Freitag, 14. Juni 2013
Neu erschienen: Indische Krankenschwestern
"von unseren Familien finanziell unabhängig und weit weg von der Heimat"
Eine ethnographische Annäherung an Migration, Geschlecht und Familie

erschienen in: Thomas Geisen, Tobias Studer und Erol Yildiz (Hrsg.) (2013), Migration, Familie und soziale Lage - Beiträge zu Bildung, Gender und Care, Wiesbaden: Springer VS, 251-270.

Aus der Einleitung:

"Die Migrationsgeschichte der aus Indien nach Deutschland angeworbenen Krankenschwestern und Schwesternschülerinnen sowie ihrer Familien (vgl, Goel 2008) dient diesem Artikel als Grundlage für eine ethnographische Annäherung an das Zusammenspiel von Migration, Geschlecht und Familie. Um die Vielfältigkeit und jeweilige Spezifik der familiären Beziehungen in verschiedenen Lebensphasen darzustellen, gliedere ich den Artikel entlang von fünf Stationen innerhalb der Biographie der Krankenschwestern und ihrer Familien: erstens der Entscheidung von jungen Frauen zur Migration nach Deutschland in den 1960ern und 70ern, zweitens der Frage von Beziehungen und Eheschließungen in den 1970ern, drittens der Ausgestaltung der Geschlechterrollen in der Ehe, viertens der Erziehung der Kinder und fünftens den Perspektiven der Kinder. Der Beschreibung dieser fünf Stationen stelle ich Ausführungen zum theoretischen Rahmen und methodischen Vorgehen der Analyse voraus."

PS: Das Verlagslektorat hat im Text etwas gewütet. Aus dem Unterstrich ist mal ein Leerzeichen, mal ein Binnen-I und mal nur die weibliche Form geworden. Meine Fußnote zum Unterstrich ist aber weiterhin da.

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Donnerstag, 2. Mai 2013
Publikation: Eine unmögliche Verbindung?
Der BER hat die Broschüre Develop-mental Turn. Neue Beiträge zu einer rassismuskritischen entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit herausgegeben. Darin auch ein Artikel von Beate Flechtker, Alice Stein und mir:

Eine unmögliche Verbindung? Rassismuskritische Bildung und entwicklungspolitische Institutionen

"Immer mehr Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland zeigen Interesse an Ansätzen der Rassismuskritik, der postkolonialen Theorie und der kritischen Auseinandersetzung mit Weißsein. Ausschreibungen an potentielle Seminarleitungen werden entsprechend formuliert. Trainer_innen sollen besondere Sensibilitäten für und Qualifikationen zu den Themen mitbringen sowie ihre Seminarinhalte entsprechend gestalten. People of Color (PoC), Schwarze und Migrant_innen werden als Trainer_innen besonders angesprochen.

Unsere Erfahrungen als Trainer_innen in diesem Bereich zeigen aber, dass das Bekenntnis zu und Bemühen um rassismuskritische Bildungsarbeit nicht ausreicht, wenn in deren Umsetzung Rassismen reproduziert und die Auseinandersetzung mit den eigenen rassistischen Strukturen verweigert wird."

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Montag, 4. Februar 2013
Rezensionen von InderKinder
Die ersten Rezensionen zu unserem neuen Buch InderKinder sind erschienen:

In der Zeitschrift Meine Welt schreiben Navina Sundaram und Jana Koshy. Für suedasien.info hat Nina Khan eine Rezension verfasst.

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Dienstag, 20. November 2012
Neu Erschienen: InderKinder


Urmila Goel, Jose Punnamparambil und Nisa Punnamparambil-Wolf (Hrsg.): InderKinder. Über das Aufwachsen und Leben in Deutschland.

Heidelberg: Draupadi Verlag, 220 Seiten, 2012, 19,80 €
ISBN 978-3-937603-73-5

„Inder, Kinder, Chip-Erfinder“ – seit der Diskussion um ‚Computer-Inder‘ und die Kampagne ‚Kinder statt Inder‘ im Jahr 2000 wird Migration aus Indien nach Deutschland auch öffentlich wahrgenommen.

In diesem Buch schreiben Kinder von Migranten und Migrantinnen aus Indien, die schon lange keine Kinder mehr sind und von denen viele schon selber Kinder haben, über das Aufwachsen und Leben als InderKind in Deutschland. Mit ihren autobiographischen Erzählungen und wissenschaftlichen Essays ermöglichen sie vielfältige Einblicke in wenig bekannte Migrationsgeschichten, in Prozesse des Anders-Gemacht-Werdens sowie dem mal mehr und mal weniger selbstbewussten Umgang mit Zuschreibungen.

Mit Beiträgen von Diptesh Banerjee, Sandra Chatterjee, Simon Chaudhuri, Betty Cherian-Oddo, Harpreet Cholia, Maymol Devasia-Demming, Urmila Goel, Renuka Jain, Rohit Jain, Nicole Karuvallil, Sherry Kizhukandayil, Merle Kröger, Paul Mecheril, Shobna Nijhawan, Rita Panesar, Nivedita Prasad, Nisa Punnamparambil-Wolf, Daniela Singhal und Pia Thattamannil.

Mehr Informationen auf urmila.de/inderkinder.

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Dienstag, 7. August 2012
Neuer Text: von Asiat_innen und Inder_innen in Deutschland
Im Sommer 2008 wurde ich zu dem Internationalen Workshop „Imagining Race and Hegemony in (Inter)Asia“ in Seoul/ Südkorea eingeladen. Im November 2010 dann zu einer Podiumsdiskussion "Selbstorganisation und (Pan-)Asiatische Identitäten" im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Vietnamesische Diaspora and Beyond“ in Berlin. Im Zuge dieser Veranstaltungen habe ich mich mit dem Konzept Asien/Asiat_innen in Bezug auf die in Deutschland als Inder_innen wahrgenommenen Menschen auseinandergesetzt.

Dazu habe ich jetzt den Text Vorzeige-Migrant_innen, Rassismus und mögliche Bündnisse - von Asiat_innen und Inder_innen in Deutschland auf meiner Webseite veröffentlicht. Mit der Schlussfolgerung:

"Zwischen ‚Asiat_innen‘ und ‚Inder_innen‘ gibt es Gemeinsamkeiten. So verbindet die virtuellen Räume asia-zone, asiapower, danger!bananas und das Indernet, das in diesen virtuellen Räumen eine deutschsprachige Auseinandersetzung mit den Erfahrungen in Deutschland mit einem unscharfen natio-ethno-kulturellen Bezugspunkt jenseits von Deutschland verbunden wird. Das ist aber eine Gemeinsamkeit, die sie auch mit anderen Räumen natio-ethno-kulturell anders Definierter (wie ‚Türk_innen‘, ‚Pol_innen‘, ‚Russ_innen‘, etc.) verbindet. Verbindend sind viel mehr die Erfahrungen in Deutschland als der Bezug zu dem unscharfen Konstrukt ‚Asien‘. So bleibt mir unklar, wozu die Klammer ‚asiatisch‘ dienen soll."

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Mittwoch, 4. Juli 2012
Intersektionalität und Bildungsarbeit
Gemeinsam mit Alice Stein habe ich auf dem Portal Intersektionalität den Artikel Mehr als nur ein Machtverhältnis – machtkritische Bildung und Zugänge zu Intersektionalität (als pdf) veröffentlicht:

"Aufbauend auf unserer theoretischen Auseinandersetzung mit Intersektionalität bzw. der Interdependenz von Machtverhältnissen wollen wir in diesem Artikel anhand unserer praktischen Erfahrungen als Trainerinnen diskutieren, welche Herausforderungen machtkritische Bildungsarbeit zu bzw. im Kontext von mehreren verflochtenen Machtverhältnissen für Trainer_innen mit sich bringt."

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Dienstag, 15. Mai 2012
Neue Veröffentlichung: Migration im Europa der Regionen
Mein Artikel Migration im Europa der Regionen – Überlegungen zu ungleichen Machtverhältnissen und ihren Konsequenzen ist nun in der Online-Publikation Kritische Migrationsforschung? – Da kann ja jeder kommen. vom Netzwerk MiRA veröffentlicht worden.

Zusammenfassung:

Urmila Goel stellt in ihrem Artikel theoretische Überlegungen zu ungleichen und interdependenten Machtverhältnissen an, welche sie auf die Europaregionen und ihren Umgang mit Migration anwendet und daran anschließend alternative Denkansätze rund um Migration erarbeitet. Ausgangspunkt ihrer Überlegungen ist die Feststellung, dass durch die Überschreitung von Grenzen in die und innerhalb der nationalstaatlich organisierten EU Konflikte auftreten. Migration erscheint als ein Problem für die EUNationalstaaten, welches es zu regulieren bzw. zu verhindern gilt. Mit Blick auf die aktuellen Debatten über Migration stellt sie allerdings heraus, dass nicht Migration an sich, sondern die Migration von bestimmten Personen als Problem angesehen wird. In der Analyse des nach ökonomischen Kosten-Nutzen folgenden ‚Bereicherungsdiskurses’ und des ‚Integrationsdiskurses’ verweist Urmila Goel auf die diesen zugrunde liegenden Konstruktion der abweichenden Anderen, über welche sich die zur Norm erklärten Dominanzgesellschaft erst hervorbringt. Die Differenzierung zwischen uns und den Anderen erfolgt dabei entlang strukturell verankerter rassistischer, (hetero)sexistischer und klassistischer Vorstellungen sowie jene über normgerechte Körperlichkeit. In den Migrationsdebatten wird diese Differenzierung in vermeintlich eindeutig Zugehörige und Nicht-Zugehörige permanent (re)produziert und somit die ungleichen Machtverhältnisse, auf welchen die gesamte (post)koloniale Weltordnung basiert,stabilisiert. Diese so hergestellte Norm und das Andere ist allerdings nicht eindeutig und stabil, welches auf die Interdependenz verschiedener Machtverhältnisse hindeutet. Diese veranschaulicht Urmila Goel an Beispielen der Verwobenheit von Gender und natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit, wie sie z. B. in der Kopftuchdebatte auftreten. Sie beendet ihren Artikel, indem sie anhand von drei Beispielen von Grenzüberschreitungen die damit verbundenen Machtungleichheiten, Interdependenzen und Ambivalenzen aufzeigt.

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Montag, 14. November 2011
Argumente gegen antimuslimischen Rassismus
Die Antirassistische Initiative und die Gruppe Soziale Kämpfe haben eine Broschüre 'Arguemente gegen antimuslimischen Rassismus' (als pdf) herausgegeben, in der sie überwiegend dekonstruierend argumentieren.

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Donnerstag, 10. November 2011
Rezension: Rassismus auf gut Deutsch
Chandra-Milena Danielzik hat den Sammelband Rassismus auf gut Deutsch. Ein kritisches Nachschlagewerk zu rassistischen Sprachhandlungen (Hrsg. Nduka-Agwu und Hornscheidt, Brandes & Apsel, 2010), in dem auch ich mit zwei Kolleginnen einen Artikel zu Integration veröffentlicht habe, rezensiert. Ihre Zusammenfassung ist vernichtend (und durchaus berechtigt, wenn auch meine Kritik etwas anders formuliert wäre):

"Ernüchtert bleibt festzustellen, dass bezüglich anti-rassistischer Kämpfe in Deutschland Intention und Effekt des Sammelbandes auseinanderzufallen scheinen: Anstelle von Empowerment von und Solidarität mit Menschen, welche den alltäglichen Rassismus der Weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft erfahren und erleiden müssen und der Überwindung von Identitätsschubladen verlangen die Herausgeber_innen nach einer eindeutigen Trennschärfe, und dies, obwohl es im Beitrag „Schwarze, Schwarze Deutsche“ von Adibeli Nduka-Agwu und Wendy Sutherland heißt, Bezeichnungen von Menschen könnten nur dann ihr emanzipatorisches Potential entfalten, wenn sie jeweils von der benannten Person selbst als Eigenbezeichnung und Identität gewählt wurden (90). Es erscheint verwunderlich, worin dann das emanzipatorische Moment liegen soll, wenn Menschen ihre Rassismuserfahrungen abgesprochen werden, das Buch neue Identitätsschubladen schafft und mit einem reduzierten und statischen Rassismusbegriff operiert."

Quelle: PERIPHERIE Nr. 124, 31., Jg. 2011, Verlag Westphälisches Dampfboot, Münster, S. 526-9.

PS: Für unseren Artikel nehme ich natürlich an, dass er unter Chandra-Milena Danielziks Einschätzung:

"Vereinzelte Beiträge dieses Sammelbandes sind durchaus lesenswert und nicht so sehr geprägt von der kritisierten Grundausrichtung des Buches."

fällt. :-)

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Donnerstag, 13. Oktober 2011
Buchbesprechung: Rassismus in der Leistungsgesellschaft
Anmerkung: Ich habe dieses Buch vom Verlag kostenlos als Rezensionsexemplar bekommen.

Der von Sebastian Friedrich herausgegebene Sammelband Rassismus in der Leistungsgesellschaft (2011, Verlag edition assemblage, Münster) bietet laut Untertitel Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der >>Sarrazindebatte<< . Ein Jahr nach der Sarrazindebatte versammelt dieses Buch sowohl Artikel, die sich explizit mit Sarrazins Buch beschäftigen sowie jene, die sich mit der Debatte rund um die Veröffentlichungen von Sarrazins Buch beschäftigen.

Insbesondere letzteres ist wichtig, um den Fokus weg von der Person Sarrazin und seinen Aussagen zu nehmen und stattdessen zu analysieren, wieso eine solche Veröffentlichung so erfolgreich sein konnte, welche gesellschaftliche Debatten (und Ausgrenzungsmechanismen) dem Erfolg zugrunde liegen und durch ihn gefördert werden.

Ein besonderes Anliegen des Sammelbandes ist es, nicht nur den Rassismus der Sarrazindebatte zu analysieren sondern auch den damit verbundenen Klassismus. Verschiedene Artikel analysieren, die sarrazinsche Ausgrenzung von jenen, die als ökonomisch nicht leistungsfähig konstruiert werden, und die weitgehende Nichtthematisierung dieses Themenkomplexes in der öffentlichen Sarrazindebatte.

Das Buch hat mich in verschiedener Hinsicht bereichert. Zum einen bieten etliche Artikel eine Sammlung von interessanten Sarrazin- und anderen Medienzitaten. Zum anderen bietet der Sammelband einige kritische Analysen der Sarrazindebatten. Viele der Argumentationen waren für mich nicht neu, einige haben mir aber auch noch neue Denkanregungen gegeben. Ich kann das Buch also durchaus empfehlen, für all jene, die sich noch mal eingehender mit der Sarrazindebatte auseinandersetzen wollen.

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