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Zum Hambacher Fest und der Demokratiebewegung habe ich einiges gelernt. Insbesondere die Vielfältigkeit der Stimmen, wenn diese auch in der Ausstellung nicht wirklich hervorgehoben wurden (sondern eher von der Geschichtslehrerin mit der ich da war). Die Vielfältigkeit und Widersprüchlichkeit des Hambacher Festes zu beleuchten, wäre sehr spannend gewesen - aber natürlich weniger heroisch.
Interessant fand ich auch diese Tafel der Ausstellung:

Sie berichtet von Bücherverbrennungen beim ersten Wartburgfest der Burschenschaften 1817. Der napoleonische Code Civil und Literatur jüdischer Schriftsteller_innen wurden verbrannt. Da hatten die Burschenschaften damals schon Ähnlichkeiten mit denen heute.
Erschreckend (wenn auch nicht unerwartet) war auch die Reaktion einer Besucher_in auf die Frage, warum denn wohl Pol_innen am Hambacher Fest teilgenommen hätten und wohin sie wollten. Dass es polnische Revolutionär_innen waren, die ins freiheitliche Frankreich wollten, und nicht Wirtschaftsflüchtlinge, die ins gelobte Land Deutschland wollen, war erklärungsbedürftig.
Für Deutschnationales gab es leider in der Ausstellung viele Anknüpfungspunkte.
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und in einem Karlsruher Cafe:

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"Während Sprecher Kevin Langner weder einen "Trend noch andere Tendenzen" erkennt, meint Wehling, häufig sei "ein Migrationshintergrund dabei, das tut weh, das zu sagen"."
Was soll das heißen, häufig sei ein Migrationshintergrund dabei? So wie das hier verbunden wird, erscheint es als ob der Migrationshintergrund als Gewaltursache suggeriert wird. Ich vermute mal einfach, dass häufig auch das Geschlecht Mann sowie das Hobby Fußball dabei ist. Aber auch das dürfe als Ursache für Gewalt nicht ausreichen, ein bisschen mehr Analyse wäre hilfreich.
Ein bisschen mehr 'Anlayse' wird dann im Artikel auch noch geliefert: "Der Chef der Verbandsgerichts, Jürgen Lischewski, wird deutlicher: "Wenn jemand sagt: ,Ich ficke deine Mutter', dann sehen die Menschen mit Migrationshintergrund rot, das ist einfach so.""
Ist das so? Na dann. Die ohne Migrationshintergrund finden die Aussage wahrscheinlich toll. - Die Frage, die ich mir hier stelle, ist, warum wird überhaupt beleidigt. Wer beleidigt wen wie? Wie wird das sanktioniert?
Lischewski scheint überhaupt ein großer Analysierer zu sein: "Immerhin sei 21 Jahre nach dem Mauerfall die Ost-West-Problematik zu vernachlässigen, führt der 67-jährige Notar aus."
Was er uns damit wohl sagen will?
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Mit diesen Titeln will der indische Staat 'Inder_innen', die nicht in Indien leben, an Indien binden. Für mich bedeutet es, dass ich kein Visum für Indien beantragen muss. Und es bestätigt mir offiziell meine natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zugehörigkeit.
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So erinnert mich der Abschnitt im taz-Porträt über Razans Thematisierung von Homosexualität stark an den L-Mag-Artikel von Hannah Wettig. Hannah hatte die Informationen aus erster Hand, den sie hat wie ich beim Young Media Summit Razan getroffen. Allerdings fand ich schon im L-Mag-Artikel ihre Darstellung von Razans Aussagen überraschend. Zumindest hatte ich Razans Argumentation anders verstanden (sehr viel komplexer). Durch die Übernahme der Darstellung in der taz wird diese Version jetzt aber weiter festgeschrieben.
In dem taz-Porträt halte ich auch die Aussage, Razan hätte zuletzt mit ihrer Rolle im internationalen NGO-Betrieb gehadert, für nicht so ganz passend. So wie mir scheint, haderte Razan da schon sehr viel länger mit.
Bei diesem taz-Porträt fällt mir nun auf, dass es auf zweifelhafter Datenbasis geschrieben wird. Wenn ich die Person nicht kenne, fällt es mir sicher viel weniger oder gar nicht auf. Die Suggestion von Faktenvermittlung, die die Medien machen, ist wirklich eine Herausforderung.
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Die Anklage der Anklagenden erinnert an den Fall von Sabine Schiffer, die auch angeklagt wurde, weil sie eine Rassismusreproduktion angesprochen hat.
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Im taz-Interview fordert der Aktivist Tarek Mustafa:
"Die Militarisierung Ägyptens im letzten Jahr, das ist schlimm. Aber die Revolution ist noch nicht vorbei, daher lässt sich noch nicht sagen, ob sie gewonnen hat oder gescheitert ist. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, wir stehen erst am Anfang. Und wir brauchen euch, wir brauchen die Unterstützung jedes einzelnen Menschen auf der Welt, der gegen das ist, was jetzt in Ägypten passiert. Die Stimme der Revolution soll überall da draußen zu hören sein, überall."
Nachtrag 28.12.11: Auch die syrischen Aktivist_innen bitten in der taz um Unterstützung
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Ich musste beim Lesen an den rassistischen Angriff auf Ermyas M. vor fünf Jahren in Potsdam denken. Der Politikwissenschaftler Hans-Gerd Jaschke verweist laut taz darauf, dass zwar Expert_innen gelockt werden, aber Flüchtlinge und Geringqualifizierte mit Rassismus und Bürokratie zu kämpfen hätten. Nadia Hitzel-Abdelhamid von der Opferperspektive bestätigt dies und bezweifelt, dass die Wissenschaftler_innen keine Rassismuserfahrungen machten: "Das Thema ist noch immer schambesetzt. Gerade Menschen mit guter sozialer Stellung fällt es oft schwer, über Diskriminierung zu sprechen." (Siehe auch die Suche nach Potsdam hier im Blog.)
Ach ja, die Integrationsbeauftragte von Brandenburg wird noch zitiert mit: "Sicher gibt es Vorfälle wie Angriffe auf Imbisse ausländischer Besitzer." Da muss die Integrationsbeauftragte wohl noch ein bisschen an integrierendem Sprachgebrauch arbeiten.
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"Mit drei Kästchen zum Ankreuzen: Sollte es in der Kolonie künftig 27 Prozent Migranten geben wie im benachbarten Hamburg? 19,6 Prozent, dem Bundesdurchschnitt entsprechend? Oder lieber nur 12,6 Prozent wie in Schleswig-Holstein? 59 von 70 Anwesenden sprachen sich für eine Quotenregelung aus, 41 davon für die strengste."
Ein Sprecher der Stadt gibt sich erschrocken von der "latenten Ausländerfeindlichkeit. Ein Vereinsvertreter berichtet darüber, wie sehr sie versuchen Migrant_innen zu integrieren:
"Eine Bocciabahn wollten sie bauen, einen großen Backofen kaufen, in dem sie auch Spanferkel braten können. Doch für die Finanzierung kam keine Mehrheit zustande. "Die Migranten hier isolieren sich", sagt Rohde. "Warum muss ich jemanden lieb haben, der mich nicht lieb hat?" Unter Zwang funktioniere keine Integration, sagt er und merkt nicht, wie ambivalent sein Satz gerade war."
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Foto: © Anke Illing

