Mittwoch, 8. März 2017
Frauen*kampftag 2017
Frauen*kampftag 2017


Info: Facebook Veranstaltung

Nachtrag 10.03.17: Die taz berichtet, dass kaum über die Frauen*Demos berichtet wurde. Wir waren wohl 8000 und trotzdem nicht in den Medien.

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Freitag, 23. Dezember 2016
Probleme abschieben
Gerade kocht wieder die Abschiebediskussion hoch. Wie schon nach anderen Verbrechen/ Anschlägen, die von Nicht-Bio-Deutschen begangen wurden.

Aber was soll das helfen? Wären die Täter der Silversternach in Köln abgeschoben worden, würden sie Frauen an anderen Orten sexualisiert angreifen. Wäre der vermutliche Attentäter vom Breidscheidplatz vorher abgeschoben worden, hätte er woanders ein Attentat geplant. Der vermutliche Vergewaltiger und Mörder von Freiburg konnte in Deutschland Verbrechen begehen, weil er nicht in Griechenland festgehalten wurde.

Abschiebung ist kein Mittel gegen Verbrechen und Terror. Sie kann maximal Verbrechen und Terror an andere Orte verschieben. Ist das wirlich, was gefordert wird? Wollen wir wirklich nur, dass das nicht in Deutschland passiert? Ist ein deutsches Menschenleben mehr Wert als andere?

Und vor allem: Abschiebung betrifft vor allem Menschen, die weder Verbrechen begehen noch Terrorist_innen sind. Abschiebungen sind kein adquates politisches Mittel.

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Sonntag, 30. Oktober 2016
Vortrag: Das Indernet
Im Institutskolloquium des Instituts für Europäische Ethnologie an der HU Berlin werde ich am 22. November 2016 von 18.00 bis 20.00 Uhr über meine Forschungsergebnisse zum Indernet vortragen:

Das Indernet wurde im Jahr 2000 als Internetportal von Inder_innen der zweiten Generation für Inder_innen der zweiten Generation gegründet. Im Jahr 2016 existiert es noch als Blog und Facebook-Seite. Im Vortrag wird dieser Raum im Internet aus drei verschiedenen Perspektiven betrachtet: Zuerst wird basierend auf einer rassismustheoretischen Analyse herausgearbeitet, wie das Indernet als Raum der Zugehörigkeit für Inder_innen der zweiten Generation dienen konnte. Dann wird das Portal in seiner Vielfalt betrachtet und als Gemeinschaftszentrum für alle jene, die sich für Indien (in Deutschland) interessierten, dargestellt. Schließlich werden die verschiedenen Entwicklungsstufen von der Gründung im Jahr 2000 über den erfolgreichen Aufbau einer Community- Seite in der Mitte der 2000er über eine Phase der Stagnation zum Neustart in den sozialen Medien nachverfolgt. Diese drei Perspektiven eröffnen jeweils andere Einblicke in diesen Raum im Internet, seine Ein- und Ausschlüsse sowie Dynamiken.

Ort: IfEE, Möhrenstr. 41, Berlin-Mitte, Raum 311.

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Donnerstag, 22. September 2016
About
Diesen Blog benutze ich, um zu Themen, die mich beschäftigen, Gedanken zu formulieren. In der Regel geschieht dies spontan, wie z.B. nach der Wahl letzten Sonntag. Das heißt, die Beiträge sind Versuche. Mit denen kann ich auch mal daneben liegen bzw. ein paar Tage, Wochen, Monate, Jahre später eine andere Meinung haben. Ich verkünde hier keine Wahrheiten, sondern denke öffentlich.

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Montag, 19. September 2016
Seggregierte Stadt/ Gesellschaft
Wenn ich mir die Verteilung der Stimmen in verschiedenen Wahlkreisen in Berlin anschaue, dann merke ich wie seggregiert unsere Stadt ist, wie Menschen in ihren Blasen wohnen. Und es lässt sich wohl auch sehen, wo es den Menschen besser geht und wo die abgehängten der Gesellschaft wohnen. Besonders gut, lässt sich das auf den Wahlkarten des Tagesspiegel sehen. Da gibt es grüne Oasen im Zentrum, derer die ganz zufrieden mit sich sein können, und eher an der Peripherie (aber nicht nur im ehemaligen Ost-Berlin) blaue Flecken, wo die Unzufriedenen wohnen.

Die AfD ist eine rassistische, antifeministische, klassistische, etc. Partei. Da muss mensch konsequent gegen halten und nicht Verständnis zeigen.

Aber Politik muss auch viel mehr soziale Fragen in den Blick bekommen, dafür sorgen, dass nicht so viele Menschen abgehängt werden, dass die Verteilung von Ressourcen gerechter geschieht. Wenn ganze Bevölkerungsgruppen von der Politik vergessen werden, dann ist es kein Wunder, dass sie durch rassistische Angebote angesprochen werden können.

Also: Kein Verständnis für Rassismus etc. Aber viel stärkere Auseinandersetzung mit sozialen Fragen!

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Nichts zu feiern
Nach aktuellem Auszählungsstand haben in Berlin alle Parteien verloren, außer: AfD +13,6%, FDP +4,1% und Linke +3,2%. Das diese drei Parteien feiern kann ich verstehen. Nach aktuellem Stand haben vier AFDler und eine AfDlerin Direktmandate gewonnen (zwei Wahlbezirke sind noch nicht ausgezählt). Die AfD gewinnt mit dumpfen Parolen, die FDP damit, dass sie den Flughafen Tegel offen halten will (mehr Themen hatten sie nicht).

Ich verstehe nicht, wie sich Politiker_innen (die nicht AfD oder FDP sind) hinstellen können und Erfolge feiern. Das war heute kein Erfolg für Berlin, nicht für die Demokratie.

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Sonntag, 18. September 2016
Reproduktive Selbstbestimmung
"Reproduktive Selbstbestimmung ist Menschenrecht" gegen die Fundis


Auch dieses Jahr sind wieder patriarchale Fundamentalisten (Frauen sind selbstverständlich mitgemeint) durch Berlin gezogen und es gab wieder verschiedene Bündnisse, die dagegen demonstriert haben: What the Fuck und das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung. Berlins Mitte war mit Polizeisperren durchzogen. Trotzdem habe es Gegendemonstrant_innen geschafft, die patriarchalen Fundis zu blockieren, so dass diese umkehren mussten.

Und auf einmal standen wir zwei alleine mit dem Plakat "Reproduktive Selbstbestimmung ist Menschenrecht" am Zug der Kreuze. Und haben ganz offensichtlich irritiert. Wenngleich ich bezweifele, dass viele verstanden haben, was reproduktive Selbstbestimmung ist, also das Recht jedes Menschens selbst zu bestimmen, wie si_er sich reproduzieren/fortpflanzen (oder auch nicht) will. Einer rief uns zu, wir sollten froh sein, nicht abgetrieben worden zu sein. Ein anderer wollte mit uns diskutieren. Aber eine Frau mit Rad kam vorbei und wies ihn daraufhin, dass es eine Schweigedemo sei, woraufhin er sofort stoppte und weiter marschierte. Die Frau zwinkerte uns zu. Auch einige der Kontakt-Polizist_innen, die zum Teil in großer Gruppe um uns standen, freuten sich, dass wir demonstrierten, und fragten besorgt, ob sie uns schützen müssten. Die gut gepolsterten Polizisten in Kampfmontur stellten sich hingegen zu zweit vor uns, um die Marschierenden zu schützen.

Später haben wir dann noch verschiedene Tourist_innen über die verschiedenen Demos informiert. Vier Damen aus Kiel liessen sich erklären, was reproduktive Selbstbestimmung heisst, fanden das gut und waren höchst überrascht, dass da Tausende Abtreibungsgegener demonstrierten.

Es lohnt sich also mit Plakat auf die Demo zu gehen. Fachbegriffe können auch ein Einstieg in ein Gespräch sein. Letztes Jahr hat das auch schon geklappt.

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Donnerstag, 15. September 2016
Wo kommt Dein Name her?
In den letzten Monaten habe ich diese Frage ziemlich häufig gehört. Im Sportverein, im Urlaub, von der neuen Nachbarin. Kaum haben Leute mich zum ersten mal getroffen, ist ihnen nichts wichtiger, als zu erfahren, wo mein ungewöhnlicher Name denn herkommt. Ich will ihnen jetzt mal zugutehalten, dass sie sich wirklich für Namen interessieren. Nur ich tue es halt so gar nicht. Ich habe einen Namen, den finde ich auch gut. Aber ich habe so gar keine Ambitionen über Namen zu reden. Generell nicht. Und auch über meinen Namen nicht. Wenn sie sich also tatsächlich für Namen interessieren, dann soll es ok sein, dass das so ziemlich das erste ist, was sie von mir wissen wollen. Aber eine Bitte habe ich da doch: Hört meiner Antwort zu! Wenn ich sage "von meinen Eltern" bedeutet das nicht, dass ich die Frage nicht verstanden habe. Ihr müsst sie dann nicht wiederholen und mir erklären, was ihr eigentlich wissen wollt. Meine Antwort ist ein klares Zeichen dafür, dass die Ausstiegmöglichkeit aus diesem Gespräch gekommen ist, dass wir uns jetzt andere Themen suchen und ohne Konflikt auseinander gehen können. Manchmal klappt das auch und ich bin sehr dankbar dafür. Überraschend häufig wird meine Antwort allerdings nicht verstanden und ich in ein Gespräch über Namen gezwungen. Wir sollten uns genauer zuhören und solche Signale aufmerksamer wahrnehmen.

Eine überraschende Variante habe ich im letzten Urlaub erlebt. Da fragte mich nach ein paar Tagen eine Mitreisende, sie hätte gehört, ich sei eine indische Prinzessin. Was sagt man denn da? Ich habe bezweifelt, dass ich eine Prinzessin bin - und dann war erstmal gut. Ein paar Tage später hat sich herausgestellt, dass wir einen ähnlichen Humor haben und gut ethnisierte Witze machen konnten. Dazu hat es aber ein paar Tage und größeres Vertrauen gebraucht.

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