Montag, 23. Januar 2012
Das preußische Polen
Im Rahmen des allgemeinen Preußen- bzw. Friedrich-Hypes, der gerade durch die Medien schwappt, hat die taz über den 'polnischen Friedrich' berichtet. Als Protagonist des Artikels dient der Kunsthistoriker Grzegorz Podruczny. Seine Faszination für Friedrich und die Preußen wird wie folgt motiviert:

"Die drei Teilungen Polens - in preußisches, österreichisches und russisches Staatsgebiet - seien noch spürbar. Das preußische Polen fühlt westlich, denkt europäisch, daran lässt Podruczny kein Zweifel. Die Polen im Westen wählen mehrheitlich die liberale Bürgerplattform, nicht die konservative Partei PIS."

Interessante Konstruktion des (fortschrittlichen) 'Westens'. Besonders interessant, da hier historische Kontinuitäten suggeriert werden, die so gar nicht existieren. Etwas später im Artikel wird der Leiter der deutsch-polnischen Seniorenakademie in Slubice zitiert:

""Wir Slubicer sind keine alteingesessenen Bürger", erklärt Raczkowski ihr Interesse für Geschichte. Nach dem Krieg wurden vor allem Polen aus dem damaligen Osten Polens im Westteil des Landes angesiedelt"

Im 'Westen' wohnen also die aus dem 'Osten'.

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