Montag, 28. November 2011
Schlechte Argumente gegen Herdprämie
urmila, 23:35h
Im taz-Interview kritisiert die SPD-Politikerin Katrin Altpeter die Herdprämie, die Ministerin Schröder einführen will. Soweit so gut. Da lassen sich viele gute Gründe gegen anbringen. Altpeter bringt aber auch zwei schlechte:
"Da schicken unsere Kommunen zum Beispiel Integrationsbeauftragte zu Migrantenfamilien, um sie davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Kita zu bringen. Und jetzt kommt die Bundesfamilienministerin und bietet ihnen Geld dafür, genau das nicht zu tun."
Der Bundesfamilienministerin vorzuwerfen, dass sie irgendwas plane, was Migrant_innenfamilien nutzen könne, ist eine absurde Vorstellung. Die Unterstellung, dass 'Migrant_innen' lieber Geld nehmen als ihre Kinder zu fördern, ist rassistisch.
"Wir haben ein Demografieproblem und einen Fachkräftemangel. Wenn gut ausgebildete Frauen durch das Betreuungsgeld längere Zeit vom Arbeitsmarkt ferngehalten werden, verschlechtert das die Situation. Wir dürfen auf die guten Potenziale von Frauen heute nicht mehr verzichten."
Heisst das, dass wenn wir keinen Fachkräftemangel hätten, die Frauen zu hause bleiben sollen? Also Gleichberechtigung abhängig von der Wirtschaftslage?
"Da schicken unsere Kommunen zum Beispiel Integrationsbeauftragte zu Migrantenfamilien, um sie davon zu überzeugen, ihre Kinder in die Kita zu bringen. Und jetzt kommt die Bundesfamilienministerin und bietet ihnen Geld dafür, genau das nicht zu tun."
Der Bundesfamilienministerin vorzuwerfen, dass sie irgendwas plane, was Migrant_innenfamilien nutzen könne, ist eine absurde Vorstellung. Die Unterstellung, dass 'Migrant_innen' lieber Geld nehmen als ihre Kinder zu fördern, ist rassistisch.
"Wir haben ein Demografieproblem und einen Fachkräftemangel. Wenn gut ausgebildete Frauen durch das Betreuungsgeld längere Zeit vom Arbeitsmarkt ferngehalten werden, verschlechtert das die Situation. Wir dürfen auf die guten Potenziale von Frauen heute nicht mehr verzichten."
Heisst das, dass wenn wir keinen Fachkräftemangel hätten, die Frauen zu hause bleiben sollen? Also Gleichberechtigung abhängig von der Wirtschaftslage?
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Freitag, 25. November 2011
Ausgrenzungen Wohnungsloser
urmila, 21:31h
Ungarns rechte Regierung hat sich in letzter Zeit unter anderem durch Antiziganismus hervorgetan. Jetzt wenden sie sich laut taz auch gegen Wohnungslose:
"Am 1. Dezember tritt in Ungarn ein Gesetz in Kraft, das Obdachlosigkeit zum strafrechtlich verfolgten Delikt macht. Wer nach einer ersten Verwarnung innerhalb von sechs Monaten neuerlich auf der Straße angetroffen wird, muss umgerechnet 500 Euro Strafe zahlen oder er kommt hinter Gitter."
Das ist Ausgrenzung von Menschen mit wenig finanziellem und sozialen Kapital. Es unterstützt aber auch Antiziganismus:
"in den letzten Jahren der Anteil der Roma dramatisch zugenommen habe: "In den 1990er Jahren waren weniger als zwei Prozent der Obdachlosen Roma. Heute ist es jeder Vierte." Das liege daran, dass die traditionellen Sozialstrukturen, die Großfamilien und Gemeinschaften bieten, langsam zerfallen: "Als Folge tiefer Armut.""
Hier zeigt sich die Verflechtung von verschiedenen Ausgrenzungsverhältnissen.
"Am 1. Dezember tritt in Ungarn ein Gesetz in Kraft, das Obdachlosigkeit zum strafrechtlich verfolgten Delikt macht. Wer nach einer ersten Verwarnung innerhalb von sechs Monaten neuerlich auf der Straße angetroffen wird, muss umgerechnet 500 Euro Strafe zahlen oder er kommt hinter Gitter."
Das ist Ausgrenzung von Menschen mit wenig finanziellem und sozialen Kapital. Es unterstützt aber auch Antiziganismus:
"in den letzten Jahren der Anteil der Roma dramatisch zugenommen habe: "In den 1990er Jahren waren weniger als zwei Prozent der Obdachlosen Roma. Heute ist es jeder Vierte." Das liege daran, dass die traditionellen Sozialstrukturen, die Großfamilien und Gemeinschaften bieten, langsam zerfallen: "Als Folge tiefer Armut.""
Hier zeigt sich die Verflechtung von verschiedenen Ausgrenzungsverhältnissen.
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Donnerstag, 17. März 2011
Rückblick: Internationaler Frauentag
urmila, 20:46h

Letzte Woche war ich im Rahmen eines Lehrendenaustauschprogramm am Centre for Gender Studies der Universität Lund in Schweden. Zusammen sind wir dann auf die Demonstration zum internationalen Frauentag gegangen.
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Sonntag, 16. Januar 2011
Inklusive Party
urmila, 22:13h

Gestern bei der GLADT -Party im Südblock am Kottbuser Tor: ein paar Rolli-Fahrer_innen finden ihren Weg durch die Menge, Menschen aller Gender feiern miteinander, Dominanzdeutsche sind mal nicht in der Mehrheit (und diese drei Kategorisierungen sind nicht exklusiv gemeint). Leider ein seltenes Erlebnis in dieser Mischung.
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Sonntag, 23. Mai 2010
(Post)koloninale Homophobie
urmila, 12:19h
Dominic Johnson zieht in der taz die Verbindungen zwischen dem homophoben Urteil in Malawai mit der (post)kolonialen Geschichte Malawis: Einführung der Gesetzesgrundlage durch die britischen Kolonialherren und christliche Missionierung.
In einem weiteren taz-Artikel verbindet Martina Schwikowski Homophobie in Afrika mit dem Islam:
"In Nigeria und auch anderen Ländern, in denen die islamische Scharia-Gesetzgebung angewandt wird, sind Frauen und Männer wegen Homosexualität zu Tode gesteinigt worden. Die Polizei in Uganda etwa verhaftet Menschen, die im Verdacht stehen, schwul oder lesbisch zu sein. "
Uganda allerdings ist ein überwiegend christliches Land.
Schiwkowski beendet ihren Artikel mit einer Aussage zu Südafrika, wo es keine gesetzliche Kriminalisierung gibt:
""Ich habe zwar mehr Frieden und Freiheit hier, aber das Stigma ist vorhanden und ich muss in der Öffentlichkeit aufpassen", sagt die Uganderin. So hält sie sich eben dabei zurück, ihre Freundin auf der Straße zu küssen. "Auch Südafrika ist kein Rosenbett.""
Das gleiche liesse sich natürlich auch für weite Teile Deutschlands sagen.
In einem weiteren taz-Artikel verbindet Martina Schwikowski Homophobie in Afrika mit dem Islam:
"In Nigeria und auch anderen Ländern, in denen die islamische Scharia-Gesetzgebung angewandt wird, sind Frauen und Männer wegen Homosexualität zu Tode gesteinigt worden. Die Polizei in Uganda etwa verhaftet Menschen, die im Verdacht stehen, schwul oder lesbisch zu sein. "
Uganda allerdings ist ein überwiegend christliches Land.
Schiwkowski beendet ihren Artikel mit einer Aussage zu Südafrika, wo es keine gesetzliche Kriminalisierung gibt:
""Ich habe zwar mehr Frieden und Freiheit hier, aber das Stigma ist vorhanden und ich muss in der Öffentlichkeit aufpassen", sagt die Uganderin. So hält sie sich eben dabei zurück, ihre Freundin auf der Straße zu küssen. "Auch Südafrika ist kein Rosenbett.""
Das gleiche liesse sich natürlich auch für weite Teile Deutschlands sagen.
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Samstag, 30. Januar 2010
Weißer Feminismus und antimuslimischer Rassismus
urmila, 23:07h
Am 18.01.10 veröffentlicht die taz eine differenzierte Analyse von Birgit Rommelspacher zur Verstrickung von (weißen) Feminsmus und antimuslimischem Rassismus: Ungebrochene Selbstidealisierung. Damit scheint Rommespacher den Finger in die Wunde gelegt zu haben, denn seither gibt es eine Flut von Artikeln und Lesser_innenbriefen (zumeist gegen sie, einige aber auch unterstützend):
20.01.10 Leser_innenbrief von Claudia Pinl in der taz
20.01.10: Maulkorb für Islamkritiker von Regina Mönch in der FAZ
23.01.10: Der ewig reizbare Mann von Claudia Pinl in der taz
25.01.10: In der Bevormundungsfalle von Heide Oestreich in der taz
26.01.10: Doppelte Identität als Bürgerpflicht von Isolde Charim in der taz
26.01.10: Unnötiger Kampf unter Frauen, Leser_innenbrief in der taz von Marianne Petzen
29.01.10: Leser_innenbriefe in der taz von Eva-Maria Burchhaus, Herbert Gutzer, Monika Nehr und Manuela Kunkel
30.01.10: Lila Latzhose contra Burka von Hilal Sezgin in der Frankfurter Rundschau
Sehr spannend (und auch entsetzlich).
Nachtrag 25.02.10: Die Debatte geht kontinuierlich weiter:
02.02.10: Die vertriebenen Frauen der Sozialdemokratie von Jan Federsen in der taz
04.02.10: Unter Hasspredigern von Daniel Bax in der taz
06.02.10: Leser_innenbrief von Michael Stoffels in der taz
09.02.10: Die Freiheit der Anderen von Cigdem Akyol in der taz
09.02.10:Leser_innenbriefe von Inken Steen, Manuela Kunkel, Andreas Lehmann, Martin Brömer und Rudolf Selbach in der taz
09.02.10: Burka für alle, Kommentar von Isolde Charim in der taz
12.02.10: Leser_innenbriefe von Ulrich Memmler, Michaela Challal, Ulrich Lücke und Claudia Pinl in der taz
17.02.10: Der Hass der Anderen von Hilal Sezgin in der taz
Während dieser medialen Debatten entbrennt ein sogenannten Minarettstreit in Völklingen wie die taz am 05.02.10
unter dem Titel Bajonett an der Saar berichtet.
Am 08.02.10 berichtet die taz unter dem Titel Universitäten im Krieg, dass in einem Sonderforschungsbereich an der FU Neukölln mit Gebieten im Krieg verglichen.
Am 13.02.10 meldet die taz, dass der Bundesrat sich angeblich für Frauenrechte einsetzt.
Am 22.02.10 meldet die taz, dass ein französischer Bürgermeister dagegen vorgeht, dass eine Imbisskette nur halales Fleisch anbietet.
In der Schaubühne in Berlin wird von Hilal Sezgin, DJ Ipek und Nurkan Erpulat über authentische Muslime diskutiert und die taz bringt am 23.02.10 einen kleinen Artikel
Nachtrag 02.03.10: In der taz wieder ein Artikel, der antimuslimischen Rassismus verleugnet: Der Islam ist kein Opfer von Klemens Ludwig
20.01.10 Leser_innenbrief von Claudia Pinl in der taz
20.01.10: Maulkorb für Islamkritiker von Regina Mönch in der FAZ
23.01.10: Der ewig reizbare Mann von Claudia Pinl in der taz
25.01.10: In der Bevormundungsfalle von Heide Oestreich in der taz
26.01.10: Doppelte Identität als Bürgerpflicht von Isolde Charim in der taz
26.01.10: Unnötiger Kampf unter Frauen, Leser_innenbrief in der taz von Marianne Petzen
29.01.10: Leser_innenbriefe in der taz von Eva-Maria Burchhaus, Herbert Gutzer, Monika Nehr und Manuela Kunkel
30.01.10: Lila Latzhose contra Burka von Hilal Sezgin in der Frankfurter Rundschau
Sehr spannend (und auch entsetzlich).
Nachtrag 25.02.10: Die Debatte geht kontinuierlich weiter:
02.02.10: Die vertriebenen Frauen der Sozialdemokratie von Jan Federsen in der taz
04.02.10: Unter Hasspredigern von Daniel Bax in der taz
06.02.10: Leser_innenbrief von Michael Stoffels in der taz
09.02.10: Die Freiheit der Anderen von Cigdem Akyol in der taz
09.02.10:Leser_innenbriefe von Inken Steen, Manuela Kunkel, Andreas Lehmann, Martin Brömer und Rudolf Selbach in der taz
09.02.10: Burka für alle, Kommentar von Isolde Charim in der taz
12.02.10: Leser_innenbriefe von Ulrich Memmler, Michaela Challal, Ulrich Lücke und Claudia Pinl in der taz
17.02.10: Der Hass der Anderen von Hilal Sezgin in der taz
Während dieser medialen Debatten entbrennt ein sogenannten Minarettstreit in Völklingen wie die taz am 05.02.10
unter dem Titel Bajonett an der Saar berichtet.
Am 08.02.10 berichtet die taz unter dem Titel Universitäten im Krieg, dass in einem Sonderforschungsbereich an der FU Neukölln mit Gebieten im Krieg verglichen.
Am 13.02.10 meldet die taz, dass der Bundesrat sich angeblich für Frauenrechte einsetzt.
Am 22.02.10 meldet die taz, dass ein französischer Bürgermeister dagegen vorgeht, dass eine Imbisskette nur halales Fleisch anbietet.
In der Schaubühne in Berlin wird von Hilal Sezgin, DJ Ipek und Nurkan Erpulat über authentische Muslime diskutiert und die taz bringt am 23.02.10 einen kleinen Artikel
Nachtrag 02.03.10: In der taz wieder ein Artikel, der antimuslimischen Rassismus verleugnet: Der Islam ist kein Opfer von Klemens Ludwig
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Montag, 25. Januar 2010
Aufbegehren gegen Mobbing
urmila, 00:29h
Die taz berichtet über Sedika Weingärnters Prozess gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber:
"Sie sagt: "Ich wurde als Frau und als Ausländerin diskriminiert. Meine Chefs haben mir den Job zur Hölle gemacht.""
Nachtrag 30.01.10: Laut taz muss die Deutsche Post einen Bewerber wegen Diskriminierung entschädigen.
"Sie sagt: "Ich wurde als Frau und als Ausländerin diskriminiert. Meine Chefs haben mir den Job zur Hölle gemacht.""
Nachtrag 30.01.10: Laut taz muss die Deutsche Post einen Bewerber wegen Diskriminierung entschädigen.
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Freitag, 2. Mai 2008
Apartheid und Heteronormativität
urmila, 12:02h
In ihrem Buch The World Unseen erzählt die britische Autorin Shamim Sarif die Geschichte von zwei jungen Frauen, die aus Indien nach Südafrika gekommen sind, und die sich Anfang der 1950er dort treffen. In ihrer Geschichte zeigt Sarif auf, wie das rassistische Apartheidssystem und verschiedene Formen von Heteronormativität miteinander verwoben sind und zusammen die Rechte insbesondere (aber nicht nur) der Frauen massiv einschränken. Sie zeigt wie schwer in einem solch repressiven System Widerstand ist und das er trotzdem notwendig ist. Ein lesenswertes (und spannendes) Buch.
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Donnerstag, 13. März 2008
Schwarz und Frau
urmila, 22:41h
""Wenn Obama ein weißer Mann wäre, wäre er nicht in dieser Position", wurde Ferraro zitiert. "Wenn er eine Frau wäre, wäre er nicht in dieser Position. Er hat Glück, dass er ist, was er ist."" (aus der taz)
Eine klassisch 'weiße' Formulierung. Die wirklich Diskriminierten in den USA sind natürlich die 'Weißen'.
Wo wäre Obama eigentlich, wenn er eine 'schwarze' Frau wäre. Sicher nicht in dieser Position.
Eine klassisch 'weiße' Formulierung. Die wirklich Diskriminierten in den USA sind natürlich die 'Weißen'.
Wo wäre Obama eigentlich, wenn er eine 'schwarze' Frau wäre. Sicher nicht in dieser Position.
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