Freitag, 6. Juli 2012
Widerstand gegen Gedenken
Die taz berichtet, dass in Dresden Poltiker_innen von CDU und FDP (mit Unterstützung der NPD) verhindern, dass eine Straße nach der ermordeten Marwa El-Sherbini sowie eine andere nach der von der deutschen Legion Condor 1937 zerstörten Stadt Guernica benannt wird.

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Roma vor die Tür gesetzt
Die taz berlin, dass 80 Roma aus ihren Wohnungen vertrieben wurden:

"Die 80 Roma in Moabit hatten seit März 2010 in unsanierten Unterkünften, vermietet vom Verein Humanitas Kinderhilfe, gelebt. Am Montag rückte die Polizei an, um die Wohnungen zu räumen - die Roma verließen daraufhin das Haus in der Turmstraße 64 aus eigenen Stücken. Die Verwalterin des Gebäudes will die Wohnungen entkernen und komplett sanieren. Unklar ist, wie viele der Roma noch einen gültigen Mietvertrag für die Unterkünfte hatten."

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Freiwilliges Engagement
Meine berufliche Tätigkeit habe ich mit der Förderung freiwilligen Engagements begonnen. Und nach wie vor, finde ich es gut, wenn sich Menschen unentgeltlich für Andere einsetzen. Aber es gibt da so einige Fallstricke wie ein Artikel in der taz zeigt.

So wird da beschrieben, welche Aufgaben alle von unbezahlten Freiwilligen übernommen werden, die früher öffentlich finanziert wurden. Da ist es sicher gut, dass manche öffentliche Aufgaben so erhalten bleiben. Gleichzeitig kann es nicht sein, dass immer weniger Leute damit ihr Einkommen verdienen können. Die Gefahr das bezahlte Arbeit verdrängt wird, besteht immer.

Zudem ist die Frage, wer unbezahlt arbeitet und wie das mit ungleichen Machtverhältnissen zu tun hat. So schreibt die taz:

"Karin Stiefelhagen, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, klagt, es werde immer schwieriger, Engagierte zu finden. Grund: Auch im Oberbergischen wandeln sich die traditionellen Familienstrukturen. Frauen, die bisherigen Stützen des sozialen und kulturellen Ehrenamts, sind häufiger berufstätig als früher, wenn auch oft nur in Teilzeit"

Das heisst ja, dass das freiwillige Engagement nicht unbedingt so freiwillig war. Es war vielmehr die einzige Möglichkeit für viele westdeutsche Frauen sich überhaupt ausserhalb des Hauses zu engagieren, weil ihnen aufgrund der heteronormativen Ordnung die Berufswelt verschlossen war.

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Diversity Management
Die taz schreibt über Karriere mit Homo-Faktor und reproduziert dabei die essentialisierenden Grundlagen des Diversity Managements, z.B.

"„Wir suchen Individuen“, sagt der Banker. Schwule Mitarbeiter hätten viele Vorteile. „Sie nehmen natürlich schnell Trends auf, sind kreativ und können ihre Erfahrungen bei uns einbringen.“ Dazu kommt: Homosexuelle Mitarbeiter ziehen homosexuelle Kunden an. "

Klare Bilder darüber, wie die Schwulen so sind. Zumindest darüber, welche Schwulen als Mitarbeiter und Kunden gewünscht werden. (Und auch nicht verwunderlich, dass am Anfang des Artikels zwar von LGBT geschrieben wird, T aber gar nicht erwähnt werden und L auch kaum.)

Und auch wenn so getan wird, als ob es um die Einbeziehung von vielfältigen Erfahrungen geht. Es sind natürlich nur bestimmte Erfahrungen erwünscht, sonst wären ja auch geduldete Flüchtlinge, alleinerziehende Mütter auf Hartz IV, Menschen mit Behinderungen und andere Menschen, die in unserer Gesellschaft massive Ausgrenzungserfahrungen haben, gesuchte Mitarbeiter_innen.

Primär geht es um wirtschaftlichen Nutzen für die Unternehmen. Da sind sie auch bereit, Schwule mehr einzubeziehen, da die inzwischen das Bild der Kreativen etc. erfüllen. Machtverhältnisse und Ausgrenzungen werden aber nicht bekämpft, sondern eher noch bestärkt. So sind Schwule auch deswegen interessant, weil sie (Männer sind) und (angeblich) keine Familien haben:

"Dass Schwule und Lesben außerdem noch häufiger als Heteros keine Kinder bekommen, ihre Energie also eher auf den Job als auf die Familie richten können ist ein naheliegender Vorteil. Offen sagen will das kein Unternehmen."

Damit werden betriebliche Ausgrenzungsmechanismen weiter gestärkt. Was soll daran positiv sein?

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