Montag, 27. Februar 2006
Straßenschlachten in Dublin
Aus Dublin berichtet die taz:

"Eine Parade des protestantischen nordirischen Oranier-Ordens in Dublin endete am Samstag mit Krawallen, bei denen mehr als 40 Menschen verletzt wurden. Der Orden hatte mit der Organisation "Fair" ("Familien handeln für unschuldige Verwandte") zu einem Gedenkmarsch für die Opfer des nordirischen Terrorismus aufgerufen. Allerdings erkennen Fair und der Orden lediglich Protestanten als Opfer an, beide Organisationen unterhalten enge Verbindungen zu protestantischen Terroristen.

Im Gegensatz zum 'Islam' ist das 'Christentum' eine durch und durch friedliche Relgion. In seinem Namen wird nicht zu Gewalt aufgerufen. Das ist abendländische Tradition.

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Diskriminierung von Frauen
Nach Pisa und dem Besuch des UN-Sonderberichterstatter für Bildung Venor Muñoz nun der nächste Schock (zumindest hoffentlich) für Deutschland:

"Der Abstand zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern hat sich in Deutschland entgegen dem europäischen Trend weiter vergrößert.", schreibt die taz.

Gut, dass die 'Deutschen' jetzt etwas gegen die Benachteilung von Frauen tun: Muslimtest in Baden-Württemberg, Heraufsetzung des Zuzugsalters für Ehefrauen, etc.

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Sonntag, 26. Februar 2006
Überfremdung
Sie wollen sich nicht anpassen, nicht 'unsere' Werte und Kultur annehmen. Nein, sie akzeptieren sie noch nicht einmal. Sie wollen 'uns' auch noch ihre Kultur aufstülpen. Meinen, dass 'wir' zu spröde sind. Lassen sich nicht durch 'unseren' Widerstand beeindrucken. Eine Millionen Menschen wollen heute mitten in 'unserer' Stadt für ihre 'rheinische' Kultur demonstrieren. Eine der ihren haben sie sogar in 'unseren' Senat eingeschleust, und die steht auch noch offen dazu, dass sie hier eine neue Kultur einschleusen will.

Nachtrag am Abend: Da wollte ich mir doch noch kurz das jecke Treiben anschauen, bevor ich ins Kino gehe. Aber um 15.30 Uhr war schon nichts mehr zu sehen. Auf dem Festplatz mühte sich lediglich ein lustiger DJ, eine Handvoll bemützte Narren reagierte mal mehr und mal weniger. Die Narren haben Berlin wohl doch noch nicht übernommen.

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Samstag, 25. Februar 2006
Integration
Geht es um 'MigrantInnen', 'AusländerInnen' oder wie immer diese 'Fremden' unter 'uns' bezeichnet werden sollen, fällt immer wieder das Wort 'Integration'. Es ist in. Die 'Ausländerbeauftragte' heisst schon länger 'Integrationsbeauftragte'. Im Zuwanderungsgesetz und im Staatsbügerschaftsgesetz geht es um 'Integration'. 'Integrationskurse' werden angeboten, zumindest theoretisch. Die Medien und PolitikerInnen fordern 'Integration'. Es wird debattiert, wer dabei wie viel machen muss, warum die 'Integration' gescheitert ist oder auch nicht, etc.

Und ich verstehe mal wieder nicht warum. Warum ist 'Integration' so wichtig? Worum geht es dabei eigentlich? Mal abgesehen davon, dass die meisten die 'Integration' sagen, 'Assimilation' meinen.

Die Menschen, um die es geht, die leben überwiegend schon den größten Teil oder aber ihr ganzes Leben in Deutschland. Damit sind sie hier doch integriert, oder? Sie sind doch Teil des Ganzen? Auch wenn viele das nicht mögen. Auch wenn sie einen viel schlechteren Zugang zu Chancen haben als andere.

Wer Teil einer Gesellschaft ist, ist Teil einer Gesellschaft, oder? Der Unterschied liegt darin, das manche anerkanntermassen dazu gehören und andere nicht. Aber das ist nicht eine Frage der Integration, sondern es geht darum, Ausgrenzungen zu vermeiden.

Ich sehe viele Felder, auf denen Handlungsbedarf besteht, damit alle Menschen, die in Deutschland leben, sich hier auch als zugehörig verstehen können und als Zugehörige akzeptiert werden. Der Begriff 'Integration' hilft mir dabei nicht. Was verstehe ich da wieder nicht?

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Donnerstag, 23. Februar 2006
Integrieren oder nicht?
Heute ist Weiberfastnacht! Jetzt geht es los im Rheinland. Alle sind fröhlich, lustig, ...

Auch beim Touché in der taz sind die seltsamen Bräuche der Eingeborenen Thema. Hier klicken um den Cartoon zu sehen:

touche

Ist es notwendig, sich soweit zu integrieren? Geht es auch ohne? Welche Optionen haben, die EinwanderInnen? Muss, wer im Rheinland leben will, auch mitmachen? Darf frau sich der 'Leitkultur' widersetzen?

Das ist wirklich ein 'Integrationstest'. Ein paar Jahre habe ich es ausgehalten. Richtig 'integrieren' konnte ich mich aber nie. So bin ich denn weiter gewandert. Zu dieser Jahreszeit wirklich die richtige Entscheidung. Wie schön ruhig Berlin doch ist.

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Mittwoch, 22. Februar 2006
Menschenrechtsverletzungen in deutschen Schulen
Der UN-Sonderberichterstatter für Bildung Venor Muñoz hat Deutschland besucht. Seine Aufgabe war es zu erkunden, was im deutschen Schulsystem schief geht, warum SchülerInnen aus sozial benachteiligten Elternhäusern oder mit Migrationshintergrund weniger Bildungschancen bekommen als andere. Wie Heiner Bielefeldt feststellt, ein erster wichtiger Schritt, um auf die Verletzung er Menschenrechte in deutschen Schulen hinzuweisen. Aber auch ein Schritt, der für viele 'Deutschen' sehr schwer zu verdauen scheint. Dazu Bielefeldt:

"Befremdlich ist allerdings der Tenor vieler Kommentare. Abwehrreflexe gegenüber dem "UN-Bildungsinspekteur", wie Muñoz fälschlich genannt wurde, waren oft unübersehbar. Dass ein "UN-Sheriff", der ausgerechnet aus dem fernen Costa Rica kommt - so die verächtliche Diktion -, allen Ernstes menschenrechtliche Kritik gegenüber Deutschland vorbringen könnte, erschien manchen Leitartiklern geradezu ehrenrührig zu sein."

Manchen scheint der Besuch noch nicht mal berichtenswert zu sein. Auf bild.de findet sich mit den Suchbegriffen 'munoz', 'un' oder 'schule' kein einziger Bericht. Es kann wohl nicht angehen, dass ein Costa Ricaner, also ein 'Unterentwickelter', über 'unser' schönes Deutschland ins Gericht zieht.

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Tal der Wölfe
Ein neuer Film ist in den deutschen Kinos angelaufen Tal der Wölfe. Wie in der Türkei schon wird er auch hier zum Publikumserfolg.

Aber es regt sich Widerstand. Konservative Politiker fordern sein Verbot, sehen in ihm einen weiteren Grund dafür, dass die Türkei nicht der EU beitreten darf.

Ich habe den Film nicht gesehen. Aber nachdem, was ich über ihn gelesen habe, ist er wohl tatsächlich antisemitisch, gewaltverherrlichend, etc. Nichts, was frau sich anschauen möchte. Nichts, was ein friedliches Zusammenleben in Vielfalt fördert. Ein Film, der besser nicht in die Kinos gekommen wäre.

Robert Misiks Argumentation in der taz, dass dieser Film viel schlimmer ist als die 'amerikanischen Rambofilme' kann ich so aber nicht teilen. Warum ist es schlimmer einen 'anti-westlichen' Film zu machen als einen 'anti-kommunistischen' oder einen 'anti-islamischen'? Liegt es daran, dass wir durch den dumpfen Rassismus, Anti-Kommunismus, Sexismus, die Islamophobie, etc. in Hollywood-Schinken nicht selber angegriffen werden, dass wir sie für weniger gefährlich halten?

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Pressefreiheit
Bettina Gaus stellt heute in der taz die angebliche Verteidigung der Pressefreiheit gegen die 'Muslime' ironisch auf den Prüfstand:

"Es ist sehr traurig, dass gewaltbereite Muslime derzeit die Pressefreiheit im Westen bedrohen, und es ist sehr schön zu sehen, wie tapfer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland inzwischen für dieses Recht einstehen. Gewiss würde meine Glosse heute gedruckt. Ungeschrieben bleiben künftig Briefe wie jener, der vor einigen Jahren die Chefredaktion der taz erreichte und in dem ein Parteisprecher beredte Klage darüber führte, dass die Parlamentskorrespondentin seine Arbeitgeberin nicht hinreichend würdigte. Niemals mehr wird sich der Vorsitzende einer großen Gewerkschaft telefonisch über die Berichterstattung dieser Zeitung beschweren. Und falls doch, dann bei der Autorin selbst. Nicht bei deren Vorgesetzten.

Kein Journalist muss jemals wieder fürchten, von Reisen oder Gesprächsrunden ausgeschlossen zu werden, weil dem Minister seine politische Richtung nicht passt. Kein Intendantenposten beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird unter dem Gesichtspunkt vergeben, ob und welche Parteibücher die Bewerber haben. Kein Großkonzern, kein Wäschegeschäft wird die Vergabe ganzseitiger Anzeigen von der Berichterstattung über seine Arbeitsbedingungen abhängig machen. Nichts von alledem kann jemals wieder passieren, denn die Meinungsfreiheit ist uns jetzt heilig."

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Dienstag, 21. Februar 2006
Lesetipp: Rechtlose Lohnsklaven
In der neuen iz3w schreibt Kien Nghi Ha über die Deutsche Arbeitmigrationspolitik als innere Kolonisierung. Er zeigt auf wie die gesteuerte Arbeitsmigration nach 'Deutschland' seit der Kaiserzeit kolonialer Logik folgt und wie Kontinuitäten bis heute bestehen. Sehr lesenswert.

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Die Grenzen der Worte
Um über etwas reden zu können, brauchen und gebrauchen wir Worte. Aber diese Worte sind nicht unschuldig. Sie tragen ihre Geschichten mit sich. Sie sind geworden, tragen Bedeutungen und können immer nur kontextualisiert verstanden werden. Sie begrenzen gleichzeitig auch das, was wir ausdrücken können. Dinge, Gefühle, Gedanken, für die wir keine Worte besitzen, können wir kaum denken.

Gerade habe ich einen kurzen Artikel von mir gelesen (und etwas redigiert), den ich 1994 geschrieben habe. Mein Einstieg in die Auseinandersetzung mit 'anders deutsch'. Aber wirklich nur ein Einstieg. Da schreibe ich noch unbefangen von Ausländern, Deutschen und Indern (meine damit auch die Frauen, sage das aber nicht). Ich spreche von Identität und Kultur. Alles Begriffe, die ich heute nur noch in Anführungsstrichen benutzen mag. Sie haben ihre Selbstverständlichkeit für mich verloren.

Auch damals schon merkte ich, dass sie nicht so eindeutig sind, wie sie scheinen. Dass ich mit ihnen nicht wirklich ausdrücken kann, was ich will. Aber ich wusste nicht damit umzugehen. Ich habe sie benutzt und damit auch reproduziert. Ich war in ihnen gefangen, bin ihrer Logik gefolgt, konnte mich nicht so einfach von ihnen lösen.

Inzwischen geht das besser. Inzwischen habe ich verstanden, dass wir Worte auch strategisch einsetzen können. Und mit ihren Grenzen leben müssen.

Wie Mecheril (2003) sagt: „Jede Bezeichnung ist in ihrer Art (un)angemessen, weil sie (nur) bestimmte Aspekte fokussiert und als Bezeichnung die phänomenale oder explanative Signifikanz des Gesichtspunkts suggeriert.“

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Sonntag, 19. Februar 2006
Herr der Ringe
Gestern hat mir ein Experte auf Radio Eins erklärt, warum 'Herr der Ringe' nicht rassistisch ist. Zumindest wollte er es. Ich habe es aber nicht verstanden. Gut, ich habe den 'Herrn der Ringe' auch weder gelesen noch gesehen. Aber so viel ich verstanden habe, war die Kritik, dass die 'Guten' hell sind und die 'Bösen' dunkel. Wenn das so ist im Buch und/oder Film, dann kann das sehr gut eine Reproduktion von rassistischen Bildern sein. Aber darüber hat der Experte gar nicht geredet. Er erzählte etwas von Arten und 'Rassen', die es sowohl bei Tieren wie bei Menschen gäbe. Und dann stieg er in eine Analyse von 'Herr der Ringe' ein, insbesondere wer mit wem Kinder zeugen könne. Und da das alle (?) oder aber zumindest die 'Hellen' mit den 'Dunklen' (?) oder so können, deswegen ist der 'Herr der Ringe' nicht rassistisch. Das habe ich nicht verstanden. Oder hat er was nicht verstanden?

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In Asien
gehen sie mit den Hühnern ins Bett" sagt ein Rügener Geflügelbauer der taz. In Deutschland sind wir natürlich zivilisierter, und bekommen daher auch nicht die Vogelgrippe, meint er.

Ob so ein Huhn gut zum Schmusen ist? Warum habe ich bisher bei meinen Asienaufenthalten nie ein Kuschelhuhn bekommen?

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