Sonntag, 5. Februar 2012
Der Koran und die Wahrheit
urmila, 21:15h
In der Print-taz wirbt diese für die Online-taz. Dazu veröffentlicht sie kurze Zitate von Kommentaren. In der Wochenend-taz war das ein Kommentar zu den "KRAWALLE IN EINEM ÄGYPTISCHEN FUSSBALLSTADION" und der Kommentar war ganz eindeutig antimuslimisch:
"Ich empfehle jedem die Lektüre des Korans. Kann man sich kostenlos von der Saudischen Botschaft schicken lassen. Danach sieht man einiges klarer, und es ist unmöglich, weiter die Augen vor der Wahrheit zu verschließen"
Was hat die Gewalt in Ägypten mit dem Koran zu tun? Was hat das Lesen des Korans mit der Wahrheit zu tun (so mensch nicht gläubige Muslim_a ist)? Was soll das, so einen Kommentar kommentarlos zu veröffentlichen?
"Ich empfehle jedem die Lektüre des Korans. Kann man sich kostenlos von der Saudischen Botschaft schicken lassen. Danach sieht man einiges klarer, und es ist unmöglich, weiter die Augen vor der Wahrheit zu verschließen"
Was hat die Gewalt in Ägypten mit dem Koran zu tun? Was hat das Lesen des Korans mit der Wahrheit zu tun (so mensch nicht gläubige Muslim_a ist)? Was soll das, so einen Kommentar kommentarlos zu veröffentlichen?
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Montag, 16. Januar 2012
Streitschlichtung
urmila, 23:03h
Bürgerschaftliches Engagement und außergerichtliche Einigungen werden in Deutschland zunehmend positiv bewertet. So kann Gemeinschaft gestärkt, unnötige Gerichtsverfahren vermieden und öffentliche Mittel gespart werden. Streitschlichter_innen und Mediationen sollen dazu führen, dass Konflikte gemeinsam gelöst werden, anstatt dass sie vor die Gerichte kommen müssen. Die Konfliktparteien sollen sich miteinander auseinandersetzen anstatt sich hinter Paragraphen zu verschanzen.
Wenn aber Menschen, die als Muslim_innen, Araber_innen und/oder Türk_innen klassifiziert werden, so gemeinschaftlich versuchen, Konflikte zu bearbeiten, dann wird das zum Problem konstruiert, zumindest von Cigdem Akyol, die in der taz über "Privatjustiz im Hinterzimmer" herzieht, zitiert einen Journalisten, der eine Gefahr für den Rechtsstaat sieht, und ignoriert den Vizepräsidenten des Berliner Amtsgerichts Tiergarten, der kein aktuelles Problem sieht.
Akyols Verständnis von Rechtsstaat scheint zu sein, dass jeder Konflikt vor einem Gericht ausgetragen werden muss und dass die Bestrafung das wichtigste Element des Rechtsstaats ist. Seltsame Vorstellung. In einer Gesellschaft, in der es keine nicht-gerichtlichen Konfliktlösungsmechanismen mehr gibt, möchte ich nicht leben.
Wenn aber Menschen, die als Muslim_innen, Araber_innen und/oder Türk_innen klassifiziert werden, so gemeinschaftlich versuchen, Konflikte zu bearbeiten, dann wird das zum Problem konstruiert, zumindest von Cigdem Akyol, die in der taz über "Privatjustiz im Hinterzimmer" herzieht, zitiert einen Journalisten, der eine Gefahr für den Rechtsstaat sieht, und ignoriert den Vizepräsidenten des Berliner Amtsgerichts Tiergarten, der kein aktuelles Problem sieht.
Akyols Verständnis von Rechtsstaat scheint zu sein, dass jeder Konflikt vor einem Gericht ausgetragen werden muss und dass die Bestrafung das wichtigste Element des Rechtsstaats ist. Seltsame Vorstellung. In einer Gesellschaft, in der es keine nicht-gerichtlichen Konfliktlösungsmechanismen mehr gibt, möchte ich nicht leben.
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Mittwoch, 4. Januar 2012
Die Muslime müssen ...
urmila, 18:50h
Laut epd hat der Kölner Kardinal Meisner kritisiert, "dass von offizieller muslimischer Seite keine Verurteilung" der Anschläge auf Christ_innen in Nigeria erfolgt sei.
Abgesehen davon, dass sich hier mal wieder die Frage stellt, wer mit wem in einen Topf geworfen wird, was eine "offizielle muslimische Seite" ist, was die mit den Anschlägen zu tun hat, ob sich auch die "offizielle christliche Seite" zu allen Terrorakten von Christ_innen weltweit verhalten muss, etc. - abgesehen davon, scheint der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland schon am 26.12.11 eine Stellungnahme abgegeben zu haben. epd zitiert den Zentralrats-Vorsitzenden Aiman Mazyek:
"Das Maß ist langsam voll, sich immer distanzieren zu müssen und hinterher auch noch vorwerfen zu lassen, man habe es nicht getan."
Abgesehen davon, dass sich hier mal wieder die Frage stellt, wer mit wem in einen Topf geworfen wird, was eine "offizielle muslimische Seite" ist, was die mit den Anschlägen zu tun hat, ob sich auch die "offizielle christliche Seite" zu allen Terrorakten von Christ_innen weltweit verhalten muss, etc. - abgesehen davon, scheint der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland schon am 26.12.11 eine Stellungnahme abgegeben zu haben. epd zitiert den Zentralrats-Vorsitzenden Aiman Mazyek:
"Das Maß ist langsam voll, sich immer distanzieren zu müssen und hinterher auch noch vorwerfen zu lassen, man habe es nicht getan."
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Montag, 28. November 2011
Wissenschaftler_innen distanzieren sich von Ministerin Schröder
urmila, 23:28h
Mitglieder des Beirats und eines wissenschaftlichen Workshops zu einer Studie zu Zwangsheirat kritisieren den Umgang von Ministerin Schröder mit den Ergebnissen der Studie. Unter anderem auf migazin ist die Stellungnahme zu lesen:
"Die öffentliche Darstellung und Auswertung der Studie durch Ministerin Schröder wird den Befunden in wichtigen Punkten nicht gerecht. Über mögliche Fehlwahrnehmungen, stereotype Interpretationen und etwaige politische Instrumentalisierungen der Studie wurde sowohl im Beirat als auch im wissenschaftlichen Workshop intensiv diskutiert. Dass ausgerechnet die Auftraggeberin der Studie verzerrende Interpretationen wichtiger Befunde in der Öffentlichkeit verbreitet, ist für alle Beteiligten, die viel ehrenamtliche Arbeit in die Beratung der Studie investiert haben, mehr als bedauerlich. "
Nachtrag 30.11.11:Die Süddeutsche berichtet über die Kritik an Schröder und die Versuche des Ministeriums, die Kritik zurück zu weisen.
"Die öffentliche Darstellung und Auswertung der Studie durch Ministerin Schröder wird den Befunden in wichtigen Punkten nicht gerecht. Über mögliche Fehlwahrnehmungen, stereotype Interpretationen und etwaige politische Instrumentalisierungen der Studie wurde sowohl im Beirat als auch im wissenschaftlichen Workshop intensiv diskutiert. Dass ausgerechnet die Auftraggeberin der Studie verzerrende Interpretationen wichtiger Befunde in der Öffentlichkeit verbreitet, ist für alle Beteiligten, die viel ehrenamtliche Arbeit in die Beratung der Studie investiert haben, mehr als bedauerlich. "
Nachtrag 30.11.11:Die Süddeutsche berichtet über die Kritik an Schröder und die Versuche des Ministeriums, die Kritik zurück zu weisen.
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Samstag, 19. November 2011
Erfolg von Sarrazin
urmila, 23:31h
Die taz berlin meldet in ihren Kurzmeldungen, dass die BVV Mitte mit den Stimmen von CDU und SPD ein Grillverbot für den gesamten Tiergarten erlassen hat. Damit setzen sie eine (implizite) Forderung von Sarrazin aus seinem Lettre Internationale-Interview um. Der hatte dort immer wieder über den Dreck durch Grillen von Hammelbeinen polemisiert.
Dieses Verbot trifft vorallem jene, die Sarrazin (und Andere) nicht in Berlin haben wollen. Die taz schreibt: "Vertreter von Migrantenverbänden hatten das Ansinnen als diskriminierend bezeichnet. In der Saison ist der Park beliebter Anlaufpunkt für türkische und arabische Familien "
Dieses Verbot trifft vorallem jene, die Sarrazin (und Andere) nicht in Berlin haben wollen. Die taz schreibt: "Vertreter von Migrantenverbänden hatten das Ansinnen als diskriminierend bezeichnet. In der Saison ist der Park beliebter Anlaufpunkt für türkische und arabische Familien "
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Dienstag, 1. November 2011
Definitionssache
urmila, 11:32h
Wenn ich 'Ehrenmord' so definiere, dass er nur von einer bestimmten Bevölkerungsgruppe begangen werden kann:
""Ehrenmörder" sind Personen, die ihre angeblich verletzte Wertevorstellung durch Gewalt wiederherstellen wollen. Frauen müssen sterben, weil sie aus Sicht der Familie traditionelle Normen verletzt haben, vor der Ehe eine sexuelle Beziehung haben, sich scheiden lassen wollen oder ein an westlichen Normen orientiertes Leben führen. " (Quelle: taz-Interview mit Jan Ilhan Kizilhan/ meine Hervorhebungen)
dann können natürlich nur Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe dieses Verbrechen begehen. Dann muss die Rückfrage der taz "Wenn ein Deutscher aus Eifersucht seine Frau umbringt, wird von einer "Beziehungstat" gesprochen. Warum wird der Begriff "Ehrenmord" immer im Zusammenhang mit Muslimen verwendet?" auch abgewehrt werden, denn die Definition des 'Ehrenmordes' ist ja speziell für 'Nicht-Deutsche' (oder spezifischer für 'Muslime'?) gewählt worden.
Wenn ich nur verurteilte Täter befrage, dann ist es auch klar, dass ich aus meinen Daten nur Informationen über Täter bekomme (und keinen Vergleich ziehen kann zu Personen der gleichen Bevölkerungsgruppe, die keine Taten begehen). Ganz einfach scheint es aber nicht gewesen zu sein, die richtigen Täter zu finden:
"Es war sehr schwierig, diese Personengruppe zu finden und anhand der Aktenlage zunächst auszusortieren, wer tatsächlich aus geglaubter Ehrverletzung getötet hat und wer es aus anderen Motiven nur behauptet. "
Den Satz verstehe ich zwar nicht wirklich, aber es erscheint mir, dass die Datensammlung so erfolgt ist, dass die Annahmen sich auch in den Daten widergespiegelt haben.
Hilfreicher fände ich es, wenn bei der Analyse von 'Beziehungstaten', 'Ehrenmorden', etc. die Perspektive auf unsere heterosexistischen Geselllschaftsstrukturen allgemein geworfen würde und versucht würde, diese zu verändern. Dabei sollten dann durchaus auch unterschiedliche Ausprägungen heterosexistischer Gewalt geschaut werden, aber nicht um rassistische Ausgrenzung zu legitimieren sondern um gegen heterosexistische Gewalt anzugehen. (Dafür wäre dann zum Beispiel ein von der Ehe unabhängiges Aufenthaltsrecht wichtig. Es würde aber auch helfen, wenn die Gesellschaft weniger rassistisch wäre, denn dann könnten Opfer eher Vertrauen in zum Beispiel Institutionen fassen.)
Warum die taz dieses Interview auf der Titelseite ankündigt, verstehe ich nicht.
""Ehrenmörder" sind Personen, die ihre angeblich verletzte Wertevorstellung durch Gewalt wiederherstellen wollen. Frauen müssen sterben, weil sie aus Sicht der Familie traditionelle Normen verletzt haben, vor der Ehe eine sexuelle Beziehung haben, sich scheiden lassen wollen oder ein an westlichen Normen orientiertes Leben führen. " (Quelle: taz-Interview mit Jan Ilhan Kizilhan/ meine Hervorhebungen)
dann können natürlich nur Mitglieder dieser Bevölkerungsgruppe dieses Verbrechen begehen. Dann muss die Rückfrage der taz "Wenn ein Deutscher aus Eifersucht seine Frau umbringt, wird von einer "Beziehungstat" gesprochen. Warum wird der Begriff "Ehrenmord" immer im Zusammenhang mit Muslimen verwendet?" auch abgewehrt werden, denn die Definition des 'Ehrenmordes' ist ja speziell für 'Nicht-Deutsche' (oder spezifischer für 'Muslime'?) gewählt worden.
Wenn ich nur verurteilte Täter befrage, dann ist es auch klar, dass ich aus meinen Daten nur Informationen über Täter bekomme (und keinen Vergleich ziehen kann zu Personen der gleichen Bevölkerungsgruppe, die keine Taten begehen). Ganz einfach scheint es aber nicht gewesen zu sein, die richtigen Täter zu finden:
"Es war sehr schwierig, diese Personengruppe zu finden und anhand der Aktenlage zunächst auszusortieren, wer tatsächlich aus geglaubter Ehrverletzung getötet hat und wer es aus anderen Motiven nur behauptet. "
Den Satz verstehe ich zwar nicht wirklich, aber es erscheint mir, dass die Datensammlung so erfolgt ist, dass die Annahmen sich auch in den Daten widergespiegelt haben.
Hilfreicher fände ich es, wenn bei der Analyse von 'Beziehungstaten', 'Ehrenmorden', etc. die Perspektive auf unsere heterosexistischen Geselllschaftsstrukturen allgemein geworfen würde und versucht würde, diese zu verändern. Dabei sollten dann durchaus auch unterschiedliche Ausprägungen heterosexistischer Gewalt geschaut werden, aber nicht um rassistische Ausgrenzung zu legitimieren sondern um gegen heterosexistische Gewalt anzugehen. (Dafür wäre dann zum Beispiel ein von der Ehe unabhängiges Aufenthaltsrecht wichtig. Es würde aber auch helfen, wenn die Gesellschaft weniger rassistisch wäre, denn dann könnten Opfer eher Vertrauen in zum Beispiel Institutionen fassen.)
Warum die taz dieses Interview auf der Titelseite ankündigt, verstehe ich nicht.
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Freitag, 30. September 2011
Diesmal Cousinenehe
urmila, 19:13h
"Cousin und Cousine dürfen laut deutschem Gesetz heiraten" fängt Cigdem Akyols Artikel in der taz an. Der Artikel kritisiert dies, argumentiert, das Wissenschaftler_innen nachgewiesen hätten, dass Kinder aus solchen Beziehungen eine weit höhere Wahrscheinlichkeit von 'Behinderungen' hätten. Akyol beschreibt eine Familie, mit mehreren behinderten Kindern und wie sich die Mutter aufopferungsvoll um diese kümmert. Allerdings würdigt Akyol dies nicht, wie es sonst in Artikeln über kümmernde Mütter getan wird, sondern klagt die Mutter an, da sie nicht einsieht etwas falsches gemacht zu haben, als sie ihren Cousin geheiratet habe. Der Tenor des Artikels wirkt sehr als ob 'behindertes' Leben als generell unwert und auf jeden Fall zu verhindern angesehen wird. Etwas mehr Ausgewogenheit und die ethische Frage danach, wer entscheiden kann, welches Leben es wert ist geboren zu werden, wäre hier angebracht gewesen.
In dem Artikel scheint es allerdings auch noch um etwas anderes zu gehen. Akyol schreibt:
"Natürlich heiraten auch Deutsche untereinander, doch mehrheitlich seien es Migranten. Ob die Paare nicht vorher über die Risiken Bescheid wüssten. "Genetik ist für die meisten etwas sehr Abstraktes", so Hennermann. "
An anderer Stelle werden diese 'Migrant_innen' mit 'Muslim_innen' gleichgesetzt und ihnen pauschal Rückständigkeit unterstellt. Die Konstruktion der problematischen 'Migrant_innen'/ 'Muslim_innen' geht weiter:
"Die Familie bewegt sich in einem Milieu, in dem sich Nachbarn morgens zum türkischen Mitfühlfernsehen verabreden, wo wenige arbeiten, nicht selten vom Staat leben, Menschen mit vielen Kindern und schlechten Perspektiven. Mit einem Wort: Parallelgesellschaft."
Akyol wehrt sich zum Ende des Artikels dann auch schon mal präventiv gegen den Vorwurf, in ihrer Darstellung Rassismus zu reproduzieren:
"Aber auch von Kollegen deutscher Herkunft bekomme sie zu hören, sie würde Migranten stigmatisieren. Es ist ein politisch unkorrektes Thema, vor dem sich die Öffentlichkeit fürchtet. Zu rasch kann hier angeblicher Rassismus angeführt werden."
Weniger Verallgemeinerung, weniger pauschale Verurteilung einer Bevölkerungsgruppe und ein differenzierteren Blick auf ein (mögliches) gesellschaftliches Problem und seinen (möglichen) ethischen Dilemmata wären produktiver gewesen.
In dem Artikel scheint es allerdings auch noch um etwas anderes zu gehen. Akyol schreibt:
"Natürlich heiraten auch Deutsche untereinander, doch mehrheitlich seien es Migranten. Ob die Paare nicht vorher über die Risiken Bescheid wüssten. "Genetik ist für die meisten etwas sehr Abstraktes", so Hennermann. "
An anderer Stelle werden diese 'Migrant_innen' mit 'Muslim_innen' gleichgesetzt und ihnen pauschal Rückständigkeit unterstellt. Die Konstruktion der problematischen 'Migrant_innen'/ 'Muslim_innen' geht weiter:
"Die Familie bewegt sich in einem Milieu, in dem sich Nachbarn morgens zum türkischen Mitfühlfernsehen verabreden, wo wenige arbeiten, nicht selten vom Staat leben, Menschen mit vielen Kindern und schlechten Perspektiven. Mit einem Wort: Parallelgesellschaft."
Akyol wehrt sich zum Ende des Artikels dann auch schon mal präventiv gegen den Vorwurf, in ihrer Darstellung Rassismus zu reproduzieren:
"Aber auch von Kollegen deutscher Herkunft bekomme sie zu hören, sie würde Migranten stigmatisieren. Es ist ein politisch unkorrektes Thema, vor dem sich die Öffentlichkeit fürchtet. Zu rasch kann hier angeblicher Rassismus angeführt werden."
Weniger Verallgemeinerung, weniger pauschale Verurteilung einer Bevölkerungsgruppe und ein differenzierteren Blick auf ein (mögliches) gesellschaftliches Problem und seinen (möglichen) ethischen Dilemmata wären produktiver gewesen.
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Mittwoch, 21. September 2011
Buschkowsky-Huldigung in der taz
urmila, 11:04h
Es ist erschreckend, wieviele Stimmen die Buschkowsky-SPD in Neukölln gewonnen hat. Und das nachdem sie von Sarrazin eine Spende angenommen hat.
Jan Feddersen und Alke Wierth verführt Buschkowskys Erfolg zu einer schamlosen Huldigung The Big Buschkowsky. Darin behaupten sie unter anderem Buschkowsky sei "einer der schärfsten Kritiker des dünkelhaften Thilo Sarrazin", was eine interessante und interessengeleitete Verdrehung der Kritik an Sarrazin ist. Denn anders als rassismuskritische Kritiker_innen Sarrazins, findet Buschkowsky viel an Sarrazins Thesen gut und widerspricht nur den genetischen. Feddersen und Wierth behaupten außerdem:
"der gerade unter Migranten respektierte, ja populäre und mit seinen einprägsamen Sprüchen ("Multikulti ist gescheitert!") bundesweit bekannte Sozialdemokrat Heinz Buschkowsky"
Also, ich respektiere Buschkowsky nur soweit ich jeden Menschen respektiere, aber bestimmt nicht für seine Politik. Auch alle anderen 'Migrant_innen' aus meinem Umfeld geht es so. Daher wende ich mich gegen diese Vereinnahmung einer homogenisierten Gruppe 'Migranten'.
Alke Wierths Artikel zu Der Kultbürgermeister in der taz berlin ist übrigens sehr viel weniger huldigend und spricht auch die Sarrazin-Spende an.
Jan Feddersen und Alke Wierth verführt Buschkowskys Erfolg zu einer schamlosen Huldigung The Big Buschkowsky. Darin behaupten sie unter anderem Buschkowsky sei "einer der schärfsten Kritiker des dünkelhaften Thilo Sarrazin", was eine interessante und interessengeleitete Verdrehung der Kritik an Sarrazin ist. Denn anders als rassismuskritische Kritiker_innen Sarrazins, findet Buschkowsky viel an Sarrazins Thesen gut und widerspricht nur den genetischen. Feddersen und Wierth behaupten außerdem:
"der gerade unter Migranten respektierte, ja populäre und mit seinen einprägsamen Sprüchen ("Multikulti ist gescheitert!") bundesweit bekannte Sozialdemokrat Heinz Buschkowsky"
Also, ich respektiere Buschkowsky nur soweit ich jeden Menschen respektiere, aber bestimmt nicht für seine Politik. Auch alle anderen 'Migrant_innen' aus meinem Umfeld geht es so. Daher wende ich mich gegen diese Vereinnahmung einer homogenisierten Gruppe 'Migranten'.
Alke Wierths Artikel zu Der Kultbürgermeister in der taz berlin ist übrigens sehr viel weniger huldigend und spricht auch die Sarrazin-Spende an.
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Freitag, 9. September 2011
Sarrazinaden und die SPD
urmila, 11:50h
Die taz berichtet, dass ein Jahr nach der Einladung Sarrazin zum Verein "Aufbruch Neukölln" gekommen ist. Der Leiter der Gruppe Kazim Erdogan bereitet die Gruppe auf ihren Gast vor:
""Egal, was er heute Abend sagt, egal, wie sehr er uns aufregt, er ist unser Gast", sagt Erdogan. "Jeder Mensch hat das Recht auf Respekt.""
Damit unterscheidet sich Erdogan grundsätzlich von Sarrazin. Der spricht Naika Foroutan und ihrem Team Wissenschaftlichkeit ab:
"Noch nie habe irgendwer seine Statistiken widerlegen können, sagt er selbstsicher. Den Einwand, eine ganzes Team der Berliner Humboldt-Uni habe seine Zahlen auseinandergenommen, wischt er weg.
"Dass sind doch keine Wissenschaftler", schimpft er. "
Gute Ratschläge hat er auch:
"Als eine junge Kopftuchträgerin ihn fragt, ob er seine Kritik ihr gegenüber fair finde, antwortet er trocken: "Mein Tipp, nehmen Sie das Kopftuch ab. Dann spricht Sie auch niemand mehr darauf an.""
Die SPD Neukölln nimmt derweil ohne Aussprache eine Spende von Sarrazin für Buschkowskys Politik an wie die taz berlin berichtet. Da scheint die SPD ganz pragmatisch und oberflächlich unpolitisch:
""Dem ist so", bestätigte die stellvertretende Kreisvorsitzende Kirsten Flesch der taz, "wir sind nicht so ideologisch verbohrt, dass wir im Wahlkampf eine solche Spende ablehnen." "
Tatsächlich steht aber die Unterstützung von Sarrazins Thesen dahinter:
"Laut Felgentreu ist Neuköllns SPD mit Buschkowsky der Auffassung, dass Sarrazins Problemdarstellung in dem Buch "Deutschland schafft sich ab" [...] größtenteils richtig sei"
""Egal, was er heute Abend sagt, egal, wie sehr er uns aufregt, er ist unser Gast", sagt Erdogan. "Jeder Mensch hat das Recht auf Respekt.""
Damit unterscheidet sich Erdogan grundsätzlich von Sarrazin. Der spricht Naika Foroutan und ihrem Team Wissenschaftlichkeit ab:
"Noch nie habe irgendwer seine Statistiken widerlegen können, sagt er selbstsicher. Den Einwand, eine ganzes Team der Berliner Humboldt-Uni habe seine Zahlen auseinandergenommen, wischt er weg.
"Dass sind doch keine Wissenschaftler", schimpft er. "
Gute Ratschläge hat er auch:
"Als eine junge Kopftuchträgerin ihn fragt, ob er seine Kritik ihr gegenüber fair finde, antwortet er trocken: "Mein Tipp, nehmen Sie das Kopftuch ab. Dann spricht Sie auch niemand mehr darauf an.""
Die SPD Neukölln nimmt derweil ohne Aussprache eine Spende von Sarrazin für Buschkowskys Politik an wie die taz berlin berichtet. Da scheint die SPD ganz pragmatisch und oberflächlich unpolitisch:
""Dem ist so", bestätigte die stellvertretende Kreisvorsitzende Kirsten Flesch der taz, "wir sind nicht so ideologisch verbohrt, dass wir im Wahlkampf eine solche Spende ablehnen." "
Tatsächlich steht aber die Unterstützung von Sarrazins Thesen dahinter:
"Laut Felgentreu ist Neuköllns SPD mit Buschkowsky der Auffassung, dass Sarrazins Problemdarstellung in dem Buch "Deutschland schafft sich ab" [...] größtenteils richtig sei"
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Montag, 22. August 2011
Im Guardian
urmila, 22:07h
Die englische Tageszeitung Guardian druckt die für den Ramadan releavanten Zeiten ab.


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