Sonntag, 4. Mai 2008
Grüne Tomaten
Im deutschen Wikipedia-Artikel zum Film Grüne Tomaten:

"Die Buchvorlage erweckt im Gegensatz zum Film zeitweilig den Verdacht, dass es sich bei Idgie und Ruth um ein lesbisches Paar handeln könnte."

Im englischen Wikipedia-Artikel zum Film Fried Green Tomatoes:

"The film version does not present the lesbian romance between the two central characters, making it appear, to viewers who had not read the book, that Idgie and Ruth were merely best friends."

Interessante Heteronormativierung der Geschichte in der deutschen Version.

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Samstag, 3. Mai 2008
Es ist wieder so weit
Die Männerfußball-EM kommt

Die Zeit des Fahnen schwenkens kommt wieder.

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Futter
Werbung in Kreuzberg

Gut, dass ich weder Mann noch Kater füttern muss.

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Gegen Prekarisierung
Mayday, Berlin 2008

Beim Mayday in Berlin gab es auch einen Wagen, der auf die prekäre Lage von rassifizierten und insbesondere illegalisierten Menschen in Deutschland hingewiesen hat.

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Freitag, 2. Mai 2008
Apartheid und Heteronormativität
In ihrem Buch The World Unseen erzählt die britische Autorin Shamim Sarif die Geschichte von zwei jungen Frauen, die aus Indien nach Südafrika gekommen sind, und die sich Anfang der 1950er dort treffen. In ihrer Geschichte zeigt Sarif auf, wie das rassistische Apartheidssystem und verschiedene Formen von Heteronormativität miteinander verwoben sind und zusammen die Rechte insbesondere (aber nicht nur) der Frauen massiv einschränken. Sie zeigt wie schwer in einem solch repressiven System Widerstand ist und das er trotzdem notwendig ist. Ein lesenswertes (und spannendes) Buch.

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Ost-West-Biographien ohne West
Auf dem Deutschlandfunk läuft gerade in der Reihe Lebenszeit die Sendung Ost-West-Biographien. Die Ankündigung hörte sich ganz interessant an, wurde doch der Anschein gemacht, dass es tatsächlich um Ost- und West-Biographien im geteilten Deutschland geht. Aber schon bei der Vorstellung der Gäste wurde klar, die Ostdeutschen sind die Betroffenen, aus deren Leben berichtet wird, und die Westdeutschen sind die Experten (Männer mit Professorentitel), die über den Osten und die Ostdeutschen reden können. Eine Reproduktion der ungleichen Machtverhältnisse im vereinten Deutschland, das noch immer geteilt ist.

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Dienstag, 29. April 2008
ArbeitsvermittlerInnen
Claudia Emmerling berichtet in der taz über ihre Erfahrungen als AkademikerIn/ JournalistIn mit der Agentur für Arbeit. Auch wenn ich mit meinen ArbeitsvermitlerInnen mehr Glück hatte als Emmerling mit Herrn K., hatte ich auch nie den Eindruck, dass mich in der Agentur für Arbeit irgendjemand ernsthaft vermitteln will. Bei den Pflichtgesprächen, zu denen ich kommen musste, wurde mir sehr klar gesagt, dass ich besser als die ArbeitsvermittlerInnen weiß, wie ich eine Stelle finden kann.

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Samstag, 26. April 2008
Deutscher im Kongo
Philipp Mausshardt schreibt in der taz eine Seite über die Bemühungen eines deutschen DRK-Mitarbeiters, Malaria im Kongo zu bekämpfen. Mit zu wenig Geld und aus der Distanz initiiert er ein Programm und lässt andere es durchführen. Als er dann zum Programmabschluss angereist kommt, ist er verärgert über die Geldverschwendung vor Ort. Ein sehr geeignetes Beispiel, um über den Irrsinn von westlicher Entwicklungshilfe zu sprechen, darüber wie die Programme nicht wirklich helfen, wie es nicht geht.

Der taz-Tenor ist aber ein anderer, wie der taz-Untertitel in der Printversion zeigt:

"Streit, 800 Verhaftete und ein verärgerter Gouverneur. Dabei wollte Joachim Oelssner vom Roten Kreuz doch nur helfen, die Malaria im Kongo zu bekämpfen. Aber der Projektleiter des Roten Kreuzes hat den Elan seiner kongolesischen Mitarbeiter unterschätzt. Die Geschichte eines Missverständnisses"

Damit wird der arme Helfer aus Deutschland zum Opfer der zu Behelfenden. Die strukturellen Probleme von Entwicklungshilfe (zum Beispiel der zugrundeliegende Rassismus) werden nicht angesprochen. Anstatt dessen werden die Fehlentwicklungen als Missverständnisse abgetan.

Eine vertane Chance, sich kritisch mit der Entwicklungshilfe auseinanderzusetzen. Ein weiteres Bespiel wie 'weiße' Menschen in den Mittelpunkt gesetzt werden und 'schwarze' nur eine StatistInnenrolle zugewiesen bekommen.

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Was sind Muslime?
In einem taz-Artikel fand ich die Formulierung:

"Die Beschuldigten sollen sich dort im Jahr 2005 im "Multi-Kultur-Haus" zusammengeschlossen haben, um Muslime und zum Islam Konvertierte zu radikalisieren und zum "heiligen Krieg" im In- und Ausland anzustacheln."

Was genau ist der Unterschied zwischen eineR Muslima und einer zum Islam Konvertierten?
Wird frau nicht durch das Konvertieren zur Muslima?
Oder ist Muslim-Sein etwas unabhängig vom Glauben? Etwas angeborenes?

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Montag, 21. April 2008
Marginalisierung und Depression
Die taz interviewt die Psychiaterin Meryam Schouler-Ocak zur Verbindung von Depression und Marginaliserung, z.B. bei Frauen oder MigrantInnen.

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Pauschalverdacht
In Zukunft soll bereits der Kauf eines PKWs unter Strafe gestellt werden. Denn dieser deute darauf hin, dass der PKW auch im Verkehr eingesetzt werden soll. Die Unfallstatistiken aber belegen, dass Körperverletzungen und Todesfälle bei Unfällen insbesondere durch den Einsatz von PKWs verursacht werden. Bereits durch den Kauf entstehe so eine "abstrakte Gefahr für Leib und Leben der potenziellen Opfer"".

Ähnliche Argumentationen liegen nach einem Bericht der taz auch dem neuen Antiterrorgesetz zugrunde.

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Sonntag, 20. April 2008
Gefrässige InderInnen
Unserer Kanzlerin zu Folge sind die Lebensmittelpreiserhöhung eine Folge von InderInnen, die über Nacht beschlossen haben zwei Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen, und von ChinesInnen, die auf einmal Milch trinken. Mit der Biospritproduktion hingegen haben die Preiserhöhungen (entgegen von ExpertInnenmeinung) nichts zu tun, sagte die Kanzlerin bei der Eröffnung einer Biokraftstoffraffinerie. (siehe taz, n-tv und Financial Times Deutschland)

Nachtrag 22.04.08: Siehe auch Diskussion auf dem Indermezzo.

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Lockende Quartiere
In Beelitz hat die Spargelsaison begonnen und die taz berichtet darüber:

"Weil Spargelstecher unter Deutschen aber kaum zu finden sind und der Hof vor allem auf polnische Arbeiter angewiesen ist, lockt man diese mit gut ausgestatteten Quartieren und besonderer Betreuung"

Zu den lockenden Angeboten wird dann später ausgeführt:

"Den in Mehrbettzimmern untergebrachten Arbeitern stehen neben der Krankenschwester auch Einkaufsmöglichkeiten auf dem Hof und ein warmes Mittagessen zur Verfügung."

Was daran besonders lockend ist, ist mir nicht klar: Krankenversorgung, Einkaufmöglichkeiten und warmes Mittagessen sollten Standard sein. Mehrbettzimmer sind in unserer Gesellschaft eine Einschränkung der Privatsphäre. Wenn das also schon lockend ist, müssen die Arbeitsbedingungen vorher sehr entwürdigend und ausbeuterisch gewesen sein.

Warum die taz mit "Weißer Spargel, schwarze Arbeit" titelt, ist mir auch nicht ganz klar, denn über Schwarzarbeit wird erst gegen Ende des Artikels kurz berichtet.

Nachtrag 28.04.08: Manchmal gibt es die Unterkünfte auch inklusive Molotowcocktails.

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