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Montag, 25. Februar 2008
Deutschfühlen
urmila, 15:18h
Hayati Boyacioglu fragt im taz-Interview:
"Warum sollte ich mich wie ein Deutscher fühlen? Wie fühlen sich denn die Deutschen überhaupt?"
"Warum sollte ich mich wie ein Deutscher fühlen? Wie fühlen sich denn die Deutschen überhaupt?"
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Politik und Rassismus
urmila, 15:16h
Die taz interviewt den Integrationsbeauftragten des Berliner Fußballverbands zu Rassismus im Fußball. Matur weißt auf die Verbindung von politischen Debatten und dem Fußballrassismus hin:
"Rassismus gehört mittlerweile zum Fußballalltag dazu. Das ist das Schlimme. Und es gibt regelrechte Schübe. Wenn zum Beispiel in der Politik gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund Stimmung gemacht wird, wie im hessischen Wahlkampf, dann spüren wir das auch sofort auf den Fußballplätzen."
"Rassismus gehört mittlerweile zum Fußballalltag dazu. Das ist das Schlimme. Und es gibt regelrechte Schübe. Wenn zum Beispiel in der Politik gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund Stimmung gemacht wird, wie im hessischen Wahlkampf, dann spüren wir das auch sofort auf den Fußballplätzen."
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Sonntag, 24. Februar 2008
Natürlich
urmila, 18:39h
In der Diskussion meines Vortrags heute ging es unter anderem darum, ob Kategorien natürlich sind. Als Beispiel wurde erwähnt, dass zum Beispiel die Unterscheidung in Männer und Frauen eine natürliche sei. Auf meinen Einwurf hin, dass es auch Intersexuelle gebe und die erst durch einen medizinischen Eingriff zwangsweise eindeutig gemacht werden, kam ein interessanter Einwurf:
"Dass die Natur nicht immer so eindeutig in den Unterscheidungen ist, sollte nicht als Indiz genommen werden, dass die Unterscheidung nicht natürlich sei."
Was ist denn dann natürlich, wenn schon die Natur nicht natürlich ist?
"Dass die Natur nicht immer so eindeutig in den Unterscheidungen ist, sollte nicht als Indiz genommen werden, dass die Unterscheidung nicht natürlich sei."
Was ist denn dann natürlich, wenn schon die Natur nicht natürlich ist?
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Samstag, 23. Februar 2008
Der Profi
urmila, 22:50h
Radio Eins Profi Benecke ist mit seinem biologistischen Wissenschaftsansatz und Heterosexismus für mich sowieso nur schwer erträglich. Heute musste er aber auch noch seine Praktikantin über seltsame InderInnen, Kühe und Hunde in Mumbai berichten lassen
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Freitag, 22. Februar 2008
MmMs können auch erfolgreich sein
urmila, 17:01h
Das Gegenmittel zu all der rassistischen Hetze gegen "kriminelle ausländische Jugendliche" scheint es gerade zu sein, darauf hinzuweisen, dass es auch erfolgreiche Jugendliche 'mit Migrationshintergrund' gibt. Role models müssen her, wurde auf einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung gefordert. Die taz veröffentlicht heute einen Artikel über Die unbekannten Erfolgreichen (Print-Ausgabe) bzw. Nicht-Prügler (Online-Ausgabe)". Die FDP-Tiergarten hat mich zu einem Vortrag über die bildungserfolgreichen "jungen Migranten und Migrantinnen aus Südasien" eingeladen.
Und natürlich ist es bei der gegenwärtigen rassistischen Hetze nicht verkehrt, die Bilder über die kriminellen, ungebildeten, asozialen, etc. 'AusländerInnen' zu brechen. Natürlich kann das Sichtbarmachen von erfolgreichen MmMs positive Identifikationsfiguren für andere MmMs schaffen.
Aber trotzdem ist mir dabei nicht wohl.
Sind denn nur die Erfolgreichen auch gewollt in unserer Gesellschaft?
Wird die Gesellschaft aus der Verantwortung genommen, indem suggeriert wird, dass es wer will auch schaffen kann?
Und inwiefern kann ich (AkademikerInnenkind, Mittelklasse, aus dem Westen, gesicherter rechtlicher Status) als Role Model für andere MmMs, die einen anderen sozialen und rechtlichen Status in Deutschland haben, dienen?
MmM ist nicht gleich MmM. Die implizite Gleichsetzung in diesen Diskursen, homogenisiert die 'AusländerInnen' und stabilisiert ihre unterstellte Andersartigkeit von den 'Deutschen'. Und das ist sicher nicht produktiv für den Abbau von rassistischen Strukturen.
Und natürlich ist es bei der gegenwärtigen rassistischen Hetze nicht verkehrt, die Bilder über die kriminellen, ungebildeten, asozialen, etc. 'AusländerInnen' zu brechen. Natürlich kann das Sichtbarmachen von erfolgreichen MmMs positive Identifikationsfiguren für andere MmMs schaffen.
Aber trotzdem ist mir dabei nicht wohl.
Sind denn nur die Erfolgreichen auch gewollt in unserer Gesellschaft?
Wird die Gesellschaft aus der Verantwortung genommen, indem suggeriert wird, dass es wer will auch schaffen kann?
Und inwiefern kann ich (AkademikerInnenkind, Mittelklasse, aus dem Westen, gesicherter rechtlicher Status) als Role Model für andere MmMs, die einen anderen sozialen und rechtlichen Status in Deutschland haben, dienen?
MmM ist nicht gleich MmM. Die implizite Gleichsetzung in diesen Diskursen, homogenisiert die 'AusländerInnen' und stabilisiert ihre unterstellte Andersartigkeit von den 'Deutschen'. Und das ist sicher nicht produktiv für den Abbau von rassistischen Strukturen.
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Donnerstag, 21. Februar 2008
Schockiert
urmila, 17:57h
Im hessischen Dautphetal wird ein Haus mit rassistischen Parolen beschmiert und später am Abend angezündet. Die Polizei geht von einem "fremdenfeindlichen Hintergrund" aus, da auch "Ausländer raus"-Rufe gehört wurden. Die taz berichtet:
"Bürgermeister Bernd Schmidt (Freie Wähler) sagte, es habe ihn "hart schockiert", dass es ausgerechnet Familie O. getroffen habe. Ihr türkischer Migrationshintergrund sei "nicht erkennbar gewesen, so eingepasst sind sie"."
Wäre er weniger schockiert gewesen, wenn es eine andere Familie getroffen hätte?
Rassismus macht vor 'Integration' nicht Halt.
Nachtrag 25.02.08: Mehr Informationen in der taz.
"Bürgermeister Bernd Schmidt (Freie Wähler) sagte, es habe ihn "hart schockiert", dass es ausgerechnet Familie O. getroffen habe. Ihr türkischer Migrationshintergrund sei "nicht erkennbar gewesen, so eingepasst sind sie"."
Wäre er weniger schockiert gewesen, wenn es eine andere Familie getroffen hätte?
Rassismus macht vor 'Integration' nicht Halt.
Nachtrag 25.02.08: Mehr Informationen in der taz.
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Mittwoch, 20. Februar 2008
Ausbürgerung nur zeitnah
urmila, 19:57h
Manchmal funktioniert der Rechtsstaat auch für 'AusländerInnen' noch etwas. Die taz berichtet:
"... das Bundesverwaltungsgericht am vergangenen Donnerstag geurteilt hatte, dass eingebürgerten ehemaligen Ausländern der deutsche Pass trotz arglistiger Täuschung Jahre später nicht einfach wieder abgenommen werden darf. Mehr als acht Jahre seien nicht mehr "zeitnah", hieß es zur Begründung."
Und ob es sich überhaupt um arglistige Täuschung handelt ist auch umstritten.
"... das Bundesverwaltungsgericht am vergangenen Donnerstag geurteilt hatte, dass eingebürgerten ehemaligen Ausländern der deutsche Pass trotz arglistiger Täuschung Jahre später nicht einfach wieder abgenommen werden darf. Mehr als acht Jahre seien nicht mehr "zeitnah", hieß es zur Begründung."
Und ob es sich überhaupt um arglistige Täuschung handelt ist auch umstritten.
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Montag, 18. Februar 2008
Seaview
urmila, 17:47h
Zum Abschluss der Berlinale habe ich gestern noch den Dokumentarfilm Seaview gesehen. Ein einfühlsamer Einblick in die Unmenschlichkeit des (irischen) Asylsystems, der komplexe Zusammenhänge darstellt und auch vor Ambivalenten nicht zurückschreckt. Der Film wird davon getragen, dass sich die RegisseurInnen nicht nur intensiv mit dem Thema und ihren ProtagonistInnen auseinander gesetzt haben, sondern dass sie auch einen Erzählstrang entwickelt und Bilder sowie Sound dazu gefunden haben. (Bei anderen Dokumentarfilmen, die ich in den letzten Tagen gesehen habe, fehlte mir dieses filmische Gesamtkonzept.)
Nachtrag 26.03.08: Auch in Deutschland werden AsylbewerberInnen in Ferienlagern untergebracht, die dafür gar nicht geeignet sind. Z.B. in Katzhütte.
Nachtrag 26.03.08: Auch in Deutschland werden AsylbewerberInnen in Ferienlagern untergebracht, die dafür gar nicht geeignet sind. Z.B. in Katzhütte.
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Visitationszonen in Dänemark
urmila, 17:33h
Die taz berichtet aus Kopenhagen:
" ..."Visitationszone". Hier ... darf die Polizei ohne den geringsten Verdacht auf ein Vergehen nicht nur die Identität einer Person überprüfen, sondern sie an Ort und Stelle auch körperlich durchsuchen. Angeblich will man dabei Waffen finden. ... Der Polizei erlauben diese Zonen, Willkür und mangelnden Respekt vor anderen Menschen freien Lauf zu lassen ... Dadurch fühlten sich nicht nur Jugendliche ständig erniedrigt, schikaniert und beleidigt. ... In der Praxis müssten nur Jugendliche, die "nicht dänisch" aussehen, Kontrollen und Visitationen über sich ergehen lassen. ... "Wieso versteht die Polizei eigentlich nicht, was sie damit bewirkt?" Die Jugendlichen erlebten nur "ständig neue Beweise dafür, wie wenig sie willkommen sind in einem Land, in dem sie doch den Rest ihres Lebens verbringen sollen"."
" ..."Visitationszone". Hier ... darf die Polizei ohne den geringsten Verdacht auf ein Vergehen nicht nur die Identität einer Person überprüfen, sondern sie an Ort und Stelle auch körperlich durchsuchen. Angeblich will man dabei Waffen finden. ... Der Polizei erlauben diese Zonen, Willkür und mangelnden Respekt vor anderen Menschen freien Lauf zu lassen ... Dadurch fühlten sich nicht nur Jugendliche ständig erniedrigt, schikaniert und beleidigt. ... In der Praxis müssten nur Jugendliche, die "nicht dänisch" aussehen, Kontrollen und Visitationen über sich ergehen lassen. ... "Wieso versteht die Polizei eigentlich nicht, was sie damit bewirkt?" Die Jugendlichen erlebten nur "ständig neue Beweise dafür, wie wenig sie willkommen sind in einem Land, in dem sie doch den Rest ihres Lebens verbringen sollen"."
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Foto: © Anke Illing

