... newer stories
Mittwoch, 21. Januar 2009
Marode Schulen
urmila, 23:01h
Vom Berliner Integrationsbeauftragten Piening bin ich nun wahrlich nicht besonders begeistert. Aber seine konsequente Absage von Böhmers Treffen mit Berliner Schuldirektor_innen kann ich nur zustimmen. Was hat die Bundesintegrationsbeauftragte mit dem schlechten Zustand von Berliner Schulen zu tun? Schulen sind nun wahrlich nicht Bundessache. Und warum die Integrationsbeauftragte?
Die Forderung der Berliner CDU Piening wegen dieser Weigerung abzulösen und ihr Hieb auf den TBB sind einfach lächerlich.
Die Forderung der Berliner CDU Piening wegen dieser Weigerung abzulösen und ihr Hieb auf den TBB sind einfach lächerlich.
0 Kommentare in: islamophobie ... comment ... link
Samstag, 17. Januar 2009
Unschuldigen Menschen helfen
urmila, 23:40h
Zur Frage, ob Gefangene aus Guantanamo in Deutschland aufgenommen werden sollten, zitiert die taz Murat Kurnaz, der unschuldig in Guantanamo inhaftiert war und über Jahre keine Hilfe von der deutschen Regierung bekam:
"Man müsse den USA helfen, Guantánamo wieder aufzulösen. "Es geht nicht darum, ob diese Menschen aus Deutschland sind. Es geht darum, Menschen zu helfen, die unschuldig sind.""
"Man müsse den USA helfen, Guantánamo wieder aufzulösen. "Es geht nicht darum, ob diese Menschen aus Deutschland sind. Es geht darum, Menschen zu helfen, die unschuldig sind.""
0 Kommentare in: islamophobie ... comment ... link
Mittwoch, 14. Januar 2009
Recht und Ordnung
urmila, 17:38h
Viele Putzhilfen in Deutschland arbeiten im informellen Sektor. Sie zahlen weder Steuern noch Sozialabgaben. Sie sind damit weder versichert und noch vor Ausbeutung durch die Arbeitgeber_innen geschützt. Gerade für Illegalisierte ist dies eine der wenigen Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland und gleichzeitig ein großes Risiko.
Der taz-Artikel Putzjobs oft nicht ganz sauber geht darauf so gut wie gar nicht ein. Er ist viel mehr ein Plädoyer für das legale Anmelden von Putzhilfen und härtere Strafen. Das kommt in seiner Plattheit aus einer sehr privilegierten Perspektive.
Nachtrag 08.02.09: Die taz berichtet, dass eine neue EU-Richtlinie härtere Strafen für Arbeitgeber_innen von Illegalisierten vorsieht.
Wenn ich es richtig sehe, gibt es die Strafe nicht primär für Ausbeutung sondern primär für das Beschäftigen einer Illegalisierten. Die Illegalisierten werden nicht vor Ausbeutung geschützt, sondern von Arbeit ferngehalten und sollen weiter abgeschoben werden. Auch Arbeitgeber_innen, die ordentlich bezahlen und gerne Versicherungen zahlen würden, werden kriminalisiert.
Der taz-Artikel Putzjobs oft nicht ganz sauber geht darauf so gut wie gar nicht ein. Er ist viel mehr ein Plädoyer für das legale Anmelden von Putzhilfen und härtere Strafen. Das kommt in seiner Plattheit aus einer sehr privilegierten Perspektive.
Nachtrag 08.02.09: Die taz berichtet, dass eine neue EU-Richtlinie härtere Strafen für Arbeitgeber_innen von Illegalisierten vorsieht.
Wenn ich es richtig sehe, gibt es die Strafe nicht primär für Ausbeutung sondern primär für das Beschäftigen einer Illegalisierten. Die Illegalisierten werden nicht vor Ausbeutung geschützt, sondern von Arbeit ferngehalten und sollen weiter abgeschoben werden. Auch Arbeitgeber_innen, die ordentlich bezahlen und gerne Versicherungen zahlen würden, werden kriminalisiert.
1 Kommentar in: abschieben ... comment ... link
Eine Grenze wie ein Sieb
urmila, 17:28h
In der Printausgabe der taz war der Artikel mit "Eine Grenze wie ein Sieb" überschrieben. Ein schönes Bild. An der Grenze wird ausgesiebt. Nur die, die eine bestimmte Staatsbürgerschaft haben, kommen durch. Für alle anderen ist das Sieb undurchdringlich.
Aber so war es gar nicht gemeint. Der Artikel reproduziert mal wieder die Diskurse über "Illegale", "Menschenschmuggel" und "Schleuser". Viel Empathie wird den Grenzsoldat_innen entgegen gebracht, die nicht ausreichend Material haben, um das Sieb noch weiter zu optimieren, und die noch nicht mal eine Prämie für gefangene "Illegale" bekommen.
So wird diskursiv die Festung Europa gefestigt.
Für eine andere Darstellungsart ist der Film Mit fremder Hilfe zu empfehlen.
Aber so war es gar nicht gemeint. Der Artikel reproduziert mal wieder die Diskurse über "Illegale", "Menschenschmuggel" und "Schleuser". Viel Empathie wird den Grenzsoldat_innen entgegen gebracht, die nicht ausreichend Material haben, um das Sieb noch weiter zu optimieren, und die noch nicht mal eine Prämie für gefangene "Illegale" bekommen.
So wird diskursiv die Festung Europa gefestigt.
Für eine andere Darstellungsart ist der Film Mit fremder Hilfe zu empfehlen.
0 Kommentare in: abschieben ... comment ... link
Mittwoch, 7. Januar 2009
Belächelter Chinese
urmila, 00:04h
Das taz-Porträt über den FDP-Politiker Philipp Rösler hat mir heute etwas Rätsel aufgegeben:
"Vor sechs Jahren belächelte ihn der Koalitionspartner von der CDU noch als "Chinesen". Heute würde das niemand mehr wagen: Philipp Rösler wurde zwar 1973 im vietnamesischen Khanh Hung geboren und im Alter von neun Monaten von Deutschen adoptiert, aber die Polithoffnung der Niedersachsen-FDP hat sich inzwischen Respekt in Hannover und darüber hinaus verschafft."
Ist in Vietnam geboren zu sein, ein Grund belächelt zu werden? Oder als Chinese bezeichnet zu werden? Oder ist die Adoption ein legitimer Grund für das Belächeln?
Wie stehen Respekt und etwas wagen in Beziehung zueinander?
Ist der einzige Weg aus rassistischer Verunglimpfung, eine Polithoffnung zu werden?
Fragen über Fragen.
"Vor sechs Jahren belächelte ihn der Koalitionspartner von der CDU noch als "Chinesen". Heute würde das niemand mehr wagen: Philipp Rösler wurde zwar 1973 im vietnamesischen Khanh Hung geboren und im Alter von neun Monaten von Deutschen adoptiert, aber die Polithoffnung der Niedersachsen-FDP hat sich inzwischen Respekt in Hannover und darüber hinaus verschafft."
Ist in Vietnam geboren zu sein, ein Grund belächelt zu werden? Oder als Chinese bezeichnet zu werden? Oder ist die Adoption ein legitimer Grund für das Belächeln?
Wie stehen Respekt und etwas wagen in Beziehung zueinander?
Ist der einzige Weg aus rassistischer Verunglimpfung, eine Polithoffnung zu werden?
Fragen über Fragen.
0 Kommentare in: rassistisch ... comment ... link
Sonntag, 4. Januar 2009
Schwache Überschriften
urmila, 01:03h
In der taz hat Sascha Zistral über das Wahlergebnis in Bangladesch geschrieben. Dafür hätte man einige Überschriften wählen können. Z.B.: Hohe Wahlbeteiligung. Aber die so viel gelobten taz-Überschriftenmacher_innen haben sich für "Absolute Frauenpower in Bangladesch" sowie die Bildunterschrift (offline) "Damenwahl. Bangladesch hatte die Wahl zwischen zwei Frauen. Vielleicht war es deshalb spannend" entschieden. Damit machen sie einige Aussagen über sich selbst. Z.B., dass sie keine Ahnung von Bangladesch haben, denn die beiden Frauen stehen da schon seit Jahren im Mittelpunkt aller Wahlen. Das war nichts besonderes dieser Wahl. Und wohl auch, dass sie einem Land wie Bangladesch nicht zutrauen, dass dort Frauen die Macht haben. Oder dass sie es immer noch so überraschend finden, dass Merkel Bundeskanzlerin ist, dass sie den Wahlgewinn von Frauen in anderen Ländern auch überraschend finden. Zum Artikel passen aber weder die Überschrift noch die Bildunterschrift. Vielleicht wären weniger reisserische und besser informierte Überschriften in der taz nicht schlecht (vgl. hier).
0 Kommentare in: medien ... comment ... link
Sonntag, 4. Januar 2009
Bei aller Liebe
urmila, 00:53h
Die taz hat den Werbeverantwortlichen für den CDU-Wahlkampf in Hessen Stephan Garbe interviewt. Vor rassistischer Werbung würde er wohl auch nicht zurückschrecken:
taz: " Aber dass die CDU das letzte Mal mit den Ängsten vor fremd klingenden Namen gearbeitet hat, fanden Sie kein Problem."
Garbe: "Na ja, die CDU hat mit dem Plakat genau vor dem Wortbruch gewarnt, den es dann ja gegeben hat, und bei aller Liebe: Frau Ypsilanti und Herr Al-Wazir heißen nun mal nicht Müller und Meier."
taz: "Das war ja gerade das Subtile, dass man sich darauf zurückziehen konnte. "Müller und die Kommunisten stoppen" - so wäre nicht getextet worden."
Garbe: "Weiß ich nicht. Für mich ist es Geschichte und man hat ja auch Lehren gezogen. Das ist ja unbestritten."
taz: " Aber dass die CDU das letzte Mal mit den Ängsten vor fremd klingenden Namen gearbeitet hat, fanden Sie kein Problem."
Garbe: "Na ja, die CDU hat mit dem Plakat genau vor dem Wortbruch gewarnt, den es dann ja gegeben hat, und bei aller Liebe: Frau Ypsilanti und Herr Al-Wazir heißen nun mal nicht Müller und Meier."
taz: "Das war ja gerade das Subtile, dass man sich darauf zurückziehen konnte. "Müller und die Kommunisten stoppen" - so wäre nicht getextet worden."
Garbe: "Weiß ich nicht. Für mich ist es Geschichte und man hat ja auch Lehren gezogen. Das ist ja unbestritten."
0 Kommentare in: rassistisch ... comment ... link
Kochtopf
urmila, 00:44h
Am 30.12.08 hat die taz mal wieder eine Karrikatur abgedruckt, auf der afrikanische Menschen in rassistischer Weise dargestellt wurden (es ging um die 'Pirat_innen' im Golf von Aden). Meine Mutter verstand die Assoziationskette sofort (ohne je kritische Rassismustheorie studiert zu haben). Sie span sie weiter zu 'Kanibalen', die Leute in den Kochtopf stecken. Von wegen unschuldige Karrikaturen.
0 Kommentare in: rassistisch ... comment ... link
Verdrängen
urmila, 00:39h
In Norwegen ist seit dem 1. Januar der Kauf von sexuellen Dienstleistungen kriminalisiert. Die taz arbeitet heraus, wie sich dieses Verbot vorallem gegen Sexarbeiterinnen aus osteuropäischen Ländern und Nigeria richtet:
"Als ob nicht norwegische Männer als Kunden für die Nachfrage stünden, sondern Prostitution ein aus Afrika oder Osteuropa importiertes Problem sei."
Dabei wird die Sorge um ausgebeutete Migrantinnen nur vorgeschoben:
"Dass das Verbot die Probleme für solche Frauen nicht lösen wird, bestreitet Asta Beate Håland von der Frauengruppe "Ottar", die seit 1991 für eine Kriminalisierung des Sexkaufs kämpfte, nicht: "Wir können den globalen Prostitutionsmarkt nicht steuern. Aber wir können bestimmen, welche Art von Gesellschaft wir in Norwegen haben wollen.""
"Als ob nicht norwegische Männer als Kunden für die Nachfrage stünden, sondern Prostitution ein aus Afrika oder Osteuropa importiertes Problem sei."
Dabei wird die Sorge um ausgebeutete Migrantinnen nur vorgeschoben:
"Dass das Verbot die Probleme für solche Frauen nicht lösen wird, bestreitet Asta Beate Håland von der Frauengruppe "Ottar", die seit 1991 für eine Kriminalisierung des Sexkaufs kämpfte, nicht: "Wir können den globalen Prostitutionsmarkt nicht steuern. Aber wir können bestimmen, welche Art von Gesellschaft wir in Norwegen haben wollen.""
0 Kommentare in: norwegen ... comment ... link
Freitag, 26. Dezember 2008
Australia
urmila, 18:06h
Die britische Adlige zusammen mit dem australischen Naturburschen (re)produzieren den 'weißen' australischen Mythos und generieren sich als die Beschützer_innen der Aborigines. Und 'Creamy' spricht in gebrochenem Ausländerdeutsch. Das ganze in Bollywood-Länge. Nicht zu empfehlen.
0 Kommentare in: australien ... comment ... link
... older stories