze, die eher Menschen ansprechen, die vielleicht einen einfacheren Humor haben. Aber das ist ja nichts Schlimmes."

Ansonsten verschwendet die taz gerade Zeitungsplatz für Kommentare der 'Haremsdamen' zum 'Dschungelcamp'. taz-Leser_innen und -Redakteur_innen sehen offensichtlich auch noch die dümmsten Fernsehsendungen.

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