Montag, 24. September 2007
Anti-racist racism
"Attempting, as an American, to write about the Pakistani experience in Great Britain was an enormous undertaking that I couldn't have begun - left alone completed - without the assistance of the following individuals" writes author Elizabeth George in her acknowledgements to her thriller "Deception on his mind". Among the following individuals there is one Muslim last name combined with a Western first name.

Maybe it wasn't quite enough to ask so few people, who know something about the 'Pakistani' experience in Britain. Not only would George then maybe have chosen names, which really sounded Pakistani and not just somehow Muslim (thanks to Kyla for confirming my impression that the chosen names really did not sound 'Pakistani' at all), she would hopefully also have not reproduced all racist stereotypes in her supposedly anti-racist story.

At the end we know that the local police is racist (and the male part of it also sexist, and probably all homophob), that the local neighbourhood is racist, that our main character is a good anti-racist cop saving the 'Pakistani' child and that the 'Pakistanis' are criminals and murders. And the good cop understands at the end:

"We never thought it [the murder] could have been the means to an end having nothing to do with anything that we - as Westeners, as bloody Westeners - could possibly hope to understand."

So, now we readers also know that 'Pakistanis' are really strange and that it is the task of the good 'white' protagonists to save and understand them.

PS: If anybody needs a good example for the interedependency of racism and heteronormativity, just use this thriller (I have done so here (pdf). Everything is in there.

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Sonntag, 23. September 2007
Snaker du litt norsk?
fragt mich gestern die Bankangestellte. Oder so ähnlich. Denn ich spreche tatsächlich nur sehr sehr wenig Norwegisch. Ein bisschen mehr verstehe ich. Und so habe ich doch etwas von dem verstanden, was sie mir in ihrem Überschwang erzählen wollte. Und sie war sehr gesprächig. Aber halt nicht so sicher im Englischen. Darauf hat sie dann aber trotzdem zurückgegriffen, um mir von ihrem Berlinurlaub und dem Aquarium im Hotel zu erzählen. Zum Abschluss des Gesprächs (und meines Bankgeschäfts) hat sie mir dann noch die Hand gegeben. Sehr nett - und etwas irritierend.

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Mittwoch, 19. September 2007
Gentests für EinwanderInnen
Die taz berichtet über die französische Einwanderungspolitik:

"Das Gesetz verlangt, daß nachreisende Familienangehörige - außer Personen über 65 Jahren - im Herkunftsland in zweimonatigen Kursen beim Konsulat in der Hauptstadt Französisch lernen müssen. Daß die in Frankreich lebende Person einen Lohn nachweisen muß, der höher sein muß als der gesetzliche Mindestlohn. Das Gesetz legt Gentests - auf Kosten der AntragstellerInnen nahe, die beweisen sollen, daß die nachreisenden Kinder die eigenen sind."

Nachtrag 23.10.07: Wie die taz berichtet, sind Forderungen nach Gen-Tests in Hessen schon Verwaltungspraxis.

Nachtrag 06.11.07: Die taz berichtet nochmal über die 'deutschen' Gentest-Forderungen.

Nachtrag 05.02.08: Wie die taz berichtet, sind DNA-Tests in Berlin Standard.

Nachtrag 26.05.08: Die taz berichtet: Auch Kinder, die einen 'weißen' Vater haben, die aber "mit dem Vater nicht klassisch als Familie zusammen" leben, weil der Vater zum Beispiel an einem anderen Ort studiert, müssen nun zum Gentest. Stellt der fest, dass ihr sozialer Vater nicht ihr biologischer ist, werden sie gemeinsam mit der Mutter abgeschoben.

So wird Rassismus mit Heteronormativität verbunden.

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Samstag, 15. September 2007
Nicht das Gleiche
Lapskaus ist nicht Labskaus, auch wenn ich das dachte.

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Mittwoch, 12. September 2007
Register gefordert
"Bosbach fordert "Konvertiten-Register"" titelt tagesschau.de, denn:

"Zwei der drei Männer, die Anschläge in Deutschland geplant haben sollen, waren zum Islam übergetreten. "

Ich habe einen alternativen Vorschlag: urmila fordert ein "Männer-Register", denn
  • drei von den drei Terrorverdächtigen sind Männer
  • die meisten der rassistischen SchlägerInnen sind Männer
  • die meisten der rassistischen PolitikerInnen sind Männer
  • die meisten FrauendiskriminiererInnen sind Männer
Zur Begründung frei nach Bosbach:

"Als Konsequenz hat [urmila] die Einführung eines ["Männer-Registers"] gefordert. Eine solche Speicherung sei "sinnvoll, denn wir wissen, dass sich einige ... radikalisieren lassen. Das ist kein Generalverdacht, sondern eine Gefahrenabwehr", sagte [urmila auf andersdeutsch]. [Sie] wisse zwar, dass [ihre] Meinung nicht überall auf Gegenliebe stoße, "aber ich bin nicht bereit, aus lauter politischer Korrektheit die Augen vor der Realität zu verschließen", so [die Bloggerin]. Prävention werde immer wichtiger, da es immer weniger klare Täterprofile bei "Gefährdern" gebe."

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Montag, 10. September 2007
Frauen an den Herd
"Gut ausgebildete Musliminnen, die Kopftuch tragen, sind bei der Jobsuche oft chancenlos. Viele Arbeitgeber haben Vorurteile, Jobcenter drohen schon mal mit Leistungskürzungen. So werden die Frauen an den Herd getrieben, kritisieren Expertinnen."

schreibt die taz berlin und führt in dem Artikel noch weiter aus, wie öffentliche Arbeitgeber Kopftuchträgerinnen systematisch diskriminieren.

Diese Ausgrenzung dient natürlich ausschließlich dem Schutz der Rechte der Frauen. Welche waren das noch mal?

Und am 11.09.07: berichtet die taz über eine Studie zur 'Zwangsheirat':

"So verstehen die Autoren ihr Buch nicht nur als Anlass, die Debatte um Zwangsheirat zu versachlichen. Sie leiten aus den Daten auch konkrete Handlungstipps ab. So fordert die Studie, Migrantinnen selbst zu stärken. Die Mädchen sollen bessere Bildungs- und Berufschancen haben. Dann, so die Hoffnung, können sie sich eher gegen die Pläne der Eltern zur Wehr setzen."

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Sonntag, 9. September 2007
Matfest Bergen
Vor den Bryggen in Bergen

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Fremskrittspartiet
Manchmal ist es als 'AusländerIn' ganz gut, nicht wirklich Norwegisch zu können. Es stehen Kommunalwahlen an in Bergen (oder waren sie schon?) und auch mein Briefkasten wird immer wieder mit Wahlwerbung bestückt. Die Fremskrittspartiet hat mir eine Zeitung zukommen lassen. Eine ganze Seite zur Asylpolitik (oder genereller wohl 'AusländerInnen raus'-Politik) inklusive. Soweit ich es verstehe, nutzen wir nicht-westlichen 'AusländerInnen' (dazu zähle ich mich meiner Gene wegen mal und vermute, dass die Fremskrittspartiet das auch so sieht) nicht nur das Sozialsystem aus, sondern stellen auch eine lebensgefährliche Gefahr für die NorwegerInnen dar (insbesondere da wir psychisch instabil sind):

"Begar grufulle handlinger mot uskyldige nordmenn."

Es wäre schon besser, wenn ich gleich abgeschoben würde und wenn das nicht geht, dann sollte ich zumindest eingesperrt werden. Vielleicht sollte ich auch einen Warnhinweis für die unschuldigen Nordmannen tragen.

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