Sonntag, 10. April 2011
Bildungsfern
Die taz berlin berichtet über ein Projekt, dass "Jugendliche nichtdeutscher Herkunft" zu Pflegeassistent_innen ausbildet. Die Jugendlichen brauchen diese Unterstützung, weil sie durch rassistische Ausgrenzungen von Ausbildung fern gehalten werden.

""Viele haben schlechtere schulische Ergebnisse. Aber auch bei guten Ergebnissen erleben sie Benachteiligung bei der Ausbildungsplatzsuche", so Rüffers."

Zudem hält ein unsicherer Aufenthaltsstatus von Bildung fern:

"Lebensmitteltechnologie wollte er studieren, aber sein Aufenthaltsstatus verbot ihm die Aufnahme eines Studiums."

Die Ausbildung zu wenig qualifizierten und schlecht bezahlten Pflegeassistent_innen wird kulturalistisch begründet:

"Der Krankenhausbetreiber Vivantes als Ausbilder für Pflegeberufe habe sich als Kooperationspartner angeboten, weil "in dieser Branche die besonderen Kompetenzen von MitarbeiterInnen nichtdeutscher Herkunft erkannt und gebraucht werden", so Rüffer: "Die Zahl alter und pflegebedürftiger Menschen, auch Migranten, steigt enorm. Wer soll denn die Berliner künftig pflegen, wenn nicht sie?""

So schafft sich der Staat gut auszubeutende Arbeitskräfte, die schlechte Arbeitsbedingungen und niedrigen Lohn in Kauf nehmen müssen, und eine wichtige Versorgungslücke schliessen.

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"Die Zahl alter und pflegebedürftiger Menschen, auch Migranten, steigt enorm. Wer soll denn die Berliner künftig pflegen, wenn nicht sie?""

hier wuerde ich wiederum sagen, schwingt vor allem Rassismus mit, denn die 'Kultur' anzufuehren als den allgemeinen Vorteil, den 'nichtdeutsche Herkunft' bei der Pflege von 'pflegebedueftigen Menschen, auch Migranten', einraeume, scheint mir angesichts der Vielzahl von involvierten 'Migrationshintergruenden' doch eher grotesk. Ich nehme an, es geht hier simplerweise darum, eine Klasse von Menschen zu definieren, die, gleich in welcher Kategorie, hier in der Pflege, 'ganz unten' steht. Im uebrigen, innerhalb dieser erwaehnten taz-Kampagne koennte man sicherlich die Assoziation asiatisches (weisses) Aussehen-asiatische (europ.) Kultur als rassistisch bezeichnen, da sie Biologie und Kultur in eines setzt, aber 'gemeint' war hier sicherlich eher die Überlegenheit der 'europaeischen Kultur', weniger die der 'Rasse'.

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"So schafft sich der Staat gut auszubeutende Arbeitskräfte, die schlechte Arbeitsbedingungen und niedrigen Lohn in Kauf nehmen müssen, und eine wichtige Versorgungslücke schliessen."

Das ist gut auf den Punkt gebracht. In diese Richtung gingen meine Gedanken auch, als ich den Artikel gelesen habe. Der Staat profitiert also von der strukturellen Diskriminierung der MigrantInnen.

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