Dienstag, 14. Juni 2011
Gegen Bevormundung
Die taz berlin berichtet von der abolish-Demonstration in Berlin. Dort ging es auch um den Wertmarken-Boykott in Hennigsdorf (siehe hier für Hintergründe) und die Zusammenarbeit zwischen Menschen, die dem Asylbewerber_innenleistungsgesetz unterliegen und ihren Unterstützer_innen aus der Dominanzgesellschaft:

"Mit seiner tiefen Stimme übertönt Chamberlin Wandji vom Afrikarat Brandenburg die Parolen des Demonstranten. Es sei absehbar gewesen, dass der Staat mit den Flüchtlingen nicht ernsthaft verhandeln werde, sagt er. Die deutschen Unterstützer des Protests, die momentan die Essensversorgung im Heim organisieren, hätten aber auf dem Gespräch bestanden. Es gab Streit, am Ende setzten sich die Unterstützer durch.

Wandji findet, die Flüchtlinge müssten sich auch gegen Bevormundung durch Unterstützer wehren: "Wir müssen den Protest selber führen." Das sei schwer, wenn man die Landessprache nicht beherrsche. Aber schuld daran sei die Ausgrenzung durch die Behörden. "Da müssen die eben dem schlechten Deutsch zuhören." "

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Donnerstag, 23. Dezember 2010
Ausländer
Heute überschreibt die taz einen Artikel in der Printtaz mit "Die Ausländer verlassen das ivorische Schiff". Im Artikel geht es dann um ausländisches Botschaftspersonal, das die Elfenbeinküste verlässt, und darum, dass Länder des globalen Nordens ihre Bürger_innen dazu aufgerufen haben, das Land zu verlassen. Es geht also um privilegierte Ausländer_innen, die sowohl über Mittel zum Gehen verfügen wie auch einen Ort haben, zu dem sie gehen können.

Bei der Überschrift hatte ich allerdings an andere 'Ausländer_innen' gedacht. Denn vor ein paar Tagen hat die taz den Jugendminister Charles Blé Goudé porträtiert:

"Der Jugendminister der illegalen Regierung in der Elfenbeinküste ist bekannt für seine Ausländerfeindlichkeit."

und genauer

"Der Jugendminister in der illegalen neuen Regierung von Laurent Gbagbo, dem uneinsichtigen Verlierer der Präsidentschaftswahl vom November, rief am Samstag in Abidjan zum "Kampf" zur "totalen Befreiung unseres Landes" auf. "Alle Ivorer" sollten sich zu diesem Kampf bereithalten.

Mit "Ivorern" meint Blé Goudé nur einen Teil der Bevölkerung der Elfenbeinküste. 1972 im westivorischen Niagbrahio geboren, gehört er zu jenen Intellektuellen, für die das Problem der Elfenbeinküste darin besteht, dass zu viele westafrikanische "Ausländer" dort leben, und zu diesen Ausländern gehöre auch ein Großteil der Bevölkerung des Nordteils des Landes, der jetzt für Gbagbos Gegner Alassane Ouattara stimmte."


Diese 'Ausländer_innen' werden kaum das 'ivorische Schiff' verlassen können. Sie haben aber sicher mehr zu befürchten als Botschaftspersonal und Bürger_innen des globalen Nordens. Über sie hätte ich gerne mehr erfahren.

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Sonntag, 20. September 2009
Fragen
In der Printausgabe der taz ist das Foto mit heruntergekommenen Häusern zum Artikel: Fünf Stationen bis zur Gewalt unterschrieben mit: "Straßenszene aus Anacostia. Früher ein Mittelschichtsviertel, heute sind 90 Prozent der Bewohner Schwarze. Was lernen wir hier? Schwarze können nicht Mittelschicht sein?

Im Artikel lässt sich dann der 'weiße' taz-Autor Ralf Sotscheck von dem 'weißen' Polizisten Daniel Egbert ("Der 33-Jährige ist einer der wenigen weißen Polizisten auf dem Revier.") durch Anacostia führen und die Situation erklären. Warum kommen keine 'Schwarzen' zu Wort?

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Samstag, 9. Mai 2009
taz-Leser_innen sind 'weiß'
"Schon physiologisch sind Hausschweine und Menschen einander ähnlich, was sich nicht nur in vergleichbaren Krankheitsausprägungen zeigt, sondern auch in der rosigen Hautfarbe..." schreibt die taz.
Bin ich dann, wenn ich nicht rosig bin, weder Schwein noch Mensch?

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Samstag, 23. Februar 2008
Der Profi
Radio Eins Profi Benecke ist mit seinem biologistischen Wissenschaftsansatz und Heterosexismus für mich sowieso nur schwer erträglich. Heute musste er aber auch noch seine Praktikantin über seltsame InderInnen, Kühe und Hunde in Mumbai berichten lassen

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Samstag, 5. Januar 2008
Parallelwelt
Antje Bauer berichtet in der taz über die Parallelwelt von integrationsunwilligen 'Deutschen' in der Türkei (muss dabei leider aber auch wieder in Orientalismen verfallen).

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Freitag, 4. Januar 2008
Die 68er und die Kritik am Kolonialismus
In dem taz mag zu den 68ern hat Dominic Johnson unter dem Titel Weißes Schluchzen über die 68er und ihre Kritik am Kolonialismus geschrieben.

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Donnerstag, 27. Dezember 2007
Kinder retten
Im tagesschau.de-Artikel kommt die Frau eines der zu Zwangsarbeit verurteilten Arche-de-Zoe-Mitarbeiter, die die Ungerechtigkeit gegenüber den 'weißen' HelferInnen beklagt, ausführlich zu Wort. Der Kommentar des Staatsanwalts, der das Urteil als ein Zeichen gegen die Sklaverei sieht, hingegen ist nur im Videoausschnitt zu sehen.

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Donnerstag, 20. Dezember 2007
Beauftragte zur Vertretung der CDU-Interessen gegenüber den AusländerInnen
Die Ausländerbeauftragten des Bundes haben sich früher als Verteidigerinnen der Interessen der 'AusländerInnen' verstanden. Das hatte sicher etwas bevormundendes (und war auch sonst unvollkommen), aber es war zumindest gut gemeint und hat auch immer mal wieder geholfen Interessen zu verteidigen.

Seit der letzten Bundestagswahl gibt es nun eine Staatsministerin für Integration (anders deutsch berichtete diverse male). Seither stehen die Interessen der CDU vor jenen der 'AusländerInnen', die jetzt zumeist MmM heissen. Die taz schreibt in einem Porträt über die Integrationsministerin:

"Dabei ließ Böhmer von Anfang an erkennen, dass sie sich - anders als die früheren Ausländerbeauftragten - nicht als Anwältin der Migranten versteht."

Das wird in einem längeren taz-Artikel über die Verschärfungen des Zuwanderungsrechts gleich bestätigt:

""Mit dem frühen Spracherwerb im Herkunftsland sorgen wir dafür, dass sich nachziehende Ehegatten von Anfang an besser bei uns zurechtfinden können", lobte die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des aktuellen Ausländerberichts nochmals das Gesetz."

Derweil kommt von anderer Seite massive Kritik an den Neuregelungen, z.B.:

"Juristen haben wegen Fällen wie diesen Bauchschmerzen mit dem Gesetz. "Für einige Familien werden unzumutbar hohe Hürden aufgebaut", sagt der Rechtswissenschaftler Thomas Groß von der Universität Gießen. Das Gesetz steht seiner Meinung nach mit dem vom Grundgesetz garantierten Schutz von Ehe und Familie im Konflikt."

Aber der Schutz von Ehe und Familie scheint die CDU nur dann zu interessieren, wenn dadurch der 'weiße' deutsche heterosexuelle Mann seine 'weiße' deutsche Ehefrau als Hausfrau und Mutter bewahren kann.

Die MmMs stören vor allem. Deren Ehen und Familien sollen nicht geschützt werden. Sie sollen auch am besten gar nicht mehr einwandern. Und dafür taugt der Ausgrenzungsbegriff Integration am besten. Das taz-Porträt endet mit:

"Auf Linie blieb Böhmer auch am Mittwoch, als ihr die Frage gestellt wurde: "Ist Deutschland ein Einwanderungsland?" Böhmers überlegte kurz - und antwortete ausweichend: "Deutschland ist Integrationsland." Genau so steht es im CDU-Programm."

Nachtrag 20.09.09: ... noch ein taz-Kommentar zu Böhmers Umwidmung des Amtes: "Wir hatten noch nie eine so schlechte Beauftragte."

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Samstag, 8. Dezember 2007
Afrika und Europa
Dominic Johnson beschreibt in der taz Wie Europa Afrika verlor. Ein interessanter Perspektivenwechsel hin zu was afrikanische Eliten von Europa halten.

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