Aber wo sollen die Grenzen gezogen werden. Denn Grenzen muss es geben, wo andere Grundrechte beschädigt werden. Volksverhetzung, Rassismus, Sexismus, persönliche Angriffe, etc. stellen solche Grundrechtsverletzungen dar. Es ist schwierig, verschiedene Grundrechte miteinander abzuwägen. Das kann eigentlich nur in jedem Einzelfall geschehen.
Die Aufregung um die Karrikaturen des Propheten in einer dänischen Zeitung hat aber wohl ihre Wurzeln woanders. Es geht hierweniger, um das Abwägen von Rechten, sondern um die Feindbilder auf beiden Seiten. Für einige 'Westler' ist mal wieder bewiesen, dass die 'Muslime' die Menschenrechte missachten. Und für einige 'Muslime', dass der 'Westen' ihre religiösen Gefühle nicht ernst nimmt. Auf der Basis lässt sich gut mobilisieren, auf beiden Seiten.
yeahpope hat dazu auch gebloggt.
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"Man muss sich vorstellen, wie das für Kinder ist, wenn ihre Sprache, die außerhalb der Schule völlig normal ist, zur Minderheitensprache wird und auf dem Schulhof überhaupt nicht gesprochen wird."
Ja, das muss man sich mal vorstellen. Wenn die 'deutschen' Kinder ähnliche Erfahrungen machen würden wie ihre 'ausländischen' MitschülerInnen, dann wäre das furchtbar. Aber nur für die, für die anderen nicht. Wäre offensichtlich auch kein pädagogischer Ausgangspunkt für eine Reflektion von Vielfalt, ihren Chancen und Schwierigkeiten. In der Zeit von Globalisierung und Internationalisierung.
PS: katunia hat kürzlich auch die Erfahrung gemacht, anders zu sein. Aber irgendwie schien sie das nicht so schlimm zu finden.
PPS: Wenn die in Baden-Württemberg Deutsch zur Pflichtsprache auf den Schulhöfen machen wollen, was meinen die da: Schwäbisch, Badisch, Alemannisch, etc. oder Hochdeutsch? Bei letzterem würden wieder viele 'deutsche' Kinder, die oben beschriebene Ausgrenzungserfahrung machen.
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Das Ehepaar, dass dem jungen Bosnier die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht hat, sagt der taz weiter: "Mehmed war der Einzige ... der ohne polizeiliche Begleitung flog. Das senkt die Kosten natürlich enorm."
Diese ganze Abschiebungspraxis ist absurd. Menschen kommen hierher, leben unter der ständigen Gefahr abgeschoben zu werden, werden abgeschoben und müssen dafür zahlen, damit sie wieder zurückkommen können.
Mehr zu und gegen den Unsinn bei der ini gegen abschiebehaft.
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Schön mal wieder von meiner mexikanischen Freundin zu hören. Vor Jahren schon ist sie aus Liebe - zu ihrem Mann, nicht zum Land - nach Deutschland gezogen. Auch wenn sie dafür ihren guten Job in London aufgeben musste. Den hat sie inzwischen wieder als Telearbeitsplatz. Ihr früherer Arbeitgeber weiss ihre Qualifikation zu würdigen, die 'deutschen' weniger. Es ist nicht einfach als 'Ausländerin' in Deutschland, es sei denn frau nimmt es mit Humor.
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Dies gilt auch für ganz Südasien. Die britischen Kolonialherren führten hier ein Gesetz gegen Homosexualität ein, das in fast allen Ländern Südasiens noch heute gilt. Ganz unabhängig von Religion.
Das Internet Portal Südasien Info bietet einen Schwerpunkt zu Queer South Asia.
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"Mag sein, dass Klimovets in Weissrussland geboren und aufgewachsen ist, jetzt aber zerreißt er sich für Deutschland. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Auch ein Anbruch des rechten Fersenbeins im Dezember, eine Naht unterhalb des Auges und ein abgebrochener Zahn .... sowie 'ein bissschen Blut' aus der Nase ... kann ihn nicht aus der Fassung bringen."
Bei diesem Blutsbeweis kein Wunder, dass der frühere weissrussische Nationalspieler Klimovets im September letzten Jahres eingebürgert wurde.
Pech für Zeynettin Er, über den die taz in der Rubrik 'inland' schreibt, dass er kein Sporttalent ist - und auch kein Blut vergiesen will. Der türkische Kriegsdienstverweiger soll abgeschoben werden. Auch wenn er damit rechnen muss, in der Türkei sofort verhaftet zu werden.
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Er spielt verschiedene marginalisierte Gruppen gegeneinander aus, und merkt nicht wie Islamo- und Homophobie nach den gleichen Mustern laufen. Er hat Recht, wenn er feststellt, dass es keine Solidarität zwischen Minderheiten gibt. Seine Artikel sind das beste Beispiel dafür. JedeR ist sich selbst am nähsten, und die anderen sind die Bösen. Ob wir damit aber weiterkommen ist sehr fraglich. Zum Kampf gegen Islamo- und Homophobie müssen deren Strukturen verstanden werden.
Feddersens polemische Zusammenfassung der Kritik am Muslimtest: "Na, das geht doch wirklich nicht, dass Menschen, die den deutschen Reisepass haben möchten, derartig unappetitlich ausgehorcht werden." ist zutiefst problematisch. Als ob die 'AusländerInnen', die sich einbürgern lassen wollen, nur den Reisepass haben wollen. Sie wollen gleichberechtigte BürgerInnen dieses Staates werden, sie wollen das Recht auf politische Teilhabe an ihrem Wohnort haben. Wahrscheinlich ist genau das das Problem.
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Ich verstehe das nicht. Was haben Sexismus und Homophobie mit der Einbürgerung zu tun? Anspruch auf Einbürgerung hat laut Staatsangehörigkeitsgesetz nur ein "Ausländer", der "seit acht Jahren seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat". Es geht also um Menschen, die sowieso schon in Deutschland leben, einen gesichterten Aufenthaltsstatus haben und hier bleiben werden. Wenn sie sexisitisch und homophob sind, dann sind sie es, unabhängig davon ob sie eingebürgert werden oder nicht. Der Kampf gegen Sexismus und Homophobie - die auch beide unter deutschen StaatsbürgerInnen sehr verbreitet sind - muss also an anderen Orten geschehen.
Es geht hier um etwas anderes. Einbürgerung wird nach wie vor als ein Gnadenakt verstanden und soll möglichst restriktiv vergeben werden. Über die deutsche Staatsbürgerschaft definieren wir 'uns' und die 'Anderen'. Es geht um Zugehörigkeit und die Verweigerung der Zugehörigkeit. Kein Wunder, wenn sich da einige der von uns definierten 'Anderen' gegen 'uns' wenden.
Ein historisches Beispiel über die Veweigerung einer Einbürgerung gibt es auf urmila.de.
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Er hatte die Schirmherrschaft für den Christopher Street Day in Stuttgart übernommen. Was der katholischen Kirche nicht gefiel. Woraufhin Renner ziemlich undiplomatisch auf die Kritik reagierte. Und nun zurücktreten musste.
Homosexualität ist ein Reizthema in Baden-Württemberg. Homophobie, nicht nur in der Kirche, die Norm. Eigentlich müssten sich die baden-württembergischen Konservativen mit jenen 'Muslimen', die homophob sind, recht gut verstehen. Warum nur tun sie im Muslimtest so, als ob sie ein Problem damit haben?
Nachtrag 06.06.07: Die Fragen zur Homophobie sind jetzt gestrichen. Warum?
Nachtrag 27.03.11: Die taz berichtet, dass Baden-Württemberg in Deutschland das Schlusslicht bei der Umsetzung der Gleichstellung von Homosexuellen ist.
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Die meiste Zeit diskutieren die UserInnen auf dem Indernet über alltägliches, wie auf den meisten anderen Internetportalen auch. Aber zwischendurch geht es auch immer wieder um das Anderssein in Deutschland. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus, diskutieren Zugehörigkeiten und Ausgrenzungen.
Desis ist der Begriff für 'InderInnen', die ausserhalb Indiens leben. Eine Selbstbezeichnung, die insbesondere in Großbritannien und den USA genutzt wird. In Deutschland ist der Begriff erst langsam im kommen.
Der User bekommt auf seine Frage recht kritische Rückfragen. Viele finden die Frage an sich schon diskriminierend.
Mehr zum Indernet gibt es auf urmila.de.
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Der passende Begriff für mich ist wohl Person of Colour. Aber was genau heisst das?
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Gestern abend habe ich lange mit einem dieser bedauernswerten Individuen diskutiert. Vorher hatte ich einen Vortrag über Critical Whiteness Studies gehalten. Irgendwie habe ich wohl nicht vermiteln können, dass Weiß-Sein benannt werden muss, weil damit strukturelle Vorteile und Privilegien verbunden sind.
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Foto: © Anke Illing

