Mittwoch, 25. Mai 2011
Thoughts on the young media summit
I will shift now to blog about the Young media summit (yms) in English, as this gives the other participants a chance that they can read my posts (our working language is English). My plan at the moment is to write some short blog on impressions from the first day. Since our programme is pretty full, there is little time to plan the blogging, so I will just write down without much composing.

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Neue Eindrücke
Blick aus dem Hotelzimmer über den Nil


Heute abend bin ich in Kairo zum Young Media Summit angekommen.

Mal sehen, was ich alles zu erzählen haben werde. Gerade habe ich das Gefühl, dass ich erstmal vorallem hinschauen und hinhören sollte - und erstmal gar nicht so viel sagen. Ich lerne dazu.

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Sonntag, 22. Mai 2011
Nicht normal
Frankfurt/Main. Nach einem Vortrag von Judith Bulter und Gayatri Spivak gehe ich mit anderen zusammen auf dem Fußweg entlang. Uns entgegen kommt eine kleine Gruppe. Der Mann schon älter. Der gibt mir ein ordentliches Tackling gegen die Schulter. Ich drehe mich um und schreie ihn an. Er teilt mir mit, dass ich zu viel Platz eingenommen habe und nicht normal sei. Der verbale Schlagabtausch geht etwas weiter. Ich beschwere mich, dass er als älterer Mann eine junge Frau anrempelt. Seine Gruppe entfernt sich. Eine Kollegin aus unserer Gruppe geht hinterher und streitet weiter mit ihnen. Später erzählt sie mir, dass er mich für einen 16jährigen männlichen Teenager gehalten hat. Und dass die Kollegin (sie ist groß und beeindruckend) das Gefühl hatte, dass er auf sie körperlich losgehen wollte.

Soviel zum Thema Gender, Pädagogik und Gewalt. Vorträge alleine reichen nicht, ab und zu braucht es auch praktische Erfahrung.

Und vielen Dank an die Kollegin für die Unterstützung!

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Mittwoch, 18. Mai 2011
Die Schwierigkeit Privilegien zu thematisieren
illustrieren gerade die Kommentare zu dem Beitrag Warum es manchmal okay ist heteros doof zu finden auf der Mädchenmannschaft sowie der Text über den Text auf Medienelite.

In dem Beitrag geht es um Privilegien in der Heteronormativität, ähnliche Kommentare wären auch bei einem Beitrag zu Rassismus, Klassismus, Ableism, etc. wahrscheinlich. Wenn Privilegien thematisiert werden und Menschen merken, dass sie vielleicht (auch) privilegiert sind, dann kommt es regelmäßig zu solch platten und wütenden Reaktionen.

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Montag, 16. Mai 2011
Verharmlosung von Vergewaltigungsvorwurf
Die Print-taz titelt heute IWF-Chef wegen Sex-Vorwürfen in haft. Es geht aber nicht um Sex-Vorwürfe (was immer das sein soll - macht den Eindruck von schmuddelig, aber nicht kriminell), es geht um einen Vorwurf einer (versuchten) Vergewaltigung (als einer kriminellen Handlung). Das muss auch so benannt werden.

Nachtrag 18.05.11: Die taz hat gestern weiter zur Verharmlosung der Vorwürfe beigetragen und ausführlichst über die Spekulationen über Sex-Falle berichtet. Ich finde es richtig, dass die Unschuldsvermutung auch für Strauss-Kahn gelten muss. Ich verstehe aber nicht, warum für die Frau, die ihn wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt hat, keine Unschuldsvermutung gilt. Warum erscheint es legitim, sie zu beschuldigen?

Nachtrag 19.05.11: Nach tagelanger Verharmlosung hat die taz heute einen Text von Gabriele Dietze über mächtige Männer und deren Anspruch auf sexuelle Verfügbarkeit von Frauen veröffentlicht. Mein Lieblingssatz:

"Warum benehmen sich dermaßen bedeutende Männer wie Oberaffen, die sich greifen (oder kaufen), was bei "drei" nicht auf den Bäumen ist?"

Nachtrag 20.05.11: Ines Pohl kritisiert in der taz die sprachliche Verniedlichung von sexueller Gewalt und dabei auch explizit deutsche Medien. Eine Selbstreflexion der taz-Berichterstattung fehlt aber und das macht ihre Kritik etwas scheinheilig.

Nachtrag 22.05.11: Die taz hat noch einen verharmlosenden Kommentar veröffentlicht. Ich stimme mit der Autorin Monika Frommel überein, dass für Angeklagte die Unschuldsvermutung gelten muss. Ansonsten stimme ich mit ihr nicht überein, denn sie verharmlost die Gewalt, die eine sexuelle Belästigung (auch ohne vollendeter Vergewaltigung) bedeutet. Sie behauptet, es wäre in irgendeinerweise um Sex gegangen und ignoriert damit völlig die Darstellung der Hotelangestellten. Denn die spricht (soweit ich die Medien verstehe) nicht von Sex sondern von Gewalt (sexualisierter). Aber meine Kritik wird Frommel wohl nur bestätigen, sie schreibt:

"Eine beschämende öffentliche Demütigung ändert kein patriarchales Strukturproblem. Sie fügt einem bis zu diesem Ritual mächtigen und nun äußerst verletzbaren Menschen Schaden zu. Feminismus ist eine breite soziale Bewegung und kann auf eine differenzierte Theorie zurückblicken. Diese Theorie analysiert Machtstrukturen und entwickelt Gegenstrategien. Sie sollte besonders vorsichtig sein, wenn Macht unfair ausgespielt wird. Ignoriert sie diesen Unterschied, wird sie zum feministisch getarnten Faschismus (oder Bolschewismus). "

Genau auf Basis der gesellschaftlichen Machtverhältnisse argumentiertend, würde ich anders argumentieren: Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist gesellschaftlich legitimiert (siehe Kommentar von Dietze). Männer werden dafür selten bestraft und häufig belohnt. Bei öffentlichen Personen braucht es deshalb auch eine öffentliche Debatte über sexualisierte Gewalt. Und zwar in der Form wie Dietze und Pohl es machen. Denn sie urteilen nicht darüber, ob Strauss-Kahn dieses Verbrechen begangen hat, sondern sprechen über das gesellschaftliche Phänomen.

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Samstag, 14. Mai 2011
Alles Gut
Die taz interviewt Diethelm Kippel, den Ombudsmann der Universität Bayreuth für die "Selbstkontrolle der Wissenschaft". Auf die Frage, welche Konsequenzen, die Universität aus dem Fall Guttenberg ziehen müsse, antwortet er:

"Ich sehe keinen Anlass zu unmittelbaren Konsequenzen an der Universität, da es sich bei der Causa Guttenberg nicht um ein strukturelles Problem der Universität Bayreuth handelt. Die Kommission hat einige Empfehlungen abgegeben. Man kann diese Empfehlungen als willkommene Denkanstöße verstehen. Ich bin persönlich der Meinung, dass man alles auch so belassen könnte, wie es ist."

Wenn so die Selbstkontrolle der Wissenschaft aussieht, dann Gute Nacht.

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Donnerstag, 12. Mai 2011
Konsequent handeln
Laut taz rufen Hilfsorganisationen der UN die EU und die Nato dazu auf sich um Flüchtlinge aus Libyen zu kümmern:

""Unsere klare Botschaft ist: Wartet nicht auf ein Notsignal, fahrt sofort hin, schaut, ob die Menschen Hilfe brauchen und rettet sie", sagte die Sprecherin des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Melissa Fleming, am Dienstag in Genf."

Das wäre nur konsequent. Nicht nur mit humanitären Begründungen bomben sondern sich auch um die Menschen kümmern und ihnen eine Möglichkeit zu überleben sichern.

Die Realität sieht anders aus:

"Immerhin seien seit dem 25. März rund 800 Menschen auf der Flucht aus Libyen ertrunken. Allein am vergangenen Freitag sei ein Boot mit 600 Menschen vor Tripolis gekentert. Die britische Zeitung Guardian hatte berichtet, dass 61 Flüchtlinge ums Leben gekommen sein sollen, weil sie von Schiffen und Flugzeugen der Nato nicht gerettet wurden."

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Mittwoch, 11. Mai 2011
Brüderle und Ageism
tagesschau.de berichtet:

"Auf die Frage des ARD-Korrespondeten Werner Sonne, ob so ein Generationenwechsel an der Spitze der FDP-Fraktion aussehen würde, sagte Brüderle: "Das ist doch keine Frage des Alters. Es darf doch keinen Altersrassismus geben." Man könne keinen Kindergarten der Politik inszenieren, es müsse eine Mischung von erfahrenen und jüngeren Menschen geben."

Mit Altersrassismus meint Brüderle möglicherweise Ageism, das Machtverhältnis, das Menschen aufgrund von Alterskonstruktionen strukturell privilegiert und marginalisiert. Auf der Grundlage von kritischer Rassismusforschung ist das etwas anderes als Rassismus (da es nicht um eine Zuordnung zu bzw. Ausgrenzung von einem natio-ethno-kulturellen Kontext geht). So wie Brüderle den Begriff gebraucht, habe ich den Eindruck, dass er weder die strukturelle Gewalt von Rassismus noch von Ageism im Blick hat (und so auch beide durch seine Aussage leugnet). Der Verweis auf den "Kindergarten der Politik" deutet daraufhin, dass auch Brüderle aufgrund von Alter diskriminiert.

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