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Freitag, 24. November 2006
"Wo lebten die Aborigines bevor die Weißen kamen?"
urmila, 14:24h
fragte eine InternetnutzerIn eine Suchmaschine und kam zu mir.
Hier die Antwort: Da, wo jetzt die 'Weißen' wohnen.
Hier die Antwort: Da, wo jetzt die 'Weißen' wohnen.
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Umgang mit Rassismuserfahrungen
urmila, 14:19h
Mareile Paske hat ihre Bachelorabeit über "'Andere Deutsche’ – Strategien des Umgangs mit Rassismuserfahrungen" geschrieben. Sehr lesenswert als pdf. Was Mareile unter Rassismuserfahrungen versteht hier.
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Redewendungen
urmila, 04:47h
"Deutsch verdienen und chinesisch einkaufen" schreibt Nina Apin in der taz, um die gängige Einkaufspraxis von Bäckereien zu beschreiben. Nun habe ich zwei Probleme damit: Zum ersten, weiß ich nicht, was diese Redewendung bedeutet. Zum zweiten (und viel wichtiger) werden hier mal wieder 'nationale' Bezeichnungen in ein hierarchisches Verhältnis gebracht. Denn 'deutsch' ist in diesem Kontext eindeutig mehr Wert als 'chinesisch'. Solche rassistschen Redewendungen gehören verbannt.
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Donnerstag, 23. November 2006
ID recorded
urmila, 06:45h
Ich habe gerade ein Päckchen auf den langen Weg nach Deutschland geschickt (zwischen Armidale und Sydney scheint die Post von Känguruhs transportiert zu werden, die ab und zu mal die Orientierung verlieren ... oder vielleicht legen sie auch nur längere Pausen ein?). Als ich dabei nach einer ID (Identifizierung, am liebsten den Führerschein, aber da ich denn nicht habe, ging auch mein deutscher Personalausweis) gefragt wurde, habe ich doch mal zurückgefragt, warum die gebraucht wird. Einfache Antwort: "September 11th".
Nun ist mein Päckchen mit einen großen gelben Aufkleber "ID recorded" unterwegs und stellt keine Gefahr mehr für die Menschheit dar .... Und wenn doch, dann können sie mich ganz schnell einsperren, denn meine ID ist recorded.
Nun ist mein Päckchen mit einen großen gelben Aufkleber "ID recorded" unterwegs und stellt keine Gefahr mehr für die Menschheit dar .... Und wenn doch, dann können sie mich ganz schnell einsperren, denn meine ID ist recorded.
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Donnerstag, 16. November 2006
Wrangelstrasse
urmila, 12:43h
"Die Festnahme minderjähriger Kleinkrimineller führt im Berliner Bezirk Kreuzberg zu einem Tumult mit hundert Beteiligten." berichtet die taz. Die Wrangelstraße als neue Rütlischule. Die bösen Muslime, die sich nicht an die Ordnung halten. Aber vielleicht sollte frau sich weniger auf die Jugendlichen und mehr auf die Polizei konzentrieren:
"Laut Polizei versuchte er, den Abtransport der Kinder durch Öffnen der Fahrzeugtür und Tritte gegen den Streifenwagen zu verhindern. "Die Zwölfjährigen wurden wie Terroristen behandelt, an die Wand gestellt und in Handschellen gelegt", sagt M. Als er dagegen protestiert habe, sei die Stimmung aggressiv geworden. "Die Polizisten sagten: Geh doch zurück in dein Land!""
Nachtrag 21.11.06: Die taz berlin berichtet im Gegensatz zu der rassistischen und islamophoben Berichterstattung z.B. im Tagesspiegel aus der Sicht der Kiezbewohner:
"Aufklärung tut not. Was hat sich vergangenen Dienstag wirklich im Kreuzberger Wrangelkiez ereignet? In der ersten Pressemitteilung der Polizei hieß es, "eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen" sei dort "massiv" gegen Polizeibeamte vorgegangen, als diese zwei Tatverdächtige festnehmen wollten. Tags darauf hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch erklärt, lediglich "einzelne Personen" seien gewalttätig geworden. Jugendliche und Anwohner aus dem Wrangelkiez bestreiten selbst das. Die Stimmung sei aufgebracht gewesen, aber handgreiflich geworden sei nur ein einziger: der 23-jährige Mehmet S. Und das erst, nachdem er von Beamten niedergeschlagen worden sei.
....
Ganz in der Nähe hatte sich am Dienstag der Vorfall ereignet. Jugendliche, Anwohner und Ladenbesitzer beschreiben die Situation so: Die Wrangelstraße sei ein Dorf, fast jeder kenne jeden. Wenn etwas passiere, liefen alle aus den Cafés und Läden zusammen. Die soziale Kontrolle sei groß, zumal bei Polizeieinsätzen. So funktioniere Zivilgesellschaft.
....
In den meisten deutschen Medien wird jedoch nur die erste Version der Polizei veröffentlicht - anders als in türkischen Blättern. Mit Überschriften wie "Der Mob ist da" macht vor allem der Tagesspiegel Stimmung. Und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wird dort mit dem Satz zitiert: "Kein Pardon für den Mob.""
Nachtrag 22.11.06: Es ist schon faszinierend, welches Bild jetzt vom Wrangelkiez gezeichnet wird. In der taz zum Beispiel wird einer zitiert mit: "Ich habe schon in vielen Ecken in Berlin gewohnt, aber das hier ist keine normale Gegend." Ein ganz böses Pflaster also. Rechtsfreier Raum. Gefährlich.
Ich wohne seit drei Jahren (wenn ich nicht gerade in Australien bin) direkt an der Grenze zum Wrangelkiez. Im Dunkeln (und auch im Hellen) gehe ich viel lieber durch den Wrangelkiez als durch Treptow. In Treptow haben mir viele viel zu kurze Haare. Als 'Ausländerin' und Lesbe fühle ich mich da nicht sehr sicher. Im Wrangelkiez hingegen habe ich mich immer sicher gefühlt. Ich gehe dort auch sehr gerne einkaufen und aus. Freundinnen von mir wohnen in dem Kiez, schon lange und sehr gerne. Ich mag den Wrangelkiez.
Mir ist klar, dass es im Wrangelkiez viele soziale Probleme gibt. Sicher gibt es auch Kriminalität, von der ich nichts mitbekomme (von den Wohnungseinbrüchen in Treptow bekomme ich sehr viel mehr mit). Aber diese Stilisierung als rechtsfreier Raum, in dem 'Clanstrukturen' herrschen und sich eigentlich kein 'guter' Bürger hintrauen kann, finde ich abscheulich.
Der Augenmerk sollte viel mehr auf die rassistischen Polizeipraktiken gelegt werden!
Nachtrag 26.11.06: Mehr in Mail aus Kreuzberg.
"Laut Polizei versuchte er, den Abtransport der Kinder durch Öffnen der Fahrzeugtür und Tritte gegen den Streifenwagen zu verhindern. "Die Zwölfjährigen wurden wie Terroristen behandelt, an die Wand gestellt und in Handschellen gelegt", sagt M. Als er dagegen protestiert habe, sei die Stimmung aggressiv geworden. "Die Polizisten sagten: Geh doch zurück in dein Land!""
Nachtrag 21.11.06: Die taz berlin berichtet im Gegensatz zu der rassistischen und islamophoben Berichterstattung z.B. im Tagesspiegel aus der Sicht der Kiezbewohner:
"Aufklärung tut not. Was hat sich vergangenen Dienstag wirklich im Kreuzberger Wrangelkiez ereignet? In der ersten Pressemitteilung der Polizei hieß es, "eine Ansammlung von 80 bis 100 Jugendlichen" sei dort "massiv" gegen Polizeibeamte vorgegangen, als diese zwei Tatverdächtige festnehmen wollten. Tags darauf hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch erklärt, lediglich "einzelne Personen" seien gewalttätig geworden. Jugendliche und Anwohner aus dem Wrangelkiez bestreiten selbst das. Die Stimmung sei aufgebracht gewesen, aber handgreiflich geworden sei nur ein einziger: der 23-jährige Mehmet S. Und das erst, nachdem er von Beamten niedergeschlagen worden sei.
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Ganz in der Nähe hatte sich am Dienstag der Vorfall ereignet. Jugendliche, Anwohner und Ladenbesitzer beschreiben die Situation so: Die Wrangelstraße sei ein Dorf, fast jeder kenne jeden. Wenn etwas passiere, liefen alle aus den Cafés und Läden zusammen. Die soziale Kontrolle sei groß, zumal bei Polizeieinsätzen. So funktioniere Zivilgesellschaft.
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In den meisten deutschen Medien wird jedoch nur die erste Version der Polizei veröffentlicht - anders als in türkischen Blättern. Mit Überschriften wie "Der Mob ist da" macht vor allem der Tagesspiegel Stimmung. Und Innensenator Ehrhart Körting (SPD) wird dort mit dem Satz zitiert: "Kein Pardon für den Mob.""
Nachtrag 22.11.06: Es ist schon faszinierend, welches Bild jetzt vom Wrangelkiez gezeichnet wird. In der taz zum Beispiel wird einer zitiert mit: "Ich habe schon in vielen Ecken in Berlin gewohnt, aber das hier ist keine normale Gegend." Ein ganz böses Pflaster also. Rechtsfreier Raum. Gefährlich.
Ich wohne seit drei Jahren (wenn ich nicht gerade in Australien bin) direkt an der Grenze zum Wrangelkiez. Im Dunkeln (und auch im Hellen) gehe ich viel lieber durch den Wrangelkiez als durch Treptow. In Treptow haben mir viele viel zu kurze Haare. Als 'Ausländerin' und Lesbe fühle ich mich da nicht sehr sicher. Im Wrangelkiez hingegen habe ich mich immer sicher gefühlt. Ich gehe dort auch sehr gerne einkaufen und aus. Freundinnen von mir wohnen in dem Kiez, schon lange und sehr gerne. Ich mag den Wrangelkiez.
Mir ist klar, dass es im Wrangelkiez viele soziale Probleme gibt. Sicher gibt es auch Kriminalität, von der ich nichts mitbekomme (von den Wohnungseinbrüchen in Treptow bekomme ich sehr viel mehr mit). Aber diese Stilisierung als rechtsfreier Raum, in dem 'Clanstrukturen' herrschen und sich eigentlich kein 'guter' Bürger hintrauen kann, finde ich abscheulich.
Der Augenmerk sollte viel mehr auf die rassistischen Polizeipraktiken gelegt werden!
Nachtrag 26.11.06: Mehr in Mail aus Kreuzberg.
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Mittwoch, 15. November 2006
Frage
urmila, 13:02h
Nach meinem Vortrag heute wurde ich gefragt, was denn 'Deutschsein' ist? Gute Frage. Klar auch, dass es nicht wirklich definiert ist. Aber es gibt natürlich schon eine Vorstellung davon, was 'Deutschsein' ist und die ist anders als die Idee vom 'Australischsein'. 'Weiß' und 'christilich', heterosexuell, etc. gilt für beide. Was ist dann die Differenz? Die deutsche Sprache. Und? 'Deutsche' Kultur? Aber was ist die?
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Dienstag, 14. November 2006
Ganz liberal
urmila, 12:23h
Da fragte mich der Hostelbetreiber beim Kochen, worüber ich denn meinen Vortrag morgen halte. Auf die Antwort: „Rassismus“, bezog er sich gleich auf Cronulla. Vielleicht erinnert sich die eine oder andere noch. Das ging auch durch die deutschen Medien. Letzten Dezember haben ‚Weiße’ am Strand ‚Araber’ gejagt. Ganz so bezog sich mein Vermieter aber nicht darauf. Er erklärte den Vorfall damit, dass ein ‚Libanese’ einen sechszehnjährigen Lebensretter (und die sind wohl so wichtig in Australien, wie die Freiwillige Feuerwehr in Deutschland) zusammengeschlagen hatte. Von da ging es dann zu den Gruppenvergewaltigungen, die die ‚Libanesen’ machen. Wobei mein Hostelbetreiber es natürlich jedem Mädchen freistellt, mit einer Gruppe ‚Libanesen’ in einen Park zu gehen. Aber irgendwie sind sie dann schon selber Schuld. Cronulla lag also in der Luft. Und das wohl wegen der ‚Libanesen’. Den irgendwie ist das deren Kultur. Wenn ich es richtig verstanden habe.
Wir sprachen dann weiter über dieses und jenes, und landeten bei der Queen. Woraufhin der freundliche Vermieter meinte, davon gebe es genug in Australien. Insbesondere zu Mardi Gras. Sein Sohn fände das ja schlimm. Aber er denke, soll doch jeder zu hause machen, was er will.
Ein freundlicher Mann, vollkommen liberal, lässt jeden leben, wie er will.
Nachtrag 18.11.05: Mir wurde jetzt auch erklärt, warum mein Vermieter so reagierte. War gar nicht so abwegig wie ich dachte: In Australien wird von Rassismus gegen 'Weiße' gesprochen. Und das insbesondere im Bezug auf die 'Libanesen'. Da muss ich wohl in Zukunft besser klar machen, worüber ich arbeite.
Gestern beim 'Chinesen' wurde ich mit einem netten jungen Mann im Anzug an einen Tisch gesetzt. Er höflicher Banker mit Anthropologiestudium fing ein Gespräch an. Ich sprach über 'Weißsein' und wie das 'weiße' Australien mich irritiert. Da ging er nahtlos über dazu, dass mich 'Aborigine'-Gegenden noch mehr irritieren würden. Da laufen die Kinder mit Petroleumkanistern um den Hals rum zum Schnüffeln. Und die 'Aborigines' bekommen brandneue Toyotas, fahren damit an den Strand zum Fischen, dann werden die Wagen nass und funktionieren nicht mehr. Die 'Aborigines' lassen sie stehen, weil sie wissen, sie kriegen einen neuen.
Irgendwas mach ich in meiner Gesprächsführung falsch.
Wir sprachen dann weiter über dieses und jenes, und landeten bei der Queen. Woraufhin der freundliche Vermieter meinte, davon gebe es genug in Australien. Insbesondere zu Mardi Gras. Sein Sohn fände das ja schlimm. Aber er denke, soll doch jeder zu hause machen, was er will.
Ein freundlicher Mann, vollkommen liberal, lässt jeden leben, wie er will.
Nachtrag 18.11.05: Mir wurde jetzt auch erklärt, warum mein Vermieter so reagierte. War gar nicht so abwegig wie ich dachte: In Australien wird von Rassismus gegen 'Weiße' gesprochen. Und das insbesondere im Bezug auf die 'Libanesen'. Da muss ich wohl in Zukunft besser klar machen, worüber ich arbeite.
Gestern beim 'Chinesen' wurde ich mit einem netten jungen Mann im Anzug an einen Tisch gesetzt. Er höflicher Banker mit Anthropologiestudium fing ein Gespräch an. Ich sprach über 'Weißsein' und wie das 'weiße' Australien mich irritiert. Da ging er nahtlos über dazu, dass mich 'Aborigine'-Gegenden noch mehr irritieren würden. Da laufen die Kinder mit Petroleumkanistern um den Hals rum zum Schnüffeln. Und die 'Aborigines' bekommen brandneue Toyotas, fahren damit an den Strand zum Fischen, dann werden die Wagen nass und funktionieren nicht mehr. Die 'Aborigines' lassen sie stehen, weil sie wissen, sie kriegen einen neuen.
Irgendwas mach ich in meiner Gesprächsführung falsch.
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Sippenhaft
urmila, 02:05h
"Schwieriger wird es aber für Familien geduldeter Ausländer, die straffällig geworden sind. "Wenn jemand eine schwere Straftat begangen hat, dann kann man nicht nur ihn abschieben. Das muss von der Familie zusammen erlitten werden", verlangt Beckstein." schreibt die taz.
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Sonntag, 12. November 2006
Keine Gefahr
urmila, 12:46h

Flughafen Armidale: Keine Sicherheitskontrolle, nichts. Nur Schilder an der Wand, dass frau keine gefährlichen Gegenstände mit an Bord nehmen darf. Und das zu einer Zeit, wo die ganze Welt aus Angst vor möglichem Terror durchdreht. Ist hier die Welt noch in Ordnung? Oder sind kleine Propellermaschinen nicht terrorgefährdet?
Nachtrag 21.11.06: An den Propellermaschinen kann es nicht liegen. Denn vor dem Flug von Sydney nach Armidale wurde ich wie üblich durchleuchtet, musste zwar meine Schuhe nicht ausziehen, aber das Notebook auspacken.
Ist Armidale einfach ein Paradies, in dem es keine TerroristInnen gibt?
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Freitag, 10. November 2006
Vorurteil
urmila, 13:50h
Auf tagesschau.de gibt es heute aus gegebenen Anlass einen Artikel zum Thema Antisemitismus mit der Überschrift Die Geschichte eines Vorurteils. Was für ein unglaublich Verharmlosung! Weder bei Antisemitismus noch bei Rassismus, Islamophobie, Sexismus oder Homophobie geht es um Vorurteile. Das Konzept des Vorurteils unterstellt, dass es tatsächliche Differenzen gibt und frau nur die falschen Vorstellungen darüber hat. Darum geht es aber nicht. All diese -ismen und -phobien sind Differenzlinien, die konstruiert werden, um Machtstrukturen zu legitimieren und zu festigen. Es geht nicht drum, was die 'Juden' machen, sondern dass 'wir' die 'Juden' erst als Kategorie festschreiben und dann ausgrenzen.
Der Rest des Artikels ist nicht wirklich besser:
"Es ist allerdings nicht so, dass derjenige, der antisemitische Stereotype verwendet, auch zwangsläufig Antisemit sein muss. ...
Ein Paradebeispiel dieser Art findet sich bereits im historischen "Berliner Antisemitismusstreit" von 1879: Damals veröffentlichte der liberale Geschichtsprofessor Heinrich von Treitschke einen Artikel, der die Juden angriff und ihnen vorwarf, ihr Verhalten provoziere den Ausruf "die Juden sind unser Unglück"."
Was bitte daran ist nicht antisemitisch?
"Obwohl Treitschke ganz sicher kein gewalttätiger Antisemit war, machten die Nazis seinen Spruch 50 Jahre später zum Motto ihres Hetzblattes "Der Stürmer"."
Soll das heißen, dass antisemitische Einstellungen erst dann antisemitisch werden, wenn sie von Gewalt begleitet werden? Meistens sind die Vordenker von gewalttätigen Ideologien nicht selber gewalttätig. Sie legitimieren durch ihre Schriften aber Gewalt.
Der Rest des Artikels ist nicht wirklich besser:
"Es ist allerdings nicht so, dass derjenige, der antisemitische Stereotype verwendet, auch zwangsläufig Antisemit sein muss. ...
Ein Paradebeispiel dieser Art findet sich bereits im historischen "Berliner Antisemitismusstreit" von 1879: Damals veröffentlichte der liberale Geschichtsprofessor Heinrich von Treitschke einen Artikel, der die Juden angriff und ihnen vorwarf, ihr Verhalten provoziere den Ausruf "die Juden sind unser Unglück"."
Was bitte daran ist nicht antisemitisch?
"Obwohl Treitschke ganz sicher kein gewalttätiger Antisemit war, machten die Nazis seinen Spruch 50 Jahre später zum Motto ihres Hetzblattes "Der Stürmer"."
Soll das heißen, dass antisemitische Einstellungen erst dann antisemitisch werden, wenn sie von Gewalt begleitet werden? Meistens sind die Vordenker von gewalttätigen Ideologien nicht selber gewalttätig. Sie legitimieren durch ihre Schriften aber Gewalt.
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Foto: © Anke Illing

