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Sonntag, 10. Mai 2009
taz-Leser_innen sind 'weiß'
urmila, 01:51h
"Schon physiologisch sind Hausschweine und Menschen einander ähnlich, was sich nicht nur in vergleichbaren Krankheitsausprägungen zeigt, sondern auch in der rosigen Hautfarbe..." schreibt die taz.
Bin ich dann, wenn ich nicht rosig bin, weder Schwein noch Mensch?
Bin ich dann, wenn ich nicht rosig bin, weder Schwein noch Mensch?
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Islamophobie hat nichts mit Tatsachen zu tun
urmila, 01:48h
Viele Medien haben darüber berichtet, dass die Gallup-Studie gezeigt hat, dass 'Muslim_e' in Deutschland sich in Deutschland zugehörig fühlen. Die taz zitiert die Direktorin des Gallup-Centers:
"Diese Studie zeigt, dass viele Annahmen über Muslime und Integration weit von den eigentlichen Tatsachen entfernt sind"
oder anders formuliert: Die Studie zeigt, dass die verbreitete Islamophobie und die Hetze gegen muslimisch kategorisierte Menschen, nicht viel mit diesen Menschen zu tun hat und viel mehr mit denen, die ausgrenzen.
Zum Thema Homophobie gibt es einiges besorgniserregendes in der Studie, so finden in Deutschland nur " 68 Prozent homosexuelle Handlungen "moralisch vertretbar"". Das heisst 32 Prozent massen sich an, homosexuelle Handlungen für nicht moralisch vertretbar zu halten. Sehr bedenklich.
"Diese Studie zeigt, dass viele Annahmen über Muslime und Integration weit von den eigentlichen Tatsachen entfernt sind"
oder anders formuliert: Die Studie zeigt, dass die verbreitete Islamophobie und die Hetze gegen muslimisch kategorisierte Menschen, nicht viel mit diesen Menschen zu tun hat und viel mehr mit denen, die ausgrenzen.
Zum Thema Homophobie gibt es einiges besorgniserregendes in der Studie, so finden in Deutschland nur " 68 Prozent homosexuelle Handlungen "moralisch vertretbar"". Das heisst 32 Prozent massen sich an, homosexuelle Handlungen für nicht moralisch vertretbar zu halten. Sehr bedenklich.
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Donnerstag, 7. Mai 2009
Es reicht
urmila, 12:25h
Heute wieder im Teaser zu Steinbrücks Äußerungen auf tagesschau.de:
""Es reicht", sagte er dem "Luxemburger Wort". Im Steueroasen-Streit hatte Steinbrück Luxemburg in einem Zug mit dem afrikanischen Burkina Faso genannt."
Warum ist es eigentlich eine Beleidigung in einem Zug mit einem afrikanischen Land genannt zu werden (vgl. auch Stoibers Ausfälle)?
Ist es nicht vielleicht eher eine Herabwürdigung des afrikanischen Landes in einem Zug mit Unterstützer_innen von Steuerhinterziehung genannt zu werden?
Nachtrag 09.05.09: Langsam melden sich auch ein paar Stimmen zu Wort, die den Rassismus in Steinbrücks Aussage kritisieren (zumindest indirekt und wohl möglich auch unbewusst). So zum Beispiel auf tagesschau.de:
"Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte der "Frankfurter Rundschau": "Solche Worte schaden einem Land wie Burkina Faso. Sie können wirtschaftliche Nachteile zur Folge haben." Das sei umso ärgerlicher, "als über Burkina Faso nichts Nachteiliges bekannt ist, was mit der Steuerpolitik der Schweiz oder Luxemburgs vergleichbar wäre.""
""Es reicht", sagte er dem "Luxemburger Wort". Im Steueroasen-Streit hatte Steinbrück Luxemburg in einem Zug mit dem afrikanischen Burkina Faso genannt."
Warum ist es eigentlich eine Beleidigung in einem Zug mit einem afrikanischen Land genannt zu werden (vgl. auch Stoibers Ausfälle)?
Ist es nicht vielleicht eher eine Herabwürdigung des afrikanischen Landes in einem Zug mit Unterstützer_innen von Steuerhinterziehung genannt zu werden?
Nachtrag 09.05.09: Langsam melden sich auch ein paar Stimmen zu Wort, die den Rassismus in Steinbrücks Aussage kritisieren (zumindest indirekt und wohl möglich auch unbewusst). So zum Beispiel auf tagesschau.de:
"Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sagte der "Frankfurter Rundschau": "Solche Worte schaden einem Land wie Burkina Faso. Sie können wirtschaftliche Nachteile zur Folge haben." Das sei umso ärgerlicher, "als über Burkina Faso nichts Nachteiliges bekannt ist, was mit der Steuerpolitik der Schweiz oder Luxemburgs vergleichbar wäre.""
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Mittwoch, 6. Mai 2009
Panik
urmila, 13:16h
"Was sie viel mehr beunruhigt, sind die antimexikanischen Ressentiments, die in der Schweinegrippe ein neues Argument für eine noch restriktivere Überwachung der Grenze gefunden haben. "Ich glaube zwar nicht, dass dieses Spektrum jetzt Zulauf bekommt, aber zumindest Raum, um unverhohlen Rassismus kundzutun."" zitiert die taz eine in Tijuana lebende Professorin.
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Dienstag, 5. Mai 2009
Der 1. Mai
urmila, 20:21h
"Wir hoffen, dass Du von den 1. Mai Unruhen nicht beunruhigt worden bist." schrieb mir ein Freund aus dem tiefen Westen dieser Tage und war damit nicht der einzige, der sich Sorge um mich inmitten all der Chaot_innen in Kreuzberg machte. Es ist schon faszinierend, wie effektiv der 1. Mai in Kreuzberg medial zum Untergang der Zivilisation stilisiert wird. Die letzten Jahre war ja alles friedlich, aber die deutschlandweiten Medien titelten jeweils mit dem einen Feuer das es gab (oder so ähnlich). Dieses Jahr war es wohl tatsächlich etwas gewalttätiger (ich war gar nicht in Berlin), aber trotzdem wohl ganz überwiegend friedlich und die Eskalation wohl auch der Polizei zuzuschreiben.
Viel beunruhigender finde ich da den Neonazi-Überfall auf eine Gewerkschaftsdemonstration in Dortmund. Der aber schafft es eher nicht in die nationalen Medien.
Wie schrieb mein Freund aus dem Westen weiter: "Bei uns in der Gegend geht es da noch gesitteter zu. Die ganz Jungen verteilen Klopapier auf der Strasse, die größeren stellen Maibäume in die Gärten Ihrer Liebsten... " Deutsche Idylle pur.
Viel beunruhigender finde ich da den Neonazi-Überfall auf eine Gewerkschaftsdemonstration in Dortmund. Der aber schafft es eher nicht in die nationalen Medien.
Wie schrieb mein Freund aus dem Westen weiter: "Bei uns in der Gegend geht es da noch gesitteter zu. Die ganz Jungen verteilen Klopapier auf der Strasse, die größeren stellen Maibäume in die Gärten Ihrer Liebsten... " Deutsche Idylle pur.
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Mittwoch, 29. April 2009
Geteilte Stadt
urmila, 02:20h
Schon bei dem Tempelhof-Volksentscheid war es sichtbar. Und auch jetzt wieder bei dem Pro Reli-Volksentscheid (siehe taz berlin). Die Themen West-Berlins sind nicht jene Ost-Berlins (und anders herum). Unterschiedliche Sozialisierungen und unterschiedliche Privilegierungen führen zu unterschiedlichen politischen Positionierungen. Und irgendwie scheinen die privilegierten Westpostionen am lautesten zu sein. (Wobei aber auch nicht alle Westbezirke zu letzteren gehören.)
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Sonntag, 26. April 2009
Die Guten
urmila, 13:53h
Als ich vor fünf Jahren nach Alt-Treptow zog, waren die Geschäfte und Kneipen in der Karl-Kunger-Strasse für mich wenig interessant. Inzwischen gibt es einen Öko-Wochenmarkt, es entstehen nette Cafes und es passiert ganz viel im Kungerkiez. Immer mehr Leute wie ich ziehen in den Kiez, die Mieten steigen. Dagegen (und sicher gegen noch andere Dinge, die ich nicht überblicken kann) formiert sich Widerstand. Der äußert sich gerade vorallem in Bezug auf zwei Bauvorhaben (wie auch die taz berichtet). Die Mitglieder der Baugruppen scheinen überhaupt nicht zu verstehen, warum sie nicht willkommen sind. Einer wird von der taz zitiert:
"Ich dachte immer, dass wir mit unserer Baugruppe gegenüber den großen Investoren zu den Guten zählen würden."
Es ist immer schwierig zu akzeptieren, wenn frau so überzeugt davon ist, zu den Guten zu gehören (was ich natürlich auch von mir selbst meine), dass andere das ganz anders sehen und einem die eigenen Privilegien unter die Nase reiben.
"Ich dachte immer, dass wir mit unserer Baugruppe gegenüber den großen Investoren zu den Guten zählen würden."
Es ist immer schwierig zu akzeptieren, wenn frau so überzeugt davon ist, zu den Guten zu gehören (was ich natürlich auch von mir selbst meine), dass andere das ganz anders sehen und einem die eigenen Privilegien unter die Nase reiben.
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Samstag, 25. April 2009
Rassismus in der EU
urmila, 12:54h
"Dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sich in allen 27 Mitgliedsstaaten und allen Gesellschaftsschichten weit mehr eingenistet haben, als Experten bisher annahmen, bescheinigt eine EU-weite Umfrage unter Migranten und Angehörigen ethnischer Minderheiten, die Mittwoch in Brüssel von der Europäischen Grundrechteagentur (Efra) vorgestellt wurde." schreibt die taz und führt aus, dass besonders Roma und Schwarze rassistisch ausgegrenzt und auch angegriffen werden. In der gleichen Printausgabe sind dann noch Artikel über rassistische Ausfälle im deutschen und italienischen Fussball, die die Umfrage aufs beste (bzw. schlechteste) illustrieren.
Ich frage mich aber, was die taz mit "weit mehr eingenistet haben, als Experten bisher annahmen". Welche Expert_innen meinen sie damit? Sicher nicht, die von rassistischer Ausgrenzung negativ Betroffenen. Die sind ja in der Umfrage zu Wort gekommen und benennen sie. Sicher auch nicht kritische Rassismusforscher_innen, die den strukturell verankerten Rassismus in der EU (und woanders) schon lange analysieren. Welche Expert_innen haben bisher ihre Augen vor der rassistischen Realität verschlossen?
Nachtrag 09.01.10: Die rassistische Ausgrenzungen gegen den italienischen Fußballer Mario Balotelli gehen, insbesondere weil er sich gegen die Ausgrenzungen wehrt (siehe taz).
Nachtrag 05.08.10: Die taz berichtet, dass Balotelli nach England wechselt:
"Der Umgang mit dem Balotelli-Transfer gibt aber einige interessante Hinweise auf die Verfasstheit der italienischen Sportöffentlichkeit. Groß ist die Trauer über seinen bevorstehenden Weggang nicht. ....Heftig hingegen war das Geschrei, als vor ein, zwei Jahren die englischen Großclubs ManU, Arsenal und Chelsea reihenweise italienische Teenager verpflichteten. Eine "Flucht der Talente" konstatierte die Gazzetta dello Sport. "Raub der Talente", schäumte der Corriere."
Ich frage mich aber, was die taz mit "weit mehr eingenistet haben, als Experten bisher annahmen". Welche Expert_innen meinen sie damit? Sicher nicht, die von rassistischer Ausgrenzung negativ Betroffenen. Die sind ja in der Umfrage zu Wort gekommen und benennen sie. Sicher auch nicht kritische Rassismusforscher_innen, die den strukturell verankerten Rassismus in der EU (und woanders) schon lange analysieren. Welche Expert_innen haben bisher ihre Augen vor der rassistischen Realität verschlossen?
Nachtrag 09.01.10: Die rassistische Ausgrenzungen gegen den italienischen Fußballer Mario Balotelli gehen, insbesondere weil er sich gegen die Ausgrenzungen wehrt (siehe taz).
Nachtrag 05.08.10: Die taz berichtet, dass Balotelli nach England wechselt:
"Der Umgang mit dem Balotelli-Transfer gibt aber einige interessante Hinweise auf die Verfasstheit der italienischen Sportöffentlichkeit. Groß ist die Trauer über seinen bevorstehenden Weggang nicht. ....Heftig hingegen war das Geschrei, als vor ein, zwei Jahren die englischen Großclubs ManU, Arsenal und Chelsea reihenweise italienische Teenager verpflichteten. Eine "Flucht der Talente" konstatierte die Gazzetta dello Sport. "Raub der Talente", schäumte der Corriere."
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Foto: © Anke Illing

